RTL News>

Lang will Grünen-Chefin werden: „Wir brauchen neue Antworten für die Partei“

RTL/ntv-"Frühstart"

Lang will Grünen-Chefin werden: „Wir brauchen neue Antworten für die Partei“

Frühstart mit Ricarda Lang „Wir brauchen neue Antworten für die Partei“
06:14 min
„Wir brauchen neue Antworten für die Partei“
Frühstart mit Ricarda Lang

30 weitere Videos

Lang fordert Neufindung der Grünen

Als Kandidatin für den Grünen-Parteivorsitz fordert Ricarda Lang, dass sich die Partei nach Robert Habeck und Annalena Baerbock neu erfinden müsse. „Die beiden hatten die richtigen Antworten für 2018 aber 2021 brauchen wir neue Antworten für die Partei.“ Als Parteivorsitzende wolle Lang den Umbau Deutschlands zum klimaneutralen Industriestandort in den Fokus nehmen.

Darüber hinaus, betont die Grünenpolitikerin, sei ihr das Thema soziale Gerechtigkeit sehr wichtig. „Ich bin bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen, die als Sozialarbeiterin in einem Frauenhaus gearbeitet hat.“, so die 27-Jährige und hebt hervor, dass sie diese Erfahrung dazu bewegt habe, in die Politik zu gehen. Daher wolle sie sich als Parteichefin vor allem für Kindergrundsicherung und gerechte Löhne stark machen.

Lang über Nouripour: "Wir mögen uns"

Neben Lang kandidiert auch Omid Nouripour für den Co-Parteivorsitz der Grünen. Beide seien in engem Kontakt, sagt Lang und betont: „Wir mögen uns. Das klingt sehr banal, aber ist in der Politik sehr viel wert.“ Als Parteichefs müssten Lang und Nouripour eine streitlustige Partei zusammenhalten. Angst vor Lagerkämpfen hat Lang aber nicht. „Wir haben uns im Koalitionsvertrag vorgenommen, eine Gesellschaft ökologisch und sozial umzubauen. Das eint uns als Partei und da stehen wir gemeinsam hinter unseren Inhalten und hinter unseren Kabinettsmitgliedern.“

Auf die Frage ob es fair sei, die ehemaligen Fraktionschefs Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter bei der Ministervergabe leer ausgehen zu lassen, sagt Lang: „Beide hätten es verdient und wären gute Minister:innen gewesen. Aber wir hatten die schwierige Position, dass wir mehr gute Leute als Posten hatten.“

Lang verurteilt Corona-Proteste

Mit Blick auf die Corona-Proteste am Wochenende verurteilt Lang die gewaltbereiten Ausschreitungen. „Es gibt einen Unterschied zwischen Kritik an Corona-Maßnahmen und anti-demokratischen Tendenzen, die wir in der Querdenkerbewegung zunehmend beobachten.“, so Lang und sagt weiter: „Wir brauchen ein klares Vorgehen gegen rechtsextreme Kräfte, die es in dieser Bewegung gibt. Da dürfen wir nicht wegschauen.“ Ein Großteil der Gesellschaft sei geimpft und würde sich an die Regeln halten, so Lang, daher dürfe man sich nicht von einer Minderheit treiben lassen. Lang betont, dass eine allgemeine Impfpflicht die Gesellschaft am Ende einigen könnte: „Weil damit definieren wir, dass Freiheit immer mit Verantwortung existiert und wir damit einen Weg zurück zu gesellschaftlichen Freiheit aufzeigen würden.“

Über den heutigen Impfstart für Kinder ab fünf Jahren sagt Lang: „Ich hoffe, dass sehr viele Menschen dieses Angebot annehmen. Denn es ist eine Möglichkeit, die Kinder und ihre Eltern besser zu schützen.“ Es ginge jetzt darum kindgerechte Angebote zu machen, so Lang weiter und nennt als Beispiel Impfbusse an Schulen.

Lese-Tipp: Kinderimpfung startet – das ist in Ihrem Bundesland geplant

Interviews, Reportagen und mehr - in unserer Videoplaylist

Playlist: 30 Videos