Explodieren jetzt die Krankenkassenbeiträge?

Höchstes Minus bei Krankenkassen seit 2003

19. Februar 2021 - 10:47 Uhr

Riesendefizit bei Krankenkassen im Corona-Jahr

Massen-Impfungen, über 2,3 Millionen Corona-Erkrankte, volle Intensivstationen, fast kostenlose FFP2-Maske – die Gesundheitskosten explodieren wegen Corona. Die gesetzlichen Krankenkassen haben laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) im Corona-Jahr 2020 ihr Defizit um etwa eine Milliarde auf 2,5 Milliarden Euro erhöht. Was bedeutet das für die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen?

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Zusatzbeitrag für gesetzliche Krankenkassen liegt bei maximal 1,3 Prozent

Die Krankenkassen verweisen unter anderem auf zusätzliche Corona-Kosten und Auswirkungen von Reformen, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angeschoben hatte. Wie die FAZ berichtet, war die Lage zuletzt 2003 schlechter – mit einem Minus von 3,4 Milliarden Euro. Seitdem hätten die gesetzlichen Krankenversicherungen in 12 von 16 Jahren Überschüsse erzielt.

Für die Versicherten bedeutet dies allerdings noch nicht, dass ihre Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung deutlich steigen. Denn zumindest in diesem Jahr gilt die beschlossene "Sozialgarantie 2021". Danach sollen die Sozialversicherungsbeiträge bei maximal 40 Prozent liegen. Entsprechend wurde für das Beitragsjahr 2021 die Erhöhung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags der Kassen um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent festgesetzt.

Der Krankenkassenbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung setzt sich aus dem für alle Kassen gleichen allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent und einem Zusatzbeitrag zusammen. Dieser Zusatzbeitrag kann von jeder Krankenkasse individuelle erhoben werden. Die Beitragssteigerungen liegen für das Jahr 2021 laut einem Vergleich von Finanztest zwischen 0,1 und 0,8 Prozent­punkten. Dabei hat trotz Corona nur die Hälfte der gesetzlichen Krankenkassen überhaupt ihre Beiträge erhöht.

Wer Geld sparen möchten, kann entsprechend in eine Krankenversicherung wechseln, die von ihren Kunden einen eher niedrigen Zusatzbeitrag verlangt. Aber 2021 wurden die Wechselregeln sogar vereinfacht: Versicherte können nun, ähnlich wie bei der Kfz-Versicherung, jedes Jahr zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln. Wer zum Beispiel zu Ende Januar kündigt, ist am 1. April in einer neuen Kasse.

Das sind die Krankenkassen mit den niedrigsten Zusatzbeiträgen

Laut Finanztest gibt es auch im Jahr 2021 noch günstige Krankenkassen. Bei diesen gesetzlichen Krankenversicherungen liegt der Zusatzbeitrag unter 1,3 Prozent:

RTL NEWS empfiehlt

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  • mhplus BKK 1,28 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • Bertelsmann BKK 1,25 Prozent
  • BKK Dürkopp-Adler 1,20 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • Knappschaft 1,1 Prozent
  • BKK Exklusiv 0,99 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Faber-Castell 0,65 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Firmus 0,44 Prozent
  • BKK Pfaff 0,4 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK SBH 0,7 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Scheufelen 0,9 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • BKK Textilgruppe Hof 0,9 Prozent (nicht bundesweit wählbar)
  • HKK 0,39 Prozent

Die derzeit günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse ist die HKK mit einem Gesamtbeitrag von 14,99 Prozent.

Aber nicht nur die Zusatzbeiträge können Grund für einen Wechsel sein. Auch im Leistungskatalog gibt es teilweise Unterschiede, die für eine bestimmte Krankenkasse sprechen. Was Sie beachten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

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