Droht den Krankenhäusern nun der Kollaps?

Kliniken schlagen Corona-Alarm: Zig Pflegekräfte liegen infiziert flach

Immer mehr Pflegekräfte sind infiziert Corona-Alarm in den Klinken
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Corona-Alarm in den Klinken
Immer mehr Pflegekräfte sind infiziert

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Die Krankenhäuser ächzen weiterhin unter der Corona-Pandemie. Zwar sind die Stationen momentan nicht so überfüllt wie vergangenes Jahr, doch nun liegen die Pflegekräfte selbst flach. Die Folge: Stationen werden verkleinert, zusammengelegt oder ganz aufgelöst. Was das für die Patienten vor Ort bedeutet, sehen Sie im Video.

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Immer mehr Betten werden gestrichen

Personalausfälle in Kliniken wegen der wachsenden Corona-Sommerwelle lassen bei Krankenhäusern und Medizinern die Besorgnis wachsen. „Aus allen Bundesländern erreichen uns Meldungen, dass einzelne Stationen und Abteilungen auch wegen Personalmangel abgemeldet werden müssen“, sagte der Vorstandschef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Steigende Infektionszahlen rücken freiwillige Schutzvorkehrungen schon im Sommer in den Blick. Die Hausärzte sehen beim Umgang mit Bürgertests für drei Euro weiterhin Schwierigkeiten.

Der wissenschaftliche Leiter des Intensivbettenregisters Divi, Christian Karagiannidis, sagte der „Rheinischen Post“, die Auslastung steige zwar nur moderat. „Allerdings ist die Belegung für einen Sommer relativ hoch, und die zur Verfügung stehenden Betten werden auf Grund des Personalmangels immer weniger.“ Daher sei jetzt die Zeit zu nutzen, Kapazitäten optimal zu verteilen. „Hierzu gehören regionale Netzwerke zur bestmöglichen Patientenverteilung nach Versorgungsstufe. Kooperation, aber auch Entlastung des Personals wird in diesem Herbst und Winter das Gebot der Stunde“, sagte Karagiannidis, der auch im Expertenrat der Bundesregierung sitzt.

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Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte in der ARD, in Innenräumen werde vielfach kein Mund-Nasen-Schutz mehr getragen, was es dem Virus „superleicht“ mache. Neben einer Rechtsgrundlage für staatliche Schutzvorgaben im Herbst, die derzeit erarbeitet wird, sollten Masken schon jetzt freiwillig in Innenräumen getragen werden. Jeder kenne in seinem Umfeld aktuell Menschen, die erkrankt seien. Man sehe, dass Personal in Krankenhäusern fehle.

Jetzt schon auf den Herbst vorbereiten

Dahmen forderte zudem eine Kampagne für zweite Auffrischimpfungen im Sommer. Sie sollten nicht nur über 70-Jährige, sondern auch Menschen über 60 Jahre und mit Vorerkrankungen machen. Auch sollte geprüft werden, ob nicht alle Erwachsenen eine solche vierte Impfung erhalten sollten, um mit „frischem Impfschutz“ besser in den Herbst zu gehen. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte, die zuletzt nach offizieller Empfehlung auf fünf Tage verkürzte Isolationszeit für Corona-Infizierte auf zehn Tage zu verlängern. „Diese darf nur verkürzt werden, wenn ein PCR-Test negativ ausfällt“, sagte Vorstand Eugen Brysch den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

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Der Deutsche Hausärzteverband sieht auch nach einer Einigung zur Abrechnung von Corona-Bürgertests Schwierigkeiten für die Praxen. Der Vorsitzende Ulrich Weigeldt sagte: „Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind aus dem Schneider, die Ärztinnen und Ärzte vor Ort sind die Gelackmeierten.“ Das „Bürokratiemonster“ bleibe unverändert. So müssten Praxen eine Bargeld-Kasse führen und von einigen drei Euro eintreiben. Sie sollten überprüfen, ob jemand anspruchsberechtigt sei. Das belaste sowieso stark geforderte Hausarztpraxen noch weiter. (dpa/iku/jbü)

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