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Grafik zeigt regionale Lage auf Intensivstationen - Notfallmediziner: Situation "sehr angespannt"

Corona-Fallzahlen belasten Intensivstationen

Grafik zeigt regionale Lage: Situation laut Notfallmediziner "sehr angespannt"

In einem Zimmer der Intensivstation wird ein Patient mit einem schweren Covid-19 Krankheitsverlauf behandelt.
Viele Intensivbetten sind weiter mit Corona-Patienten belegt.
cgt, dpa, Christophe Gateau

Corona-Patienten weiterhin in Krankenhäusern

Wer schwer an Corona erkrankt, muss auf einer Intensivstation betreut werden. Dafür bedarf es genügend freier Intensivbetten. Doch aktuell sind einige Krankenhäuser komplett ausgelastet. Wie es um die Auslastung der Intensivbetten in den Krankenhäusern Ihrer Region derzeit bestellt ist, sehen Sie auf unserer Grafik.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden Sie jederzeit in unserem Live-Ticker auf RTL.de

Drei Corona-Wellen deutlich zu sehen

Daten des Deutschen Intensivregisters (DIVI) liefern verschiedene Anhaltspunkte zur Lage in den deutschen Krankenhäusern. Im Frühjahr 2021 waren phasenweise mehr als 2.500 Intensivbetten mit Covid-19-Fällen belegt. Nach einer Entspannung im Sommer hat die Zahl ab August wieder zu genommen, ab Mitte Oktober sogar sehr rasant. Auf der Grafik ist der Anstieg gut zu sehen – sowohl der der belegten Intensivbetten (grau) als auch der der Patienten, die beatmet werden müssen (rot).

Lage sei "sehr angespannt"

Die Lage auf den Intensivstationen in deutschen Kliniken ist laut dem Präsidenten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, für einen Sommer ungewöhnlich angespannt. „Wir müssen schon wieder schauen, dass wir unsere Reihen geschlossen halten, das heißt, wir müssen Personal verschieben, wir müssen Personal aus dem Frei holen, also nach zwei Wochenenden auch das dritte Wochenende arbeiten“, sagte Marx am Montag im ZDF-“Morgenmagazin“. „Wir müssen auch schon wieder leider einige Operationen, die nicht unbedingt notwendig sind, verschieben, damit wir eben entsprechend alle unsere Notfälle gut und sicher versorgen können.“

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Marx hatte bereits am Wochenende darauf hingewiesen, dass auf mehr als der Hälfte der Intensivstationen (55 Prozent) der Betrieb nicht mehr wie sonst üblich läuft. Verschiedene Faktoren kommen gerade zusammen, wie er auch am Montag deutlich machte. Derzeit würden nicht nur etwa doppelt so viele Covid-Patienten wie zur gleichen Zeit im vergangenen Jahr intensivmedizinisch behandelt, es stünden auch fast 2.000 Intensivbetten weniger zur Verfügung, und viele Mitarbeiter in den Kliniken seien krank.

„Ich würde es nicht als dramatisch bezeichnen, aber es ist sehr angespannt, und das ist ungewöhnlich für diese Zeit im Sommer, wo es normalerweise immer etwas ruhiger ist“, sagte Marx. Gefühlt sei die Lage auf den Intensivstationen schon wie sonst im Herbst oder Winter.

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In diesen Landkreisen sind Intensivbetten ausgelastet

Die interaktive Karte zeigt, wie stark die Intensivstationen in Ihrem Landkreis ausgelastet sind. Besonders eng wird es in den rot eingefärbten Kreisen. Die Grafik zu der Auslastung der Intensivbetten bezieht sich auf ganz Deutschland. Sie zeigt einen Überblick, wie sich die Belegung der Betten in allen registrierten Krankenhäusern zum Vortag verändert hat.

Lese-Tipp: Wie hoch die 7-Tage-Inzidenz in Ihrem Landkreis ist, können Sie hier nachschauen

Um die Zahl einmal umzudrehen: Wie viele freie Intensivbetten gibt es momentan in Deutschland? Das können Sie dieser Tabelle entnehmen. Beachten Sie jedoch, dass sich die Kapazitäten unterschiedlich auf die einzelnen Regionen verteilen. (lra/nri/dhe/dpa)