„Nur fünf bis zehn Prozent aller Krebsfälle“ sind genetisch bedingt!Wer Krebs verhindern will, sollte diese fünf Alltags-Regeln befolgen

Viele Krebserkrankungen lassen sich verhindern.
Viele Krebserkrankungen lassen sich verhindern.
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Nur „eine verschwindend geringe Zahl“ an Krebserkrankungen gehen auf genetische Faktoren zurück!
„Da haben die Umweltfaktoren wie Rauchen, Gift-Exposition, schlechte Luft, schlechte Ernährung, Übergewicht einen viel größeren Stellenwert“, erklärt Dr. Niko Andre, Leiter des Bereichs Onkologie bei AstraZeneca, im RTL-Interview. „Nur fünf bis zehn Prozent aller Krebsfälle“ sind genetisch bedingt! Bedeutet: Wer ein paar Regeln beachtet, kann sein eigenes Krebsrisiko um ein Vielfaches reduzieren.

Wie kann man das eigene Krebsrisiko senken?

Dr. Niko Andre ist Leiter des Bereichs Onkologie bei AstraZeneca.
Dr. Niko Andre ist Leiter des Bereichs Onkologie bei AstraZeneca.
Privat

Ein großer Teil der Krebsfälle könnte allein „durch bessere, gesündere Lebensumstände“ verhindert werden, weiß Dr. Niko Andre. Dazu gehöre neben beispielsweise dem Verzicht auf Rauchen und Alkohol und dem Einbauen von ausreichend Bewegung in den Alltag auch die Psyche. „Die Psyche ist ein ganz wichtiges Element.“ Ist sie nicht intakt, kann sie das Immunsystem schwächen.

„Und auch Krebs ist eine Erkrankung, bei der ein schwaches Immunsystem ein Risikofaktor ist.“ Im Umkehrschluss gilt: „Je stärker Ihr Immunsystem ist, desto stärker kann es sich auch gegen Krebs wehren.“

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Können Nahrungsergänzungsmittel Krebs verhindern?

Es gilt also, sein Immunsystem fit zu halten. Da könnte man auf die Idee kommen, mit Supplements, sogenannten Nahrungsergänzungsmitteln, nachzuhelfen. Was hält Dr. Andre von Superfoods und Co.?

„Wir sehen ja gerade in den letzten Jahren eine Wahnsinnszunahme auch über Social Media, insbesondere in diesem Bereich: Superfood und Ernährung, Supplements, und, und, und.” Aber: „Da muss man schon ganz klar sagen, das eine Superfood gegen Krebs gibt es nicht.” Supplements könnten sogar, „wenn die falsch angewendet werden, auch durchaus schädlich sein”.

Zudem mahnt Dr. Andre: „Da muss man eben häufig sagen, dass es in ganz vielen Bereichen einfach keine Beweise gibt, dass diese Ansprüche für Wirksamkeit in irgendeiner Art und Weise belegbar sind.“

Doch der Wissenschaftler hat auch eine gute Nachricht, die da lautet: „Wenn Sie sich […] gesund ernähren, haben Sie eigentlich alles, was Sie brauchen. Da brauchen Sie nichts zur Ergänzung.“

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Aber was genau bedeutet „gesunde Ernährung“? Welche Lebensmittel sollte man meiden, welche hingegen unbedingt essen, wenn man dem Krebs keine Chance gegen will?

So sieht die richtige Ernährung gegen Krebs aus

„Industriell hergestellter Zucker ist natürlich ein ganz schlechtes Lebensmittel, […] sollte eigentlich ganz klar reduziert oder weitestgehend vermieden“ werden, so Dr. Andre. Denn Zucker begünstigt Übergewicht, Übergewicht begünstigt ein schwaches Immunsystem und, wie wir jetzt wissen, erhöht ein schwaches Immunsystem das Krebsrisiko eines Menschen.

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Ansonsten gebe es „wenig Studien, die klar belegen können, dass bestimmte Lebensmittel das Krebsrisiko direkt erhöhen“. Doch wichtig sei, hauptsächlich auf möglichst unverarbeitete Lebensmittel zu setzen. Außerdem sollte eine ausgewogene Ernährung „Gemüse und Obst als Grundlage und natürlich Hülsenfrüchte, Ballaststoffe“ enthalten. „Dazu gehören Bohnen, Haferflocken, und so fort.“ Aber auch da gelte: „Wenn Sie sich jetzt einfach nur immer aus derselben Quelle ernähren, macht es auch wenig Sinn.“

Denn: „Der Körper braucht eine Diversität an Nahrungsmitteln, aber die sollten eben möglichst auch unverarbeitet und unprozessiert sein.“

Allerdings gelte wie bei so vielem: „Die Dosis macht das Gift.“ „Wenn Sie sich überwiegend gesund ernähren, ist es nicht schlimm, wenn Sie auch mal irgendwas mit Industriezucker essen. […] Es ist auch völlig in Ordnung, wenn Sie Milchprodukte essen, wenn Sie Fleisch essen – das muss alles ausgewogen sein.“

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Mit diesen fünf Alltags-Regeln könnt ihr Krebs vorbeugen

Was Dr. Andre im Interview erklärt hat, klingt wahrlich nicht nach einem Hexenwerk. Es sind lediglich einige wenige Regeln, die man im Alltag beachten sollte, wenn man sein eigenes Krebsrisiko reduzieren möchte. Hier nochmal alle Regeln zusammengefasst:

  • Verzicht auf Gifte wie Nikotin oder Alkohol

  • ausreichende Bewegung

  • auf eine gesunde Psyche achten

  • Übergewicht vermeiden

  • das Immunsystem stärken

Bei den letzten beiden Punkten hilft eine ausgewogene Ernährung, die Obst, Gemüse, Eiweiß und Ballaststoffe enthält. Beim Planen einer ausgewogenen Mahlzeit kann euch beispielsweise das Teller-Modell helfen – mehr dazu lest ihr HIER.

Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche