Ehemalige Freundin über den Kinderfänger von Halle:

Die pädophile Neigung von Sebastian L. sei bekannt gewesen

24. Dezember 2020 - 9:48 Uhr

Im Video: Eine ehemalige Freundin über Sebastian L.

Anfang Dezember hatte der verdächtige Täter ein sechs Jahre altes Mädchen entführt, missbraucht und in die eiskalte Saale geworfen. Das Mädchen konnte zum Glück gerettet werden. Doch wer tut einem Kind so etwas Schlimmes an? Wir haben mit einer ehemaligen Freundin des mutmaßlichen Entführers gesprochen. Elvira Maria Starke findet keine netten Worte über ihn – im Gegenteil: Im Video erzählt sie, dass er bereits als Pädophiler in dem Ort bekannt war.

Mutmaßlicher Entführer in Untersuchungshaft

Die Eltern hatten ihre sechsjährige Tochter bei der Polizei als vermisst gemeldet. Kurz danach hörte ein Jogger plötzlich Hilfeschreie aus dem Fluss. Der 45-Jährige zögerte keine Sekunde und sprang bei winterlichen Temperaturen ins Wasser.

Seit vergangener Woche sitzt der mutmaßliche Entführer in Untersuchungshaft. Überführt werden konnte er wohl wegen seiner markanten Frisur, die mehrere Menschen auf einem Phantombild erkannten.

Elvira Maria Starke war früher mit Sebastian L. auf einer Schule. Durch Zufall trafen sie irgendwann mal wieder aufeinander und bauten eine Freundschaft auf. Sie trafen sich hin und wieder und Elvira hatte ihn auch mal "zum Zocken" eingeladen. Er nahm seine Ex-Freundin mit und stellte sie als seine Frau vor – eine 14-Jährige. Zunächst hatte sich Elvira auch mit ihr angefreundet, doch schnell wurde ihr klar: So kann das nicht weitergehen.

Elvira beendete die Freundschaft wegen ihrer eigenen Tochter

Denn in der Nachbarschaft hatte sich rumgesprochen, dass er auf kleine Mädchen steht. Da Elvira selbst eine kleine Tochter hatte, beendete sie die Freundschaft. Hinterher stellte sie auch fest, dass Sebastian L. sie bestohlen hatte. "Ich habe ihn eingeladen mit seiner Ex-Freundin, sie durften bei uns schlafen und eines Tages ist meinem Ex aufgefallen, dass drei Spiele fehlen." Elvira wollte ihn zur Rede stellen und ging zu ihm nach Hause. Die Tür öffnete wohl seine damalige neue Freundin – eine 13-Jährige. Die Mutter des Mädchens war wohl auch im Haus und nahm Sebastian L. immer wieder in Schutz. Erst als ein Kumpel von Elvira ihn später noch einmal zur Rede stellte, gab er es zu und die Spiele zurück.

Am nächsten Tag wurde er von einer Ex-Freundin zu einem ortsbekannten Kiosk gelockt. "Dann standen die ganzen Väter der minderjährigen Mädchen vor ihm und haben auf ihn eingedroschen", erzählt Elvira. Offenbar kam er sogar danach ins Krankenhaus.

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"Er starrte Kinder an wie ein Pädophiler"

Elvira erinnert sich auch an den Wasserspieltplatz, wo Kinder im Sommer rumgeplantscht haben. "Da wurde erzählt, dass Sebastian mal gesehen wurde, wie er auch mal ein Foto gemacht hatte oder diese Kinder angesprochen hatte oder einfach nur rumgestarrt hatte, wie ein Pädophiler." Die meisten Eltern sollen aber nicht besorgt gewirkt haben.

Das letzte Mal sah Elvira den mutmaßlichen Entführer zwei Wochen vor seiner Festnahme. Da habe er extra weggeschaut und sei weitergegangen, um eine Diskussion mit ihr zu vermeiden. Sebastian L. soll schon immer ein Außenseiter gewesen sein, erzählt Elvira. Nach all ihrem Wissen über ihn und sein Verhalten, hätte Elvira zwar den Wunsch gehabt, ihn anzuzeigen, traute sich aber nicht, da sie vermutete, dass ihr die Polizei nicht glauben würde. Die Beweise fehlten ihr.