SPD-Gesundheitsexperte spricht im RTL-Interview

Karl Lauterbach über die Lage auf Mallorca: "Jeder muss selbst wissen, was er für ein Wagnis eingeht“

23. Juli 2021 - 17:08 Uhr

Im Video: So sieht Karl Lauterbach die aktuelle Situation auf Mallorca

Spanien – und somit auch die beliebte Urlaubsinsel Mallorca sowie die anderen Balearen-Inseln – gilt ab sofort als Hochinzidenzgebiet. Weil die Corona-Zahlen schon seit Wochen immer weiter steigen, will die Bundesregierung mit ihrer Änderung nun verschärfte Regeln bei Ein- und Ausreise beschließen. Bedeutet für die Urlauber: Zehntägiger Quarantäne-Aufenthalt nach der Rückreise.

Für den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach kommt diese Entscheidung nicht überraschend. Im RTL-Interview offenbarte der Politiker unter anderem, dass er selbst nicht in ein Land wie Spanien gereist wäre, wo man jeden Moment damit rechnen kann, dass eine Umstufung zum Hochinzidenzgebiet vorgenommen werden könnte. Mehr zu seiner Einschätzung der aktuellen Lage auf Mallorca und was laut ihm jetzt getan werden sollte, sehen Sie im Video.

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Wenig überraschend: Reisen sind in Zeiten von Corona noch immer mit Risiko verbunden

Restaurants, Bars und Co. müssen nachts wieder die Schotten dicht machen, die Delta-Variante ist weiter auf dem Vormarsch und auch die Corona-Zahlen und aktuellen Inzidenzwerte scheinen nicht weniger zu werden – im Gegenteil. Einzige Schlussfolgerung: Mallorca, sowie die restlichen Teile Spaniens, wurden jetzt von der Bundesregierung zum Hochinzidenzgebiet erklärt, Urlauber müssen somit mit neuen Einschränkungen rechnen und in Quarantäne, sollten sie nicht geimpft oder genesen sein.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist der Meinung, dass diejenigen, die schon vor dieser Entscheidung vor hatten, nach Mallorca oder aufs spanische Festland zu reisen, auf ein mögliches Umschwenken der Politik eingestellt waren: "Der Spanien-Urlauber wusste es kann jetzt losgehen. Er wusste, es kann – während man dort ist – umgestuft werden. Und jetzt ist es eben so weit." Laut ihm war es nur eine Frage der Zeit, bis Spanien diese Umstufung durchführt und bis die Regierung handelt – alleine weil man schon lange die steigenende Inzidenz beobachten konnte.

Für den Politiker ist aber nun eines ganz besonders wichtig: Die Deutsche Bevölkerung muss vor Reiserückkehrern, die sich potenziell mit Covid-19 infiziert haben könnten, geschützt werden. Daher hält er auch die Quarantäne-Regeln, die mit einer Umstufung auf ein Hochinzidenzgebiet einhergehen, für sinnvoll. In Zeiten von Corona ist und bleibt ein Urlaub ein Wagnis. Unsicherheiten können zum Beispiel durch Impfungen miniminert, aber nicht ganz aus der Welt geschaffen werden.

Lese-Tipp: Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet & Virusvariantengebiet: Was bedeutet welche Einstufung für Urlauber?

Was genau versteht man unter einem Hochinzidenzgebiet und welche Regeln gibt es?

Strand von Paquera auf Mallorca, Spanien, im zweiten Jahr der Corona-Pandemie Hochsaison Sommer 2021 -Strand von Paquera auf Mallorca, Spanien, im zweiten Jahr der Corona-Pandemie Hochsaison Sommer 2021 -, Mallorca Balearische Inseln Spanien Santanyi
Spanien-Urlauber wussten, was auf sie zukommen kann, so Karl Lauterbach.
© imago images/Chris Emil Janßen, Chris Emil Janssen via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Unter einem Hochinzidenz gebiet versteht man Risikogebiete mit besonderen Merkmalen, zum Beispiel einer besonders hohen 7-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner. Dieser Inzidenzwert liegt in solchen Gebieten häufig bei mehr als 200. Außerdem sind die Ein- und Ausreisebestimmungen verschärft: Wer aus einem Hochinzidenzgebiet einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne, welche jedoch durch einen negativen Test nach fünf Tagen vorzeitig beendet werden kann. Diese Regelung gilt auch für Kinder. Sind Sie bereits vollständig geimpft oder genesen und haben dies über das Einreiseportal übermittelt, muss die Quarantäne nicht angetreten oder kann frühzeitig beendet werden.

Welche Regeln ab sofort ebenfalls gelten, lesen Sie hier. (jdr/vdü)

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