Dr. Specht klärt auf

Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen können bei der Booster-Impfung auftreten?

Welche Impfreaktionen sind nach dem dritten Corona-Piks zu erwarten?
Welche Impfreaktionen sind nach dem dritten Corona-Piks zu erwarten?
© iStockphoto, LeManna

08. Dezember 2021 - 11:34 Uhr

Welche Impfreaktionen muss ich nach dem dritten Piks erwarten?

Bei der ersten und zweiten Corona-Impfung treten bei einigen Menschen leichte Impfreaktionen wie Müdigkeit oder Erkältungssymptome auf. Ist das beim dritten Piks genauso? Und wie ist das Risiko bei der Booster-Impfung in Bezug auf sehr seltene Impf-Nebenwirkungen wie Herzmuskelentzündungen oder Thrombosen?

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Geringere Nebenwirkungsrate durch mRNA-Impfstoffe

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen Personen ab 18 Jahren eine Booster-Impfung gegen Covid-19 – vor allem, wenn die zweite Impfung rund sechs Monate zurückliegt. Die Auffrischungsimpfung soll den Impfschutz noch einmal erhöhen und ihn langfristig aufrecht erhalten.

Genutzt werden für den Booster aktuell nur die Impfstoffe Comirnaty von Biontech/Pfizer sowie bei Personen ab 30 Jahren auch Spikevax von Moderna. Denn neben der größten Wirksamkeit weisen die beiden mRNA-Vakzine auch die geringste Nebenwirkungsrate auf. Im Vergleich zu den Vektor-Impfstoffen (AstraZeneca und Johnson & Johnson) seien sie grundsätzlich besser verträglich, bestätigt uns auch Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht.

Die sehr seltenen Hirnvenenthrombosen, wie sie nach Impfungen mit AstraZeneca und Johnson & Johnson gemeldet wurden, sind bei der Booster-Impfung mit Biontech oder Moderna dementsprechend nicht zu erwarten.

Diese Impf-Reaktionen können nach dem Booster auftreten

"Bei der Auffrischungsimpfung treten keine größeren Nebenwirkungen auf als bei der ersten oder zweiten Dosis", erklärt Specht. "Das liegt daran, dass das Immunsystem beim dritten Mal nicht verrückt spielt. Der Körper kennt die Antigene des Virus ja schließlich schon. Er bildet einfach weitere Antikörper."

Natürlich sei aber nicht auszuschließen, dass die "klassischen Nebenwirkungen" auch eintreten können. Das habe dann allerdings nicht direkt mit dem Booster an sich zu tun, sondern liege einfach daran, "dass Impfungen generell nun mal Nebenwirkungen mit sich bringen können", wie Specht weiter erklärt.

Bei den mRNA-Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna wurden nach der Impfung einige leichte Impfreaktionen gemeldet. Dazu zählen:

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  • Schmerzen oder Schwellungen an der Injektionsstelle
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • Übelkeit/Erbrechen
  • Schwellungen/Empfindlichkeit im Achselbereich

Zudem ist bekannt, dass bei jüngeren Menschen nach Impfungen mit mRNA-Präparaten in sehr seltenen Fällen Herzmuskelentzündungen auftreten können. Wie Stiko Anfang November mitteilte, zeigten aktuelle Meldeanalysen, dass die Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei jüngeren Menschen nach der Moderna-Impfung (Spikevax) häufiger beobachtet würden als nach der Biontech-Impfung (Comirnaty).

Kinder ab 12 sowie Jugendliche und Erwachsene unter 30 sollen laut der Stiko deshalb künftig nur noch mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer und nicht mit dem von Moderna geimpft werden. "Diese Empfehlung gilt sowohl für die Grundimmunisierung als auch für mögliche Auffrischimpfungen." Auch wenn zuvor ein anderer Impfstoff verwendet worden sei, solle für weitere Impfungen Biontech genutzt werden, hieß es.

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