Allgemeinmediziner klärt auf

Biontech und Moderna: Warum nur mit mRNA-Impfstoffen geboostert wird

Warum wird eigentlich nur noch mit Moderna oder Biontech, also den mRNA-Impfstoffen, geboostert?
Warum wird eigentlich nur noch mit Moderna oder Biontech, also den mRNA-Impfstoffen, geboostert?
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05. Dezember 2021 - 12:49 Uhr

Die Auffrischungsimpfung spielt eine wichtige Rolle in der vierten Corona-Welle

Booster-Impfungen sind aktuell DAS Thema: Wann bin ich dran? Wo kann ich mir den dritten Piks überhaupt abholen? Welchen Impfstoff bekomme ich, gibt es da Wichtiges zu beachten? Der ein oder andere dürfte sich vielleicht auch schon mal die Frage gestellt haben, wieso die Vektor-Vakzine von AstraZeneca und Johnson & Johnson für die Auffrischungsimpfung nicht mehr infrage kommen. Denn: Die dritte Impfung, also den Booster, gibt's nur mit Biontech oder Moderna – also mRNA-basierten Impfstoffen. Wieso das so ist, weiß Allgemeinmediziner Dr. Christoph Specht.

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Boostern mit mRNA-Impfstoffen: Allgemeinmediziner erklärt die Gründe

Auf der Webseite des Bundesministerium für Gesundheit, "Zusammen gegen Corona", wird noch einmal deutlich zusammengefasst: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt allen Personen ab 18 Jahren eine Booster-Impfung gegen Covid-19 – vor allem, wenn die zweite Impfung, die für die Grundimmunisierung gesorgt hat, rund sechs Monate zurückliegt. Die Auffrischungsimpfung soll den Impfschutz noch einmal erhöhen, "sie dient dazu, den Impfschutz langfristig aufrecht zu erhalten."

Genutzt werden dafür die Impfstoffe Comirnaty von Biontech/Pfizer und Spikevax von Moderna. Letzterer kommt allerdings nur für Personen ab 30 Jahren infrage. Warum eben genau diese Vakzine verwendet werden, ist simpel: "Biontech und Moderna kommen deswegen zum Einsatz, einfach weil sie die besten Impfstoffe sind", erklärt Allgemeinmediziner Dr. Specht im Interview mit RTL. "Außerdem sind sie da, wir haben genug zur Verfügung." Die beiden mRNA-Vakzine haben bei der besten Wirksamkeit zudem die geringste Nebenwirkungsrate. Im Vergleich zu den Vektor-Impfstoffen sind sie, so Specht, besser verträglich.

Lese-Tipp: Booster-Impfung erst nach sechs Monaten - oder doch lieber früher?

Darum kommen die Vakzine von AstraZeneca und Johnson & Johnson nicht zum Einsatz

Spritzen mit Dosen des Impfstoffes von AstraZeneca.
Eine Impfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca kommt in Deutschland nicht mehr infrage.
© REUTERS, DADO RUVIC, DR/TAD

AstraZeneca wird seit Ende November grundsätzlich nicht mehr in Deutschland verimpft: "AstraZeneca ist quasi tot. Es gab zu viele Nebenwirkungen und der Impfstoff ist einfach schlechter vermittelbar gewesen, da er nur eingeschränkt nutzbar war." Erst sollte das Vakzin nur bei jüngeren Menschen zum Einsatz kommen, später hat sich herausgestellt, dass nur die über 60-Jährigen eine Impfung mit AstraZeneca erhalten sollen.

Dennoch gibt es ja noch Johnson & Johnson: "Johnson & Johnson könnte man rein theoretisch nehmen. Momentan wird da an einer geeigneten Auffrischungsimpfung gebaut, aber das dauert noch. Als einmalige Vektor-Impfung scheint Johnson & Johnson aktuell einfach nicht effektiv genug – vor allem, wenn im Vergleich dazu zwei gut funktionierende mRNA-Impfstoffe zur Verfügung stehen."

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Zusammenfassend kann man also sagen: "Wir haben genug Dosen der mRNA-basierten Impfstoffe von Biontech und Moderna, die beiden Impfstoffe haben sich als äußerst wirkungsvoll erwiesen und es kommt zu verhältnismäßig wenigen Nebenwirkungen." (vdü)

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