Diskussion um den richtigen Booster

Piks gegen Corona: Welche Kreuzimpfung wirkt am besten?

Ist eine Booster-Impfung mit Moderna genauso gut?
Ist eine Booster-Impfung mit Moderna genauso gut?
© imago images/Peter Endig, Peter Endig via www.imago-images.de, www.imago-images.de

17. Dezember 2021 - 11:56 Uhr

Ist eine Booster-Impfung mit Moderna genauso gut?

Erst ein Piks mit AstraZeneca, dann Biontech dazu und jetzt noch Moderna hinterher? Schon seit Beginn der Impfkampagne werden sogenannte Kreuzimpfungen diskutiert. Warum soll es jetzt unbedingt Moderna sein?

+++ Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de +++

"Boosterimpfung" wirksamer mit einem anderen Impfstoff

Bei den Erst- und Zweitimpfungen wurden teilweise bereits zwei verschiedene Impfstoffe verabreicht – man spricht von einer sogenannten Kreuzimpfung. Auch bei der dritten Impfung kann man sich bedenkenlos mit einem anderen Impfstoff impfen lassen. Kreuzimpfungen haben sich sogar als noch wirksamer herausgestellt, so der Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs.

Damit der Impfstoff von Moderna, der eingelagert wurde, nicht verfällt, sollen Praxen und Impfzentren vorläufig nur noch begrenzt Biontech bestellen können und mehr Moderna impfen. Das bedeutet für viele, die als Erst- und Zweitimpfung ausschließlich Biontech oder AstraZeneca und Biontech bekommen haben, nun die Kreuzimpfung mit Moderna, wie ntv.de berichtet.

Moderna und Biontech gleichermaßen geeignet für Booster

Bisher hatte das Gesundheitsministerium bei einer mit einem mRNA-Impfstoff abgeschlossenen Grundimmunisierung empfohlen, diesen auch zum Boostern zu verwenden. "Für die Auffrischungsimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff verwendet werden, der bei der Grundimmunisierung verwendet wurde", heißt es dort. "Ist dieser nicht verfügbar, kann auch der jeweils andere mRNA-Impfstoff eingesetzt werden." Wer also bereits zwei Gaben Biontech hatte, sollte eine weitere bekommen.

Impfstoffforscher Leif Erik betonte aber, das Moderna und Biontech gleichermaßen für die Erstimpfung und das Boostern geeignet seien. Auch eine Kreuzimpfung mit beiden Stoffe sei sicher und gut verträglich.

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Nehmen, was man kriegen kann

Tomas Jelinek, Medizinischer Direktor des BCRT Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin, meint, dass es bei der Effektivität der Booster-Impfungen zwischen Biontech und Moderna kaum einen Unterschied geben dürfte. "Insofern kann man sich eine der mRNA-Impfungen geben lassen, was halt verfügbar ist, und wird in jedem Fall sehr ähnlich zumindest profitieren", sagte er ntv.de. So sieht es auch der Charité-Impfexperte Sander, der am Montag sagte: "Man sollte einfach das nehmen, was da ist." Auch mögliche Nebenwirkungen der Auffrischungsimpfungen gleichen Studien zufolge denen, wie sie nach den ersten beiden Spritzen auftreten können.

AstraZeneca wird in Deutschland nicht mehr berücksichtigt. Wer damit bereits geimpft wurde, soll laut Stiko eine Auffrischung mit Biontech oder Moderna bekommen.

Jens Spahn: "Wir halten nichts zurück"

In den kommenden Wochen bis zum Jahresende sollen jeweils zwei bis vier Millionen Dosen Biontech-Dosen ausgeliefert sein. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte: "Wir halten nichts zurück." Unterm Strich soll es bis Jahresende also 24,3 Millionen Dosen Biontech/Pfizer geben. Dazu kommen demnach unbegrenzte Moderna-Lieferungen je nach Bedarf, wobei 1,2 Millionen Dosen bereits geliefert wurden oder in der laufenden Woche werden, der Bund 16,5 Millionen Dosen auf Lager hat und 8,4 Millionen erwartet.

Von den beiden Impfstoffen stünden also bis zu 50 Millionen Dosen bis Ende Dezember bereit, so Spahn. "Das ist genug für alle anstehenden Impfungen." (ntv/dpa/jar)