Killer-Amöben fressen Gehirn auf

Nach Badeausflug im Fluss: 10-jähriges Mädchen kämpft um sein Leben

17. September 2019 - 11:59 Uhr

Parasiten in Gehirn von 10-Jähriger eingenistet

Es hört sich an wie eine Szene aus einem Horrorfilm, ist aber bittere Realität: In den USA liegt ein kleines Mädchen nach einem Schwimmausflug im Koma, weil sich eine Killer-Amöbe durch die Nase des Kindes ins Gehirn gefressen hat.

Wenige Tage nach dem Schwimmen beginnt der Alptraum für Lily

Nachdem Lily Mae Avant (10) aus Dallas Anfang September in einem Fluss schwimmen war, bekommt sie wenige Tage später starke Kopfschmerzen und Fieber. Ihre Schmerzen sind so schlimm, dass die Eltern sie in die Notaufnahme bringen. Dort bekommen sie die furchtbare Diagnose: Ihre Tochter hat eine lebensgefährliche Hirnhautentzündung, ausgelöst durch den Parasiten Naegleria fowleri. Im Video sehen sie die Geschichte der kleinen Lily und wie ihre Überlebenschancen stehen.

Nur sehr wenige Menschen überleben den Parasiten Naegleria fowleri

Amöbe Naegleria Fowleri
Naegleria fowleri unter dem Mikroskop. Wer sich mit den gefährlichen Amöben infiziert, hat kaum Überlebenschancen.
© iStockphoto

Beim Naegleria fowleri handelt es sich um eine Amöbenart, die bevorzugt in warmen Süßgewässern (über 30°C), wie Seen und Flüssen, lebt. Auch in schlecht desinfizierten Pools kann sie sich ausbreiten. Im Gegensatz zu Deutschland ist der Parasit besonders stark in den Südstaaten der USA und in Australien verbreitet. Das Tückische: Wer sich den Parasiten einfängt, hat kaum Überlebenschancen. Einer Recherche von "ABC News" zufolge gibt es in den USA seit 1962 145 Infektionsfälle - wovon nur vier Menschen die aggressive Killeramöbe überlebt haben. Und nun kämpft die kleine Lily um ihr Leben. Ihre Familie ist aber zuversichtlich, dass ihr Kind Naegleria-fowleri-Überlebende Nummer fünf sein wird.

Wenn Wasser in die Nase gelangt, wird es gefährlich

Laut dem Robert-Koch-Institut kann es bereits nach einmaligem Kontakt mit der gefährlichen Amöbe zur Infektion kommen. Wer die Amöbe schluckt, hat nichts zu befürchten, wie die amerikanische Gesundheitsbehörde "Centers for Disease Control and Prevention" (CDC) mitteilt. Gelangt der Parasit allerdings in die Nase, kann er sich ins Gehirn fressen und dort lebensgefährliche Entzündungen von Gehirn und Hirnhaut auslösen. Wer in warmen Süßgewässern schwimmt, sollte immer darauf achten, den Kopf über Wasser zu halten und zusätzlich eine Nasenklemme tragen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind bisher noch keine Fälle in Deutschland bekannt.

Naegleria fowleri - Die Symptome

Symptome der Krankheit sind laut dem Robert Koch-Institut starke Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Nackensteifigkeit. Im weiteren Verlauf kommt es zu Halluzinationen. Innerhalb weniger Tage fallen die Betroffenen wie Lily ins Koma, nach einer Woche endet die Infektion tödlich. Aufgrund des aggressiven Verlaufes ist bis jetzt eine rechtzeitige und damit effiziente Therapie noch nicht gelungen.