Behörden warnen

Hirnfressende Amöbe im Leitungswasser - jetzt ist dieser süße Junge tot

29. September 2020 - 9:18 Uhr

Tödliche Infektion mit dem Erreger

Josiah wurde nur sechs Jahre alt. Er starb, weil er mit Leitungswasser in Berührung kam! In dem Wasser lauterte eine tödliche Gefahr: eine hinfressende Amöbe. Josiahs verzweifelte Mutter sagt dem RTL-Partner-Sender ABC: "Ich will doch nur meinen Jungen zurück."

Hirnfressende Amöbe "Naegleria fowleri" im Leitungswasser

Am 3. September sagt Josiah seiner Mutter, dass es ihm nicht gut gehe. Ärzte finden die hirnfressende Amöbe im Körper des Jungen. Fünf Tage später ist Josiah tot. Die Bürger von acht Gemeinden im US-Bundesstaat Texas sollten ihr Leitungswasser nur noch benutzen, um die Toilette zu spülen, berichtet CNN. Im Wasser konnten Forscher die hirnfressende Amöbe "Naegleria fowleri" nachweisen. Der Parasit kann bei Kontakt mit dem menschlichen Körper tödliche Folgen haben: indem er in die Nase gelangt und eine Hirnhautentzündung (Primäre Amöben-Meningoenzephalitis, PAM) auslöst.

Wassersystem soll desinfiziert werden

Naegleria fowleri
Naegleria Fowleri unter dem Mikroskop. Wer sich mit den gefährlichen Amöben infiziert, hat kaum Überlebenschancen.
© iStockphoto

Das öffentliche Wassersystem soll nun desinfiziert und gespült werden. Anschließend werde es erneut auf Spuren des Erregers untersucht, erklärten die Behörden. Nach Angaben des "Spiegels" gilt die Warnung vor der hirnfressenden Amöbe inzwischen nur noch für die 27.000-Einwohner-Stadt Lake Jackson. Die dortigen Bewohner dürfen das Leitungswasser auch wieder benutzen, sollten es vor dem Trinken aber abkochen. Beim Baden und Duschen sollte kein Wasser in die Nase gelangen.

Fast alle Fälle verliefen tödlich

Laut Robert Koch-Institut sind weltweit etwa 250 Fälle von Primärer Amöben-Meningoenzephalitis (PAM) bekannt, allerdings wird von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Mehr als 90 Prozent der Fälle verliefen tödlich. Allein in den USA sind laut CDC 145 Fälle zwischen 1962 bis 2018 bekannt. Nur vier Menschen überlebten.

Vor einem Jahr starb die zehnjährige Lily Mae Avant in den USA an PAM. Das Mädchen hatte sich beim Baden in einem Fluss mit der tödlichen Amöbe infiziert.