Ich bin auf dem Weg ins Erzgebirge – und gespannt, was mich gleich erwarten wird. Ich komme in einem kleinen Dorf an und betrete ein Haus, es wirkt verlassen. Die Begrüßung ist freundlich:
Das Haus wirkt auf mich wie eine seltsame Mischung aus Industriegebäude, Wohnhaus, Kirche und Klassenzimmer. Ich sehe Kreuze an den Wänden, aber auch Tafeln und Bücher, wie in einer etwas veralteten Schule. Rund 20 Leute sind hier versammelt, ich schätze im Alter von 5 bis 50. Dann soll zu meiner Überraschung erst einmal gemeinsam gesungen werden.
Es folgen Gebete - und die machen mich ganz schön stutzig:
Bei diesem etwas bizarren „Gottesdienst“ geht es offenbar auch um einen Kampf gegen das deutsche Schulsystem. Das strebe angeblich eine Standardisierung an, es werde geradezu verhindert, dass der Einzelne gefördert werde – das werden wir dazu später von dem Rechtsanwalt der Verantwortlichen hier hören.
Ich komme mit Eltern ins Gespräch – sie berichten mir, dass es in diesen Räumen schon einmal eine Schule gab.
Das alles wirkt auf mich wie eine Sekte – mit höchst unterschiedlichen Mitgliedern. Laut Anwalt ist das hier ein Verein mit einem christlichen Wertekanon, weltoffen und unpolitisch. Mein Eindruck dagegen: Hier sind vor allem Reichsbürger, Querdenker und Esoteriker versammelt – und ihre Kinder sollen offenbar entsprechend aufgezogen werden.
Angeblich will ich hier ja auch mein Kind unterrichten lassen – gleich werde ich die Leiterin kennenlernen. Was die mir sagen wird, finde ich richtig erschreckend.
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