Fatale Folgen für Familienvater: Horror-Befund durch KI?! Falsche Diagnose kostet Alex den Job
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Eine Diagnose durch künstliche Intelligenz hätte Alex Liefermann fast auf den OP-Tisch gebracht. Erst mal ein Schock. Etwa zwei Wochen lang glauben Alex und seine Familie, dass er operiert werden muss. Bis kurz vor dem Termin. Wie er sich jetzt versucht zu wehren, erfahrt ihr im Video.
Das ist der Mann, den eine Diagnose durch künstliche Intelligenz fast auf den OP-Tisch gebracht hätte.
„Da hab ich gedacht, ich bin im falschen Film. Ich war völlig perplex. Ich konnte das überhaupt nicht glauben. Es ging ganz viel durch den Kopf und natürlich eine gewisse Wut."
Der Düsseldorfer ist wütend darüber, dass man seinen eigentlich gesunden Körper operieren wollte.
„Ich will die Wahrheit ans Licht haben. Und ich will aufklären."
Unser Reporter ist auf dem Weg nach Düsseldorf. Dort trifft er Alex Liefermann, der ihm seinen Fall schildert.
„Was ist passiert?"
„Ich hatte Blut im Urin, bin dann zu meinem Urologen gegangen, hat dann eine Blasenspiegelung gemacht und hat mich aber zur weiteren Abklärung, weil man dort erst mal nichts Auffälliges sehen konnte, mich zur weiteren Behandlung weitergeschickt zu einer CT-Aufnahme. Und dann kam zwei Tage später die der Befundbericht und der hat dann gesagt, dass ich beidseitige Nierensteine habe, operativ nur noch entfernbar.
Erst mal ein Schock. Etwa zwei Wochen lang glauben Alex und seine Familie, dass er operiert werden muss. Bis kurz vor dem Termin.
„Ich war schon drei Stunden da, musste dann noch mal raus. Ja, und dann kam noch mal, dass man noch mal ein Röntgenbild machen würde. Dann habe ich gesagt Ja gut, dann macht man ein neutrales Röntgenbild. Ja, und dann bin ich noch mal rein. Und er sagte: Da ist überhaupt nichts. "
„Das ist also kurz vor der OP. Ja."
Eigentlich eine gute Nachricht. Doch wie kann das sein? Auf Nachfrage beim Röntgeninstitut den Befund noch mal zu prüfen, heißt es, dass beidseitig keine Nierensteine mehr nachweisbar seien. Mit der Erklärung.
Auf den von der künstlichen Intelligenz berechneten Bildern handelt es sich nicht um echte röntgendichte Konkremente, sondern um nicht heraus gerichtetes Kontrastmittel.
Hat hier also eine künstliche Intelligenz eine falsche Diagnose gestellt?
„Was haben die denn dazu gesagt, dass das da vielleicht gar keiner mehr drauf geguckt hat oder so? Sie haben die dann damit konfrontiert, oder nicht?"
„Ja, das habe ich getan. Ich habe die da um Stellungnahme, aber da gab es nur einen kurzen Anruf. Eine Entschuldigung habe ich schriftlich nicht bekommen. Erst drei Wochen später hat mich die Geschäftsführung angerufen und behauptet jetzt, dass man würde in dem Unternehmen keine künstliche Intelligenz anwenden, heißt es, und es sei eine Spritze und eine Mitarbeiterin schuld."
Dazu will unser Reporter das Röntgeninstitut später noch einmal selbst befragen. Denn die Folgen für Alex sind fatal. Der Familienvater hatte damals gerade erst einen neuen Job, Als er seinem Arbeitgeber von der anstehenden Operation berichtet, wird er noch in der Probezeit gekündigt?
„Ich war durch, weil, natürlich geht vieles im Kopf. Man musste den Arbeitgeber informieren. Ich war in dieser Zeit in der Probezeit und habe gedacht okay, wie wird er reagieren? Dass ich dann die Kündigung eingefangen hat, mich natürlich dann noch mal weggerissen."
Alex Lifermann ist kein Einzelfall. Die Weltgesundheitsorganisation warnt schon länger vor einem leichtfertigen Einsatz künstlicher Intelligenz. Mit der zunehmenden Verwendung der neuen Technologie im Gesundheitsbereich seien Fehler und gesundheitliche Schäden unvermeidbar. Gleichzeitig ist KI für die moderne Medizin eine große Unterstützung. Hier im Uniklinikum Dresden hilft sie beispielsweise bei der Früherkennung von Brustkrebs.
„Wir wissen einfach, dass es nie müde. Das macht immer die Analysen gleich und sichert auch wirklich eine gute Detektion von bösartigen Befunden. Und insofern kann man ein bisschen mehr Sicherheit geben."
In dieser Seniorenresidenz hilft ein intelligentes System dabei, die Pflegekräfte zu entlasten, indem optische Sensoren erkennen, wenn etwa ein Bewohner ohnmächtig wird und stürzt. Hier nachgestellt durch ein Teammitglied.
„Das heißt, wenn jetzt ein Sturz stattfindet, dann meldet sich das System. Wenn die App nicht jetzt gerade drauf ist, ruft er automatisch an und sagt: Da wir jetzt zum Beispiel, jetzt hat er zum Beispiel gerade einen Sturz in Zimmer 121 gemeldet."
KI kann also helfen, wenn sachkundige Menschen das Ergebnis prüfen. Der Fall von Alex Lifermann zeigt aber, dass das offenbar nicht immer funktioniert. Unser Reporter will nach der falschen Nierensteindiagnose von dem Röntgeninstitut wissen. Hat man hier blind der KI vertraut? Die schriftliche Antwort überrascht.
„Der Verweis auf KI im ersten Gespräch des behandelnden Arztes mit Herrn Lifermann erfolgte irrtümlich. Dieser Fall ist bedauerlich. Er hat aber nichts mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz im Bereich der diagnostischen Radiologie zu tun."
Obwohl Alex Liefermann schriftlich hat , dass bei seiner Untersuchung KI genutzt wurde, streitet das Institut nun alles ab. Für Medizin Rechtsanwalt Andreas Lamprecht ist klar: Der Arzt steht so oder so in der Haftung."
„Der Arzt muss muss für die Diagnose einstellen. Egal, welche Hilfsmittel er sich dann bedient. Letztendlich, wenn es die künstliche Intelligenz ist. Ganz abgesehen davon, dass es natürlich den Patienten darauf hinweisen muss, muss er natürlich für den Fehler an sich einstehen und dann auch die Konsequenzen tragen, wenn es zum Schaden führt beim Patienten."
Bis zu 5.000 Euro Schmerzensgeld seien bei kleineren Fehlbehandlungen üblich. Andreas Lamprecht hat zudem eine klare Forderung für den künftigen Umgang mit KI in der Medizin.
„Was natürlich passieren muss, ist, dass die Gesetzgebung das natürlich berücksichtigt, dass wir natürlich jetzt gerade in so ein neues Zeitalter gehen mit der künstlichen Intelligenz. Und das muss der Gesetzgeber natürlich berücksichtigen, dass man als Patient dann an der Stelle auch Beweiserleichterungen hat, dass es mir natürlich leichter fällt, einen entsprechenden Fehler nachzuweisen."
Rechtsanwalt Andreas Lamprecht wird nun gemeinsam mit Alex Liefermann den Rechtsweg beschreiten. Ein kleiner Hoffnungsschimmer auf eine mögliche Entschädigung.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche

