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Frankfurt: Prozess um "NSU 2.0"-Drohschreiben beginnt mit Stinkefinger-Gruß

Angeklagter mit doppeltem Statement

Prozess um "NSU 2.0"-Drohschreiben beginnt mit Stinkefinger-Gruß

Prozess um "NSU 2.0"-Drohschreiben beginnt mit Stinkefinger- Angeklagter mit doppeltem Statement
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Angeklagter mit doppeltem Statement
Prozess um "NSU 2.0"-Drohschreiben beginnt mit Stinkefinger-

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Vor dem Frankfurter Landgericht begann am Mittwochmorgen der Prozess um die „NSU 2.0-“ Drohschreiben. Der mutmaßliche Verfasser, der sich wegen Beleidigung in 67 Fällen, versuchter Nötigung und Bedrohung verantworten muss, begrüßte die Presse mit zwei erhobenen Mittelfingern.

Ist Alexander M. wirklich der alleinige Täter?

Was Alexander M. vom heutigen Prozessauftakt hält, zeigte er deutlich in Form seiner erhobenen Mittelfinger. Der 54-Jährige soll unter dem Pseudonym „NSU 2.0“ hunderte Drohschreiben mit rassistischen Beleidigungen und Todesdrohungen verfasst haben. Laut Anklage soll der Berliner der alleinige Täter sein.

Nachdem der damals 53-Jährige in seiner Berliner Wohnung im Mai 2021 festgenommen wurde, war auch die Drohserie zu Ende gegangen. 2018 hatte alles damit angefangen, dass die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Bassay-Yildiz und ihre Familie Todesdrohungen erhielt. Auch mehrere Linken-Politikerinnen und die Kabarettistin Idil Baydar erhielten Drohschreiben, unterzeichnet mit „NSU 2.0“. Wie die privaten Daten der betroffenen Frauen von den Polizeirechnern abgefragt werden konnten, ist eine der großen Fragen, die im Prozess geklärt werden müssen.

Angeklagter weigert sich, seine Adresse zu nennen

Botschaft voller Hass: Der Angeklagte im NSU 2.0-Prozess in Frankfurt mit eindeutiger Pose.
Botschaft voller Hass: Der Angeklagte mit eindeutiger Pose.
Simon Wahler, RTL, RTL Hessen

Bei der Verlesung der Anklageschrift wechselte sich die Staatsanwältin mit ihrem Kollegen ab. Dabei wurde jedes einzelne Drohschreiben verlesen – alle gefüllt mit Schimpfwörtern, Todesdrohungen und Gewaltfantasien. Während der Anklage zeigte sich Alexander M. desinteressiert. Der 54-Jährige weigerte sich, seine Wohnadresse zu nennen: "Ich sage die nicht in öffentlicher Sitzung. Schlimm genug, dass die Presse schon die Anklageschrift hat,“ sagte Alexander M..

Die Presse ist für Alexander M. ein klarer Feind. Genauso wie Politiker, Polizisten und TV-Moderatoren. Diese soll er als "Volksschädlinge" beschimpft haben.

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Angeklagter nicht nur wegen Drohschreiben vor Gericht

Neben den Nötigungen und Bedrohungen werden Alexander M. die Aufforderungen zu öffentlichen Straftaten, Volksverhetzungen, der Besitz kinder- und jugendpornografischer Schriften und ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Zunächst sind 14 Verhandlungstage bis Ende April angesetzt. (dpa/ast)

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