Sie pflegte einen extremen SchönheitskultSchönheit über alles! Kaiserin Sisis geheime Beautyrezepte

Kaisern Sissi und ihre Schönheitsrituale
Kaiserin Sisi hatte viele Schönheitsrituale, die auch heute noch aktuell sind.
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Rohes Fleisch als Saft und „Coldcream“ für die Haut!
Die Kaiserin wurde für ihren makellosen Teint und das fast bodenlange Haar bekannt. Doch ihre Schönheit war auch harte Arbeit, für ihr perfektes Aussehen brachte Sisi viele Opfer. Stundenlange Routinen gegen das Altern standen auf ihrer Tagesordnung. Sisi pflegte einen extremen Schönheitskult. Aber was ist dran an den Beautygeheimnissen der Kaiserin?

Kaiserin Sisi im Schönheits- und Diätwahn! Saft aus rohem Fleisch

Sie galt als schönste Frau Europas: Kaiserin Elisabeth von Österreich (1837–1898), besser bekannt als „Sissi“ aus den Romy-Schneider-Filmen. Doch dafür tat Sisi, wie sie in Wirklichkeit geschrieben wurde, eine ganze Menge: Immer neue Rezepturen testete die Kaiserin, um den Glanz des prachtvollen Haars und das Strahlen ihrer Haut zu erhalten. Manche davon klingen heute fragwürdig, doch viele von Sisis Schönheitsmitteln können mit modernen Kosmetikprodukten mehr als mithalten, wie eine Dermatologin bestätigt.

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Sisi war sehr fanatisch, was ihr Aussehen anging. Bei einer Größe von 1,72 Metern wog sie zeitlebens gerade mal 50 Kilogramm und hatte einen Taillenumfang von 50 Zentimetern – was sie mithilfe eines Korsetts, aber vor allem durch eine radikale Diät erreichte. Mit einer Orangen-, Eier- oder einer Milchdiät, gesalzenem rohem Eiweiß statt eines Mittagessens hielt sie ihr Körpergewicht.

Sissi mit Hund
Schmale Taille, schlanke Figur: Kaiserin Elisabeth galt als das Schönheitsideal der modebewussten Damen ihrer Zeit.
deutsche presse agentur

Täglich wurde das kontrolliert und die Waage durfte nie mehr als 50 Kilogramm anzeigen. Um trotzdem bei Kräften zu bleiben, trank sie den Saft von ausgepresstem, rohem Rind- oder Kalbfleisch. Was die Schlankheitsfanatikerin damals allerdings nicht ahnte: Große Mengen Fleischsaft sind gesundheitsschädlich. Dermatologin Dr. Uta Schlossberger warnt: „Diese proteinreiche Ernährung kann langfristig das Säure-Basen-Gleichgewicht durcheinanderbringen. Studien haben gezeigt, dass dadurch das Risiko für Osteoporose, Diabetes und Rheuma ansteigt.“

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Bei Sisi duftet der Stuhlgang nach Veilchen

Kaiserin Sisi Veilchensorbet Rezept
Von Veilchensorbet konnte Sisi nicht genug bekommen.
iStockphoto

Was trotz Diät nie fehlen durfte, war Sisis geliebtes Veilchensorbet (siehe Rezept unten). Das schmeckte nicht nur gut, es hatte auch eine ziemlich kuriose Nebenwirkung: Die Duftstoffe von Veilchen werden nämlich nicht mitverdaut, sondern ausgeschieden. Die Folge: Bei Kaiserin Sisi roch selbst der Stuhlgang nicht wie bei gewöhnlichen Leuten – er duftete angemessen majestätisch nach Veilchen.

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Rezept für Sisis Veilchensorbet

  • Zutaten:

  • Eine Handvoll Veilchenblätter

  • 125 Gramm Zucker

  • Etwas warmes Wasser

  • Zubereitung:

  • Veilchenblätter im Mörser zerstoßen. Wasser und Zucker dazu geben. Nach einer Stunde in eine Form gießen und ins Gefrierfach stellen. Zwischendurch öfter umrühren, damit es weich bleibt.

Vorreiterin der Collagen-Maske! Rohes Kalbfleisch fürs Gesicht

Im Hinblick auf Kosmetik beschritt Sisi Neuland und das hieß: keine Schönheit ohne Gesichtsmasken. Und auch hier setzte sie auf rohes Fleisch! Da sie sehr experimentierfreudig war, legte sie sich rohes Kalbsfleisch, das sie unter einer Ledergesichtsmaske trug, über Nacht aufs Gesicht. Da rohes Kalbfleisch Collagen enthält, hatte die Maske straffende Effekte für die Haut. Außerdem verstärkt das Eiweiß im Kalbsfleisch die Gewebestruktur der Haut.

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Neben Gurkenmasken, die das Gesicht kühlten, verwendete Sisi vorwiegend eine Gesichtsmaske, die aus frischen Erdbeeren bestand. Die reifen Früchte wurden zerdrückt und als cremige Masse auf das Gesicht aufgetragen. Auf der Haut wirken vor allem die Fruchtsäuren, die in den Erdbeeren stecken. Dermatologen gehen heute davon aus, dass die Fruchtsäuren eine verjüngende Wirkung haben.

Abends badete sie in warmem Olivenöl oder heißem Wasser mit acht Pfund Meersalz und wickelte sich zusätzlich essiggetränkte Laken um die Hüften, um die Durchblutung anzuregen und das Hautbild zu verbessern.

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Ob Reiten, Turnen oder Gymnastik – Sisi betrieb Sport bis zum Exzess

Sport spielte eine enorm große Rolle in Sisis Leben. Sie stand gegen sechs Uhr morgens auf, nahm ein kaltes Bad und ließ sich anschließend massieren. Danach folgten Turnen und Gymnastikübungen, ein karges Frühstück und die stundenlange Prozedur des Frisierens.

Sisi war wohl die beste Reiterin Europas im 19. Jahrhundert. Sie saß bis zu acht Stunden täglich im Sattel und scheute kein Risiko. Als sie älter wurde – und sich aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf ein Pferd setzte – marterte Sisi ihren Körper mit stundenlangen Übungen am Barren, an den Ringen, mit Hanteln, Schwimmen und ausufernden Gewaltmärschen. Auch Fechten lernte die damals 44-Jährige noch und ihre Hungerkuren wurden noch extremer.

Stundenlanges Frisieren und Geheimtrick gegen Spliss

Ihr Markenzeichen waren die aufwendigen Frisuren: Die tägliche Haarpflege dauerte bis zu drei Stunden und die Stimmung der Kaiserin hing stark davon ab, wie die Frisur gelang. Gegen Spliss setzte Sisi eine Tinktur aus Brennnesseln, Zitronenwasser und Apfelessig ein und alle 14 Tage pflegte sie ihre Haare mit einer Mixtur aus Cognac und Eigelb.

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Rosenwasser, Cremes und feine Öle für die Schönheit

Eines der wichtigsten Schönheitsmittel, die die österreichische Kaiserin nutzte, war die sogenannte „Coldcream“, die schon bei den Griechen bekannt war. Bei Sisi wurde sie noch verfeinert. Die Creme bestand aus weißem Wachs, Walrat, Mandel- und Sesamöl sowie aus Rosenwasser. Walrat ist ein Fett, das aus den Stirnhöhlen des Pottwals gewonnen wurde. Ein wesentlicher Vorteil des Walrats bestand darin, dass er geruchsneutral war.

Die Coldcream war auch die Grundlage für eine Sonnencreme, die Sisi benutzte. Außer den Zutaten Wachs, Mandelöl, Sesamöl und Rosenwasser enthielt die Sonnencreme noch Zink und Talk. Zink wirkte als Sonnenfilter und die Creme hatte aus heutiger Sicht einen Sonnenschutzfaktor von 25. Denn zu Zeiten Sisis entsprachen helle Haut und noble Blässe dem absoluten Schönheitsideal des Adels.

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Von der Hautärztin geprüft: Drei Beauty-Rezepte von Sisi, die heute noch empfehlenswert sind

Als Kaiserin von Österreich konnte Sisi sich die wertvollsten Pflegerohstoffe leisten. Durch ihre weitreichenden Kontakte war sie außerdem bestens informiert, welche Schönheitsmittel an anderen Höfen gerade in Mode waren. Und so verwendete sie die beste und effektivste Schönheitspflege, die es zu jener Zeit gab. Ein paar Beispiele:

  • Sisis Super-Shampoo aus Cognac* und Eigelb: Mit diesem Shampoo ließ sich Sisi alle drei Wochen die Haare waschen. Weil sie so langes Haar hatte, dauerte die Prozedur inklusive Trocknen einen ganzen Tag. „Ich bin eine Sklavin meiner Haare“, soll die Kaiserin einmal entnervt geäußert haben.
    Die Bewertung durch Dr. Schlossberger: „Cognac reinigt die Haare von Kalkablagerungen und stimuliert die Durchblutung der Kopfhaut. Die enthaltenen Tannine fördern die Aufnahme von Vitamin C. Eigelb gleicht den Feuchtigkeitshaushalt der Kopfhaut aus und stärkt mit Vitamin A, Selen und Zink Haar und Haarwurzeln.“

  • Gesichtsmaske aus zerquetschten Erdbeeren mit Regenwasser: Das sagt die Hautärztin: „Die Fruchtsäure wirkt wie ein Fruchtsäurepeeling: Die Haut wird gereinigt, durchblutet und von abgestorbenen Hautzellen befreit.“

  • Gesichtscreme aus Bienenwachs, Rosenwasser, Mandelöl* und Walrat (ein Fett aus dem Kopf von Pottwalen)
    „Das ist im Prinzip eine klassische Coldcream – also eine schöne, reichhaltige Pflege für trockene Haut ab 35 oder 40.“

Ein paar von Sisis geheimen Beautytricks sind heute noch absolut zu empfehlen, sagt Dr. Uta Schlossberger, Hautärztin aus Köln. Die Mittel haben sogar einen Vorteil gegenüber modernen Produkten: Sie bestehen alle aus natürlichen Zutaten.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche