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Deutsche Botschaft kontert Russen-Propaganda: "Wir können nicht schweigen"

Von wegen "Entnazifizierung" in der Ukraine!

Deutsche Botschaft kontert Russen-Propaganda: "Wir können nicht schweigen"

Ukraine-Flagge
Die deutsche Botschaft in Südafrika konnte die russische Propaganda im Bezug auf den Ukraine-Krieg offenbar nicht mehr hören. (Foto: Motivbild)
aju nwi, dpa, Jussi Nukari

Da ist den Mitarbeitern der deutschen Botschaft in Südafrika offenbar der Kragen geplatzt. „Es tut uns leid, aber wir können nicht länger schweigen“, kommentierten sie einen Tweet der russischen Botschaft. Die hatte sich öffentlich bei ihren Followern für deren Solidarität in der Ukraine-Krise bedankt. Doch die Propaganda-Aussagen, die dann folgten, waren offenbar zu viel für die deutschen Amtskollegen.

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Deutsche Botschaft kritisiert Nazivergleich

„Wir freuen uns über eure Unterstützung und sind froh, dass ihr auf unserer Seite seid, wenn Russland wie vor 80 Jahren gegen den Nationalsozialismus in der Ukraine kämpft“, hatten die Russen getwittert. Die deutsche Auslandsvertretung kommentierte prompt: „Das ist einfach viel zu zynisch. Was Russland in der Ukraine tut, ist unschuldige Kinder, Frauen und Männer für den eigenen Profit abzuschlachten“, hieß es in der deutschen Antwort.

Doch besonders der Nazi-Vergleich kam bei den Botschaftsmitarbeitern gar nicht gut an. Russland kämpfe in der Ukraine nicht gegen Nationalsozialismus, hieß es in dem Twitter-Konter. „Jeder, der darauf reinfällt, sollte sich schämen“, twitterten die Deutschen und fügten hinzu: „Traurigerweise sind wir sozusagen die Experten für Nationalsozialismus.“

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Putin rechtfertigt Einmarsch in Ukraine mit radikalen Vokabeln

Wladimir Putin spricht offiziell nicht von Krieg in der Ukraine. Für ihn ist das Ganze eine „militärischen Spezialoperation" zur "Entmilitarisierung und Entnazifizierung" des Landes. Seiner Propaganda zufolge sollen die russischen Truppen einen „Völkermord“ verhindern. Wie genau ein Land „entnazifiziert“ werden kann, indem man den jüdischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stürzt, oder wie in den von prorussischen Separatisten kontrollierten Gebieten ein „Völkermord“ an einer russischen Minderheit stattfinden soll, erklärt der Kreml nicht.

Bei den Twitterusern kam es gut an, dass die deutsche Botschaft in Südafrika die vorgeschobenen russischen Begründungen für die Invasion nicht einfach unkommentiert hinnehmen konnte. Während der ursprüngliche Propaganda-Tweet gerade einmal rund 14.000 „Gefällt mir“-Angaben hatte, hinterließen fast 38.000 User bei der klaren Antwort der Deutschen ein Herz (Stand: 05.03.2022, 22:30 Uhr). „Diese Antwort macht mich so stolz“, kommentierte ein User. „Danke Deutschland, dass ihr dem widersprecht“, hieß es in einem anderen Kommentar. (jgr)

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