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Olaf Scholz in Israel: Bei dieser Rede kommen dem Kanzler die Tränen

So emotional haben wir den Kanzler noch nie gesehen

Olaf Scholz kommen fast die Tränen, als er von "deutscher Verantwortung" spricht

Emotionaler Moment: Scholz appelliert an Frieden in Europa Bei seiner Rede in Israel
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Bei seiner Rede in Israel
Emotionaler Moment: Scholz appelliert an Frieden in Europa

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Für Bundeskanzler Olaf Scholz war der Antrittsbesuch in Israel auch eine emotionale Herausforderung. Trotz des Kriegs in der Ukraine hatte Scholz auf den Besuch bestanden – in einer Pressekonferenz hat der Kanzler sichtlich feuchte Augen. Einer der wichtigsten Programmpunkte war für ihn ein Besuch in der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem, erklärte er deutlich angefasst.

Dem Bundeskanzler stockt die Stimme bei Pressekonferenz in Jerusalem

„Man spürt das furchtbare Verbrechen, das dort vor allem von Deutschen an den europäischen Juden verübt worden ist“, so Scholz. „Und aus dieser Geschichte erwächst eine ganz besondere Verantwortung“, sagt er stockend. Diese Verantwortung habe Deutschland nicht nur gegenüber dem Staat Israel. Für die Bundesrepublik erwachse daraus auch eine Verantwortung, „für eine Friedensordnung in Europa zu werben, die Kriege in Europa ausschließt“, so Scholz. Mit dem Bildern der leidenden Zivilisten in der Ukraine im Kopf konnte auch er seine Emotionen vor den versammelten Journalisten offenbar nur schwer kontrollieren.

Naftali Bennett, der Premierminister von Israel, bedankte sich bei Scholz, dass er trotz der Lage auf einen Besuch von Yad Vashem bestanden habe. „Ich sehe, dass er nicht nur gedanklich dabei war, sondern auch mit seinem ganzen Herzen“, erwiderte Bennett gerührt auf Scholz ungewöhnlich emotionale Worte.

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Scholz appelliert weiter an Russland, Kämpfe einzustellen

Scholz will sich dafür einsetzen, dass die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine bald fortgesetzt werden. „Natürlich geht es jetzt darum, dass die Diplomatie wieder eine große Chance bekommt“, sagte der SPD-Politiker. Zugleich rief er Russland erneut auf, alle Kampfhandlungen sofort einzustellen. „Attacken auf zivile Infrastruktur und Zivilisten müssen aufhören“, betonte er.

Der Bundeskanzler schließt einen militärischen Eingriff der Nato in den russischen Krieg in der Ukraine aus. „Wir werden nicht militärisch eingreifen. Das gilt für die Nato, das wird sie nicht tun, und auch für alle anderen. Das wäre in dieser Situation falsch“, sagte Scholz bei seinem Antrittsbesuch in Israel. „Was wir tun, ist zu unterstützen.“ Konkret nannte er Finanzhilfen und Hilfsgüter. „Das ist das, was wir tun können.“ Die Sanktionen hätten bereits Wirkung erzielt. Das zeige, dass die Haltung zwischen Konsequenz und der gebotenen Vorsicht richtig sei. „Ich glaube, dass das die richtigen Entscheidungen sind.“ (jgr, mit dpa)