CDU-Vorsitzender bei Junger Union in Münster

Laschet: Wahldebakel "habe ich zu antworten, sonst niemand"

Armin Laschet auf dem Deutschlandtag der Jungen Union.
Armin Laschet auf dem Deutschlandtag der Jungen Union.
© picture alliance/dpa, Marcel Kusch

17. Oktober 2021 - 8:53 Uhr

Münster: Laschet spricht beim "Deutschlandtag" der Jungen Union

Die Union arbeitet weiter ihr Wahldebakel auf. CDU-Chef Armin Laschet stellte sich am Samstag dem Parteinachwuchs beim "Deutschlandtag" der Jungen Union in Münster. In seiner Rede übernahm Laschet die alleinige Verantwortung für das miserable Abschneiden der Union.

Laschet: Den Wahlkampf, die Kampagne habe ich zu verantworten und sonst niemand

"Wir haben ein bitteres Ergebnis erzielt", sagte Laschet am Samstag in Münster. "Nichts lässt sich schön reden. Die Verantwortung trage ich als Vorsitzender und Kanzlerkandidat", so der 60-Jährige.

Nach dem schlechtesten Unions-Ergebnis aller Zeiten bei einer Bundestagswahl vor knapp drei Wochen sei nun "eine klare Fehleranalyse" erforderlich: "Was war strukturell, personell und programmatisch falsch?" Die Union könne sich wie 1998 auch nach der schweren Niederlage wieder schnell erholen, wenn sie sich richtig aufstelle. Klarer als zuvor spricht er davon, dass die Union nun Oppositionspartei sei.

In der kommenden Oppositionszeit komme es darauf an, "nicht schrill zu werden, nicht plump zu werden, nicht im Überbietungswettbewerb mit den beiden Parteien, die auch Opposition sind, im nächsten Bundestag zu stehen, sondern klug und intelligent die Finger in die Wunden zu legen, wo eine künftige Regierung die Dinge falsch macht."

Außerdem kritisierte Laschet die Indiskretionen aus CDU und CSU bei den Sondierungen. Wenn man ein Jamaika-Bündnis nicht wolle, hätte man das offen sagen sollen. Zugleich übernimmt Laschet die alleinige Verantwortung für die Wahlniederlage. "Den Wahlkampf, die Kampagne habe ich zu verantworten und sonst niemand", sagt Laschet und erntet dafür Applaus.

Armin Laschet beim "Deutschlandtag" - im Video!

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Laschet weist Merz-Kritik zurück: Union kein Sanierungsfall

Die Kritik seines Parteifreundes Friedrich Merz, die Union sei ein "insolvenzgefährdeter schwerer Sanierungsfall", wies Laschet indes zurück. "Ich teile übrigens nicht die Formulierungen, die eher der Wirtschaft entliehen sind, dass wir nun ein totaler Sanierungsfall sind", sagte Laschet. "Ich schätze Friedrich Merz und ich schätze auch seine Analysestärke, aber wir haben ein gutes Programm gehabt, wir haben Positionen gehabt, für die wir auch weiter stehen."

Der Wirtschaftsexperte Merz, einst Konkurrent Laschets im Kampf um den CDU-Vorsitz, hatte am Freitagabend in Münster das Bild einer dramatischen Situation der Union gezeichnet. Er gilt wieder als möglicher Aspirant für den Parteivorsitz, wenn sich Laschet zurückzieht.

Bundestagswahl: Schlechtestes Union-Ergebnis aller Zeiten

Unionskanzlerkandidat Laschet hatte nach dem historischen Tiefstwert von nur 24,1 Prozent für CDU/CSU bei der Bundestagswahl angekündigt, künftig eigene Ambitionen zurückzustellen.

JU-Chef Tilman Kuban lobte, dass Laschet sich der Diskussion beim Unionsnachwuchs stelle. CSU-Chef Söder hatte seine Teilnahme abgesagt. Laschet betonte: "Ein CDU-Vorsitzender muss bei der Jungen Union sein." (dpa/kra)