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Cytomegalie-Virus: Was Sie als Schwangere tun sollten

Gefahr für ungeborene Kinder

Cytomegalie-Virus: Was Sie als Schwangere tun sollten

Cytomegalie-Virus: Das sollten Schwangere beachten Versteckte Gefahr für Kinder
03:05 min
Versteckte Gefahr für Kinder
Cytomegalie-Virus: Das sollten Schwangere beachten

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Cytomegalie kann Taubheit verursachen

Cytomegalie ist eine Virusinfektion, die von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Während die Krankheit bei Erwachsenen häufig symptomlos verläuft, kann sie bei Ungeborenen zu schwerwiegenden Schäden führen. Daher sollten werdende Mütter wissen, wann der Virus für ihr Baby gefährlich werden kann. Wir verraten, wie Sie sich als Schwangere richtig verhalten.

Was ist Cytomegalie?

Etwa jeder zweite Erwachsene in Deutschland trägt diesen Virus in sich. Bei Cytomegalie oder auch Zytomegalie handelt es sich um eine Herpes-Variante, die - anders als Herpes -Lippenbläschen - besonders für ungeborene Babys zum Risiko werden kann. Allerdings nur dann, wenn die werdende Mutter während der Schwangerschaft das erste Mal mit dem Virus in Kontakt kommt.

Gefahr für das Baby: Wie wirkt sich Cytomegalie aus?

Bricht der Virus während der Schwangerschaft aus, besteht die Gefahr, dass das Ungeborene sich ansteckt und seine Gesundheit in Mitleidenschaft gezogen wird. Das Infektionsrisiko von Mutter zu Kind liege bei rund 50 Prozent, wie es auf dem Ärzte-Portal frauenaerzte-im-netz.de heißt.

  • Das sind einige mögliche Effekte von Cytomegalie auf Babys:
  • Das Risiko einer Fehlgeburt steigt
  • Hör- oder Sehstörungen
  • Geistige und körperliche Entwicklungsrückstände
  • Motorische Störungen
  • Sprachdefekte
  • Spastiken / Krampfanfälle

Einige Symptome können sich noch Jahre nach der Geburt bei dem betroffenen Kind erstmals zeigen.

Cytomegalie: Virus mit Folgen für das Kind Problematisch in der Schwangerschaft
02:37 min
Problematisch in der Schwangerschaft
Cytomegalie: Virus mit Folgen für das Kind

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Symptome von Cytomegalie bei Erwachsenen

Obwohl der Cytomegalie-Virus sehr weit verbreitet ist, merken die meisten nicht, wenn sie bereits eine Erkrankung durchgemacht haben. Personen mit einem starken Immunsystem fällt sie oft überhaupt nicht auf. Wenn der Virus ausbricht, treten häufig nur leichte Symptome wie bei einer Grippe auf. Zum Beispiel Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit und Fieber.

Bei einem geschwächten Immunsystem hingegen können bei Cytomegalie weitere Symptome auftreten, wie zum Beispiel:

  • Magen-Darm -Probleme
  • Nierenentzündung
  • Netzhaut-Entzündung
  • Herzmuskelentzündung
  • Geschwüre der Haut

Ob Sie den Virus bereits in sich tragen, kann Ihr Frauenarzt testen. Falls festgestellt wird, dass Sie den Cytomegalie-Virus noch nicht in sich tragen, sollte der Test während der Schwangerschaft alle sechs bis acht Wochen wiederholt werden. Die Untersuchung kostet jeweils zwischen 20 und 45 Euro und wird nicht von den Krankenkassen übernommen.

Wie kann ich Cytomegalie vorbeugen?

Kinder unter drei Jahren gelten als Hauptüberträger des Virus, das sich häufig im Urin und im Speichel der Kinder befindet. Daher sind Frauen besonders gefährdet, die häufigen Umgang mit Kleinkindern haben, wie zum Beispiel Mütter, Kinderkrankenschwestern, Tagesmütter oder Kinderbetreuerinnen. Schwangere, die bisher noch keine Infektion mit dem Cytomegalie-Virus hatten, sollten:

  • den Kontakt mit Kleinkindern aufs Nötigste reduzieren
  • nach jedem Kontakt mit Kleinkindern Hände waschen
  • Gegenstände, mit denen beide in Berührung kommen, gründlich desinfizieren

Weitere Orte, die Sie meiden sollten sind Dialyse stationen und Transplantationsbereiche.

Was, wenn ich während der Schwangerschaft an Cytomegalie erkranke?

Sollten Sie während der Schwangerschaft an Cytomegalie erkranken, kann Ihr Gynäkologe via Ultraschall herausfinden, ob es dem Baby im Mutterleib äußerlich gut geht. Doch erst nach der Geburt kann durch einen Urintest herausgefunden werden, ob Ihr Baby an Cytomegalie erkrankt ist. Der Test sollte in den ersten drei Lebenswochen durchgeführt werden.

Informieren Sie sich

Lassen Sie sich bei einem Kinderwunsch ausführlich von Ihrem Arzt zum Thema Cytomegalie beraten. Er wird Ihnen ausführliche Informationen zu der Krankheit und ihre möglichen Folgen für Ihr Baby geben können. Unterstützung bekommen Sie bei der ersten deutschen CMV-Selbsthilfegruppe „Stark gegen CMV“.