Völlig daneben - oder berechtigt?

Weil die Nase läuft! Lehrer steckt Mason (4) in Isolierschuppen

Mason Wilby wurde in einen Isolierschuppen gesteckt, weil er Covid-19-Symptome zeigte.
Mason Wilby wurde in einen Isolierschuppen gesteckt, weil er Covid-19-Symptome zeigte.
© Facebook/ Chloé Wilby

02. Dezember 2021 - 10:35 Uhr

Damit die anderen Kinder vor Infektion geschützt sind

Dass man sich und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen sollte, wissen die meisten Menschen seit knapp zwei Jahren. Dass man dabei aber so weit geht, einen Vierjährigen in einen Schuppen zu sperren, damit er von den anderen Kindern ferngehalten wird, ist neu. Und alles andere als schön. Allerdings gibt seine Mutter Chloé Wilby zu, Mason mit Covid-19-Symptomen in die Schule geschickt zu haben. Keine gute Idee?

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus finden Sie in unserem Live-Ticker auf RTL.de

Mason musste in einem nicht-beheizten Raum auf seine Abholung warten

Chloé Wilby aus der Grafschaft Cumbria im Norden Großbritanniens ist einfach nur schockiert und stinksauer: Ihr Sohn zeigt einige Covid-19-Symtpome, unter anderem eine laufende Nase, und deswegen wird der Kleine kurzerhand von seinem Lehrer an der Wigton Infant School in Isolation gesteckt. Genauer gesagt: in einen Schuppen, draußen auf dem Schulgelände. Dort harrt der Vierjährige so lange aus, bis er "wie verrückt zitterte" und sogar an Unterkühlung litt, wie seine Mutter der lokalen Boulevardzeitung "News & Star" gegenüber behauptet.

Die Mutter aus Großbritannien gibt zu, dass sie Mason mit einer leichten Erkältung, inklusive Husten, in die Schule geschickt habe. Danach sei der Vierjährige direkt von anderen Schülern und Lehrern ferngehalten worden – gemäß der Corona-Protokolle an der Schule. Wilby sollte ihr Kind anschließend abholen, denn: Masons Symptome erweisen sich als eindeutig.

Nach einiger Zeit trifft Chloé in der Schule ein, um mit einem Schrecken festzustellen, dass Mason in einem Schuppen steckt. Mittlerweile wurde bestätigt, dass der Raum nicht einmal beheizt war. "Er musste sogar sein Mittagessen draußen essen, kein Spielzeug, keine Spiele, nichts", wie die aufgebrachte Mutter weiter erklärt.

Lese-Tipp: Veganer verweigert Corona-Impfung wegen Tierversuchen und stirbt

Hätte die Situation nicht vermieden werden können?

Schulleiter Geoff Norman verteidigt das Vorgehen des Lehrers: "Die Priorität für alle in der Schule war immer das Wohlergehen der Kinder. Dazu gehört auch, dass Kinder, die Covid-19-Symptome zeigen, mit einem Mitglied des Personals in einen separaten Raum gebracht werden, bis sie von einem Elternteil oder einer Betreuungsperson abgeholt werden können. Seit einigen Monaten nutzen wir zu diesem Zweck unser Klassenzimmer im Freien, was sich bewährt hat."

Allerdings sagt Norman auch, dass eben diese Vorgehensweise "aufgrund der kürzlich geäußerten Bedenken" jetzt nochmal überprüft wird. Die Polizei von Cumbria hat mitgeteilt, dass keinerlei Straftaten begangen wurden. Trotzdem wurde die Angelegenheit des vierjährigen Mason an den Grafschaftsrat von Cumbria weiter geleitet.

Vielleicht ist es nicht die beste Idee gewesen, ein so junges Schulkind in einen kalten Schuppen zu stecken – andererseits hätte es Chloé Wilby vielleicht auch besser wissen müssen und ihr Kind nicht mit einer Schnupfennase in die Schule schicken sollen, wo wir uns doch immer noch in einer heißen Phase der Pandemie befinden… (vdü)

Lese-Tipp: Weil er es in einer Kinderserie gesehen hat: 3-Jähriger rettet seiner Mutter das Leben