Leannes Leben ist eine Tortur

Seltene Erkrankung: Mutter übergibt sich 70-mal am Tag

Leanne Willian und ihre Familie: Ehemann Paul und Tochter Faith.
Leanne Willian und ihre Familie: Ehemann Paul und Tochter Faith.
© Leanne Willian

22. November 2021 - 15:54 Uhr

Leanne kann selbst Wasser kaum verdauen!

Ständige Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Fieber und Appetitlosigkeit – so sieht Leanne Willians Leben aus. Die 39-Jährige leidet an einer Magenlähmung. Vor ein paar Jahren bekam sie einen Magenschrittmacher eingesetzt, der ihr beim Verdauen helfen sollte. Wie es ist, sich bis zu 70-mal am Tag zu übergeben.

Leanne übergab sich bis zu 70-mal am Tag

Leanne Willian war immer ein krankes Kind. Wie sie gegenüber "Manchester Evening News" berichtet, konnte sie als Mädchen kaum einen Schluck Wasser bei sich behalten. Erst mit 26 Jahren wurde bei der Mutter aus Bolton in England Gastroparese diagnostiziert – eine Lähmung der Magennerven, die es dem Magen unmöglich macht, jede Art von Nahrung zu verdauen.

"Ich kann meine Familie nicht sehen, meine Freunde nicht sehen, ich kann nichts machen, was mir Spaß macht", erzählt Leanne der Zeitung. Seit ihrer Diagnose sei sie keine zwei Wochen am Stück zuhause gewesen, übergab sich bis zu 70-mal am Tag und musste über sieben Jahre hinweg über eine Magensonde ernährt werden.

Leanne und Ehemann Paul
Kostbare Zeit: Leanne hat wegen ihrer seltenen Krankheit kaum Zeit mit Ehemann Paul.
© Leanne Willian

Dann der Schock: Der Schrittmacher versagte

Dabei setzte man ihr noch 2008, im Jahr ihrer Diagnose, einen sogenannten Magenschrittmacher ein. Wann immer Leanne etwas aß, sendete der Schrittmacher kleine, elektrische Impulse an die Magennerven und erinnerte den Magen quasi daran, zu verdauen. Doch dann versagten vor zwei Jahren die Batterien. Ein neues Gerät übernimmt die Versicherung nicht. Die Kosten: 10.000 Pfund (knapp 12.000 Euro). Für Leanne unbezahlbar.

Sie könne nicht verstehen, so Leanne zu "Manchester Evening News", wieso man sie lieber über eine Magensonde ernähre, als ihr einmalig einen neuen Magenschrittmacher einzusetzen.

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Leanne Willian
Leanne Willian - sie ist glücklich, trotz ihrer Krankheit, ihre Tochter aufwachsen zu sehen.
© Leanne Willian

"Ich hatte Glück, meine Tochter aufwachsen zu sehen"

Doch Leanne versucht, positiv zu bleiben. "Ich hatte Glück, meine Tochter aufwachsen zu sehen", berichtet sie. Wenn sie mit ihrer Geschichte das Bewusstsein gegenüber ihrer Krankheit schärfen oder nur einer Person mit Gastroparese helfen könne, würde sie das schon glücklich machen.

Laut dem Deutschen Ärzteblatt kommt es vor allem bei Diabetikern zu einer Magenlähmungen, aber auch bei chronischen Muskelerkrankungen, Nervenschäden oder übermäßigem Alkoholkonsum. Je nach Schwere der Magenlähmung können Medikamente und Antibiotika helfen, in den meisten Fällen sei ein Magenschrittmacher jedoch die langfristigere und bessere Lösung. (jbü)