Nachhaltig leben

CO2 reduzieren im Alltag: So einfach kann jeder etwas für das Klima tun

09. Juli 2021 - 13:18 Uhr

Treibhausgase als Verbraucher einsparen

Weniger Auto fahren, weniger heizen, weniger Fleisch essen – um dem Klimawandel entgegenzuwirken, gibt es zahlreiche Vorschläge. Eine Studie zeigt, was im Alltag explizit helfen könnte, CO2 einzusparen.

Kleine Änderungen im Alltag

Was tun, um die Klimakrise zu lösen? Ein Ansatz: Die Emissionen reduzieren. Die Bundesregierung will bis 2030 deutlich senken. Und auch auf der internationalen Bühne ist das Thema immer wieder heiß diskutiert.

Aber auch jeder Verbraucher trägt einen Fußabdruck mit sich. Jeder von uns ist jährlich für rund 9,7 Tonnen CO2 verantwortlich. Das ist noch circa doppelt so viel wie der aktuelle weltweite Durchschnitt von rund 4,8 Tonnen pro Kopf und Jahr.

Wie hoch der eigene Fußabdruck tatsächlich ist, können sich Verbraucher auch ausrechnen. Der WWF etwa bietet hier einen Online-Rechner an.

Vieles lässt sich deutlich reduzieren, sagt zumindest das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft – kurz IW. Durch kleine Änderungen im Alltag können auf 83 Millionen Bundesbürger hochgerechnet mehrere Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Doch wie soll das konkret aussehen? Ein paar Beispiele:

1. Müll reduzieren

Wer kennt es nicht. Beim Öffnen des Brotkorbs zieht sich der Schimmel über den Laib. Oder im Kühlschrank verschrumpelt das Gemüse, weil wir es wieder nicht schaffen, alles zu kochen. Zu viel gekauft.

Jedes Jahr landen in Deutschland dadurch zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll, 50 Prozent davon allein bei Privathaushalten. Von den Haushaltsabfällen ist knapp die Hälfte Obst und Gemüse. Das sind pro Bundesbürger 75 Kilo Lebensmittel pro Jahr, die in der Tonne landen. Würden Konsumenten es schaffen, den Abfall um die Hälfte zu reduzieren, würden laut Berechnung des IW 74 Kilo weniger Treibhausgase verursacht – das wären weltweit sechs Millionen Tonnen weniger.

Denn würden weniger Lebensmitteln gebraucht, müsste weniger angebaut, transportiert oder gekühlt werden. Und so entstünden weniger Treibhausgase. Zum Vergleich: Der innerdeutsche Flugverkehr verursachte im Jahr 2019 den Angaben zufolge etwa zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid. Doch was hilft? Bessere Planung und Abfallvermeidung, sagt das IW.

Der Tipp: genau planen

RTL.de empfiehlt

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  • Kleinere Mengen einkaufen, wie etwa beim Bäcker nur ein halbes Brot bestellen
  • Frische Lebensmittel regelmäßiger kaufen

LESE-TIPP: So vermeiden Sie Müll im Alltag

2. Pflanzlich statt tierisch essen

Würden die Bürger ein Fünftel weniger Fleisch und stattdessen Fleischersatz essen, lägen die Einsparungen bei fast zehn Millionen Tonnen CO2.

Denn schon ein Kilogramm Rindfleisch verursacht rund 30 Kilo CO2, bei Schweinefleisch und Geflügel sind es jeweils vier Kilo. Für pflanzliche Ersatzprodukte liegt der Wert niedriger: Bei derselben Menge Soja beispielsweise entstehen nur knapp 1,2 Kilo Treibhausgase.

LESE-TIPP: Ohne tierische Produkte leben? Vegan für Einsteiger: So (einfach) klappt's mit dem pflanzlichen Lifestyle

3. Weniger Kleidung macht einen Unterschied

Im Durchschnitt kauft jeder Deutsche 56 Kleidungsstücke im Jahr. Und diese Kleidung muss in der Regel hergestellt und transportiert werden. Dadurch entstehen im Schnitt 680 Kilo CO2. Würden Verbraucher statt 56 Kleidungstücke nur elf neue kaufen, könnte jeder laut IW circa 140 Kilo Treibhausgase einsparen.

Denn: Schätzungsweise ein Fünftel der neuen Garderobe wird gar nicht oder kaum getragen. Vor allem Saisonartikel landen vergleichsweise schnell im Müll oder in der Altkleidersammlung.

Der Tipp: Nicht nur Neues!

  • Secondhand einkaufen
  • selber die Kleidung weitergeben und verkaufen

Dennoch, so moniert das Institut: Der Konsum von gebrauchter Kleidung allein reicht aber noch nicht aus. Die Textilindustrie muss insgesamt klimafreundlicher werden, zum Beispiel durch nachhaltigere Produktionsverfahren und längere Nutzungsdauern.

4. Bahn statt Flugzeug

Auch der Umstieg vom Flugzeug auf die Bahn würde helfen, um den Pro-Kopf-Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.

Auf beliebten innerdeutschen Strecken wie Berlin–München, Berlin–Köln oder Hamburg–München entstehen auf dem Hin- und Rückflug pro Passagier jeweils etwa 310 Kilo CO2, so die Berechnung. Würde man diese Strecken stattdessen mit der Bahn fahren, könnten je Reise durchschnittlich mehr als 270 Kilo CO2 eingespart werden.

Weitere Tipps, um CO2 einzusparen, finden Sie hier.

"Ein ergänzender, aber wichtiger Faktor"

"Eine nachhaltige Lebensweise ist ein ergänzender, aber wichtiger Faktor, um die Emissionen im Sinne des Klimaschutzes stark zu senken", sagt IW-Experten Roland Kube.

Dennoch die vier Maßnahmen zusammengenommen würden demnach den CO2-Fußbadruck pro Nase um 0,6 Tonnen verringern. Sollte die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden, wäre nach IW-Angaben aber eine Reduzierung auf weniger als 1 Tonne nötig.

Vor allem die Industrie und die Unternehmen müssten hier den großen Part übernehmen.

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