Coronaleugner gegen Regelbefolger

Bundestagwahl 2021: Was tun die Parteien gegen die gesellschaftliche Spaltung?

15. September 2021 - 14:14 Uhr

Spitzenkandidaten im Kampf gegen den Riss in der Gesellschaft

Nach Vorreiter Hamburg führen nun auch Hessen, Berlin, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Hessen und Sachsen offiziell die 2G-Regel ein. Die Vorteile der Geimpften und Genesenen sind ungerecht, sagen die einen. Ein unausweichliches Mittel zur Bekämpfung der Pandemie, sagen die anderen. Selten war unsere Gesellschaft so gespalten wie in den vergangenen 1,5 Jahren.

Wie Parteien mit dieser Situation, Coronaleugnern und Querdenkern umgehen – Politik-Reporter Benjamin Holler hat Hessens Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl in unserer Wochenserie befragt. Die kleine Orientierungshilfe zur Wahl gibt es im Video!

Wahlcheck Teil 1: Was versprechen die Parteien für unser Klima?
Wahlcheck Teil 2: Wie krisenfest ist Deutschland?

CDU-Spitzenkandidat Helge Braun: "Wir sind alle gefragt im Kampf gegen Verschwörungstheorien"

Querdenker-Demos wie die im Frühjahr in Kassel machen Deutschlands Spaltung mehr als deutlich: Hunderte von Menschen stürmen ein Einkaufszentrum und fordern die sofortige Aufhebung der Einschränkungen durch die Corona-Verordnungen der Bundesregierung. Maskenträger werden zur Zielscheibe, die Polizei muss Wasserwerfer gegen die Coronaleugner einsetzen.

CDU-Coronamanager und Spitzenkandidat für die Bundestagswahl Helge Braun bestätigt die Hilflosigkeit der Politiker und die notwendige Hilfe der Bürger: "Das ist auch etwas, wo die Politik noch nicht alle Antworten gefunden hat. Man kann auch nicht sagen, dass der Staat so eine gesellschaftliche Veränderung für uns alle aufhalten kann. Da sind wir alle gefragt, wenn es um Verschwörungstheorien geht, dass dann alle sagen 'Halt Stopp!'."

LESETIPP: Machen Sie den Check mit dem RTL-Navi-Parteiencheck: Wen soll ich bei der Bundestagswahl wählen?

AfD: "Viele Bürger haben das Gefühl, dass es eine Meinungsdiktatur gibt"

Michael Roth (SPD) mahnt zum Bewahren der Ruhe in der Diskussion: "Das Wichtigste ist, sich nicht von der Rhetorik des Hasses anstecken zu lassen. Hart in der Sache streiten, aber niemandem die Würde nehmen. Dafür möchte ich persönlich, und dafür möchte die SPD werben."

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Die AfD verteidigt die freie Meinungsäußerung und äußert Verständnis für die Gegenbewegung. Mariana Harder-Kühne, hessische Spitzenkandidatin: "Ich denke nicht, dass wir Spalter sind. Es ist doch klar, dass der Ton aggressiver wird: Viele Bürger, die wir mitnehmen, haben das Gefühl, sie können ihre Meinung nicht mehr offen vertreten, dass es eine Meinungsdiktatur von außen gibt."

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Linke und Grüne: Finanzielle Situation ist die Grundursache

Linke und Grüne zeigen sich einig: Man müsse viel Geld investieren, um vor allem auch junge Menschen besser auf gesellschaftliche Themen vorzubereiten: "Deswegen brauchen wir eine gute Infrastruktur mit guten Schulen, und einer guten finanziellen Ausstattung der Menschen, damit sie auch teilhaben können", sagt Grünen-Politikerin Bettina Hoffmann im RTL-Interview.

Linken-Chefin Janine Wissler unterstützt diese Forderung: " Wir müssen von oben nach unten umverteilen und dafür sorgen, dass Menschen von ihrem Job leben können und sich kein Wohngeld beantragen müssen, um sich die Wohnung zu leisten."

Die Sonntagsfrage: So stehen die Parteien in der aktuellen Umfrage

FDP fordert mehr Transparenz bei Entscheidungen im Bundestag

Hessens FDP-Spitzenkandidatin Bettina Stark-Watzinger will Entscheidungen des Bundestages für Bürger nachvollziehbarer machen.
Hessens FDP-Spitzenkandidatin Bettina Stark-Watzinger will Entscheidungen des Bundestages für Bürger nachvollziehbarer machen.
© RTL

Harte Kritik an dem Umgang der derzeitigen Regierung mit der gesellschaftlichen Spaltung kommt von Hessens FDP-Spitzenkandidatin Bettina Stark-Watzinger: "In der Corona-Zeit hätte ich mir gewünscht, dass wir mehr Debatten öffentlich im Bundestag führen und nicht hinter verschlossenen Türen im Kanzleramt. Damit jeder verstehen kann, warum wird das so entschieden, oder warum macht die Politik, die Regierung das jetzt?"

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