Amokläufer tötete vier Frauen und einen Mann mit Pfeil und Bogen

Bluttat von Kongsberg war ein Terrorakt!

14. Oktober 2021 - 13:50 Uhr

Norwegen: Täter soll polizeibekannt gewesen sein

In Kongsberg sind am Mittwochabend vier Frauen und ein Mann bei einem Amoklauf getötet worden. Jetzt kommen immer mehr Details über den mutmaßlichen Täter ans Licht. Wie die Polizei in einer Pressekonferenz berichtet, habe sich der Mann aus Kongsberg in den letzten Jahren zunehmend radikalisiert. Der 37-jährige Däne sei außerdem zum Islam konvertiert, wie Polizeichef Ole Bredrup Sæverud mitteilte. Der Schütze sei immer wieder wegen Radikalisierung ins Visier der Beamten gerückt. Jetzt wurde die Tat auch vom norwegischen Geheimdienst als Terrorakt eingestuft.

Amoklauf in Norwegen war ein Terrorakt!

Polizeichef Ole Bredrup Sæverud verkündete in einer Pressekonferenz: "Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 37-jährigen dänischen Staatsangehörigen mit Wohnsitz in Norwegen. Die Polizei hatte zuvor Kontakt mit dem Mann in Bezug auf den Verdacht einer Radikalisierung. 2021 wurden keine Auffälligkeiten registriert, aber zuvor."

Zunächst hielten sich die Beamten damit zurück, es als islamistisch motivierte Tat zu benennen, doch nach jüngsten Ergebnissen der Ermittlungen stuft der norwegische Geheimdienst die Tat tatsächlich als Terrorakt ein.

Die Polizei hatte den mutmaßlichen Täter in der Vergangenheit wohl immer wieder wegen Hinweisen auf eine Radikalisierung im Visier, heißt es in dem "TV2" Bericht weiter.

Seiner Familie durfte sich der Däne (37) nicht nähern

Auch für seine Familie, soll der Amokläufer in der Vergangenheit zu einer Bedrohung geworden sein. Er habe ihnen gegenüber Morddrohungen ausgesprochen und dabei einen Revolver bei sich getragen, heißt es in einem Bericht des norwegischen TV-Senders "TV2". Seine Familie hat daraufhin, aus Angst vor ihm, vor Gericht, im Jahr 2020 eine einstweilige Verfügung erwirkt, weswegen er sich ihnen nicht mehr nähern durfte.

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Wer ist der Amokläufer aus Kongsberg (Norwegen)?

War der Amoklauf in Kongsberg (Norwegen) eine islamistisch motivierte Tat?
Polizeichef Ole Bredrup Saeverud sagt bei einer Pressekonferenz, dass der Amokläufer sich die letzten Jahre radikalisiert habe und der 37-Jährige polizeibekannt war.
© Reuters

Der Angeklagte sei ein 37-jähriger dänischer Staatsbürger und lebt seit mehreren Jahren in Kongsberg, in dem Ort, wo der Amoklauf verübt wurde.

"TV2" berichtet außerdem, dass der 37-Jährige 2012 wegen Diebstahls und Drogenkonsums verurteilt worden sein soll. Er brach demnach in das norwegische Bergbaumuseum ein, wo er mehrere Fensterscheiben zertrümmerte. Während des Verfahrens stellte sich heraus, dass er auch zuvor wegen ähnlicher Delikte angezeigt worden war, die Vorfälle aber zu lange zurücklagen um diese in ein Urteil mit einfließen zu lassen.

Zum jetzigen Zeitpunkt wird der mutmaßliche Täter weiter von der Polizei zur Tat befragt. Klar sei aber, dass der Täter erst zu töten begann, als er die ersten Polizeibeamten gesehen haben muss. Außerdem werde weiter untersucht, ob der 37-Jährige islamistisch motiviert gehandelt hat. Die Beamten berichten, dass sich der mutmaßliche Täter bei den Vernehmungen bisher kooperativ zeigt. (mca)