Autofahrerin (66) starb durch Betonplatte

Opfer von A3-Unfall beigesetzt – Freund gibt am Grab ein Versprechen

28. November 2020 - 10:12 Uhr

Verantwortliche sollten zur Rechenschaft gezogen werden

Vor knapp zwei Wochen stürzte eine Betonplatte auf der A3 bei Köln auf ein Auto und begrub es unter sich. Die 66-jährige Anne Mutz starb in dem Wagen, am Donnerstag wurde sie in Köln beigesetzt. "Ich habe ihr am Grab versprochen, dass ich alles in die Wege leite, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden", erklärt Jürgen Höck, ein guter Freund der Verstorbenen. Mehr dazu im Video.

Lärmschutzwand stürzte auf A3 bei Köln auf Auto

"Das ist unbegreiflich", sagt Höck. "Eine Zehntelsekunde schneller oder kürzer hätte ihr das Leben gerettet. Und sie hat es getroffen." Eine fünf Tonnen schwere Lärmschutzwand hatte sich auf der Autobahn gelöst und war auf den Wagen gestürzt, mit dem Anne Mutz unterwegs war. Sie starb, weil beim Bau gepfuscht wurde.

Betonplatten-Unfall: Fehlkonstruktion seit zwölf Jahren bekannt

Jetzt kommen immer mehr Details ans Licht: Die improvisierte Wand soll schon seit zwölf Jahren bekannt gewesen sein. Der Landesbetrieb Straßen.NRW gab zu, von der Fehlkonstruktion bereits 2008 gewusst zu haben.

Ähnliche Konstruktionen wurden an weiteren 25 Autobahn- und Straßenabschnitten in Nordrhein-Westfalen verbaut, etwa im Rheinalleetunnel in Düsseldorf. Die Stadt hat reagiert und will die Wände sichern lassen.