Täter kommen nachts aus den NiederlandenDrogen-Giftmüll in NRW - Das Landeskriminalamt NRW warnt vor Rauschgift-Abfällen
Es sei eine tickende Zeitbombe, so warnt aktuell das Landeskriminalamt NRW. Regelmäßig entsorgen Drogenbanden illegal Giftmüll in Nordrhein-Westfalen. Eine Gefahr für Menschen, Tiere und die Natur.
Das sagt NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU)
Ermittler fanden vergangenes Jahr 51.000 Liter Giftmüll in Containern in Stolberg bei Aachen. Es waren Reste aus Drogenküchen. Es war der bislang größte Einzelfund, aber kein Einzelfall. Das zeigten auch internationale Europol-Razzien im Januar. Es kam zu 85 Festnahmen, auch Deutschland war beim Einsatz beteiligt. Gerade an der niederländischen Grenze in NRW landet immer häufiger der illegale Abfall. Denn in den Niederlanden sind die Polizisten den Täter schon auf die Schliche gekommen, erklärt Innenminister Reul (CDU). Deshalb entsorgen die Kriminellen den illegalen Müll jetzt in Nordrhein-Westfalen, zum Beispiel auf Parkplätzen, Ackern, in Wäldern oder Flüssen. Im schlimmsten Fall landet das Gift in Getreide oder im Grundwasser. Bislang gab es aber keine Verletzten in Nordrhein-Westfalen, so Dr. Nicole Häp. Sie arbeitet beim Landeskriminalamt NRW. Im Labor in Düsseldorf untersucht sie Proben von den giftigen Überresten.
So bringen die Täter den Drogenmüll nach NRW
Die Täter kommen meist nachts aus den Niederlanden. Eine Verbindung zur sogenannten Mocro Mafia ist nicht bekannt, so Markus Niesczery vom Landeskriminalamt NRW. Ermittler sprechen von Dumping. Das steht sinngemäß für „Abfall entsorgen”. Aber auch in Nordrhein-Westfalen fliegen Drogenlabore auf - wie 2018 auf einem Bauernhof in Wachtendonk im Kreis Kleve. Dort landete der giftige Müll sogar in der gelben Tonne. Im vergangenen Jahr wurden in NRW mehr als 112.000 Liter Drogengift gefunden. Die Dunkelziffer ist deutlich höher. Den Müll fachgerecht zu entsorgen, ist teuer. Dafür aufkommen muss bei privaten Grundstücken der Eigentümer, bei öffentlichen Plätzen der Steuerzahler. Das kann bis zu 100.000 € kosten. Vielen ist das sogenannte Dumping noch nicht bekannt. Deshalb will Markus Niesczery jetzt aufzuklären. Wer einen verdächtigen Kanister sieht, soll Abstand halten und Polizei oder Feuerwehr rufen.


































