Bericht der "Washington Post"

Ukraine täuscht russisches Militär offenbar mit Holzattrappen

24.08.2022, Ukraine, Charkiw: Ukrainische Soldaten feuern auf russische Stellungen aus einem Flugabwehrgeschütz in der Region Charkiw. Foto: Andrii Marienko/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Das ukrainische Militär setzt im Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren auch Waffenattrappen ein, um die Angreifer zu täuschen. (Motivbild)
nwi, dpa, Andrii Marienko

Es klingt ein wenig nach der List von Troja und dem hölzernen Pferd: Das ukrainische Militär setzt im Abwehrkampf gegen die russischen Invasoren auch Waffenattrappen ein, um die Angreifer zu täuschen. Dabei gehe es etwa um hölzerne Nachbildungen moderner US-Raketensysteme, schrieb die „Washington Post“ am Dienstag unter Berufung auf ungenannte hochrangige Beamte aus den USA und der Ukraine.

Auf diese Weise seien die russischen Streitkräfte dazu gebracht worden, teure Marschflugkörper vom Typ Kalibr auf harmlose Replikate zu verschwenden. Das Blatt habe auch Fotos dieser Scheinziele begutachten können, hieß es weiter.

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Russische Drohnen können Attrappen nicht von echten Artilleriebatterien unterscheiden

Russische Drohnen, die den Standort der vermeintlichen Raketensysteme an die Flotte im Schwarzen Meer übermittelten, könnten die Attrappen nicht von echten Artilleriebatterien unterscheiden. „Wenn die Drohnen die Batterie sehen, ist diese wie ein VIP-Ziel“, zitierte die Zeitung einen ukrainischen Offiziellen. Nach einigen Wochen hätten diese „Dummies“ bereits mindestens zehn Kalibr-Raketen in die Irre geleitet. Angesichts des Erfolgs sei die Produktion der Replikate ausgebaut worden.

Die Nachbildungen könnten laut „Washington Post“ auch ein Grund dafür sein, dass die Anzahl vermeintlich zerstörter westlicher Waffensysteme in russischen Berichten so hoch ausfalle, insbesondere mit Blick auf den US-Raketenwerfer Himars. „Sie haben behauptet, mehr Himars getroffen zu haben, als wir überhaupt geliefert haben“, zitierte das Blatt einen US-Diplomaten. (dpa/eku)

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