Nach dramatischem Drohnen-EinsatzPolizei durchsucht Geisterdorf am Flughafen Leipzig

Einsatzkräfte der Polizei und des BKA suchen am Flughafen Leipzig/Halle nahe dem Ort Kursdorf nach Spuren. Nach dem Drohnenvorfall in der Nacht zum Mittwoch (05.08.) laufen die Ermittlungen. Die für einen Angriff ausgerüstete Drohne war nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine sichergestellt worden. (Unschärfe durch Hitzeflimmern bei Aufnahme aus größerer Distanz).
Die letzten Bewohner zogen 2017 aus Kursdorf weg.
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Direkt am Flughafen Leipzig befindet sich ein Dorf, in dem keine Menschen mehr leben. Ein Mitarbeiter eines Betriebs aber will kurz vor dem Drohnenfund am Airport eine Explosion gehört haben. Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zu dem versuchten Anschlag.

Im Zusammenhang mit dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle hat die Polizei ein verlassenes Dorf unweit des Airports durchsucht. Eine Sprecherin des Generalbundesanwalts bestätigte den Einsatz in Kursdorf. Wonach gesucht wurde, wollte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

In Kursdorf wohnen keine Menschen mehr. Der Ort ist vom Flughafengelände umgeben. Lediglich eine Kirche und einige Häuser stehen noch. Zudem sind mehrere Firmen dort angesiedelt. Laut „Zeit“ ein Handwerksbetrieb, eine Autowerkstatt und die Außenstelle eines Postdienstleisters.

Hinter dem Dorf Kursdorf (Kreis Nordsachen) rollt ein Flugzeug der Kalitta Air (Boeing 747/C, USA) am Montag (06.09.2010) auf dem Flughafen Leipzig/Halle. Die Einwohnerzahl des Dorfes, welches von zwei Landesbahnen, ICE-Strecken und Autobahnen umgeben ist, sank in den letzten 20 Jahren von 271 auf 32. Foto: Peter Endig ZB/lsn +++(c) ZB-FUNKREGIO OST - Honorarfrei nur für Bezieher des ZB-Regiodienstes+++ +++ dpa-Bildfunk +++
Aufnahme aus dem Jahr 2010: Damals standen noch deutlich mehr Häuser in Kursdorf und es lebten Menschen dort.
picture alliance / ZB / Peter Endig

Ein Mitarbeiter sagte der Zeitung, er habe am Abend des Drohnenfunds einen lauten Knall gehört. Dieser sei lauter als eine Pistole gewesen, eher wie eine Explosion. Sie soll kurz vor der Entdeckung der Drohne erfolgt sein.

Die Polizisten haben dem Bericht zufolge in dem Ort Spuren einer Explosion sowie eine Art Relaisstation gefunden - also ein Gerät, mit dem möglicherweise das Signal für die am Flughafen gefundene Drohne verstärkt wurde. Laut „Zeit“ könnte die Explosion zur Verwischung von Spuren gedacht gewesen sein. Noch sei ein Zusammenhang zwischen den Vorgängen in Kursdorf und denen auf dem Flughafen aber nicht bewiesen.

Am Dienstag vergangener Woche war eine mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Sicherheitskräfte stuften den Vorfall als sehr ernst ein. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie spricht von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.

Verwendete Quellen: rog/dpa