Wurde die 4-Jährige in Australien entführt?

Polizei ist sicher: Vermisste Cleo hätte den Zelt-Reißverschluss nicht öffnen können

22. Oktober 2021 - 10:51 Uhr

Mädchen ist vermutlich nicht weggelaufen

Im Fall der in Australien vermissten Cleo (4) verdichten sich die Anzeichen dafür, dass das Mädchen von einem Campingplatz entführt wurde. Die Vierjährige hätte den Reißverschluss des Familienzeltes nicht selbstständig öffnen und weglaufen können, da dieser zu hoch angebracht sei, erklärte die Polizei laut dem Sender "7News" am Mittwoch. Damit wird es immer unwahrscheinlicher, dass Cleo einfach aus dem Zelt gelaufen ist und sich verirrt hat.

Reißverschluss des Zeltes war für Vierjährige zu weit oben angebracht

Jon Munday von der westaustralischen Polizei nennt die Höhe der Reißverschlussöffnung einen "Schlüsselfaktor" in Bezug auf eine mögliche Entführung. "Die Position dieses Reißverschlusses ist einer der Gründe dafür, dass wir uns große Sorgen um Cleos Sicherheit machen", sagte er. Den Ermittlungen zufolge hätte die Vierjährige nicht so hoch greifen und den Zeltausgang öffnen können.

Schon am Vortag hatte die Polizei mitgeteilt, sie mache sich "ernsthafte Sorgen" um das Mädchen. Munday nannte Cleos mysteriöses Verschwinden "wirklich, wirklich beunruhigend". Weil die Polizei ein Verbrechen nicht ausschließt, hilft eine Mordermittler-Gruppe bei der Suche nach der Vierjährigen. Auch forensische Experten und ortskundige Ermittler arbeiten laut Polizei an dem Fall mit. Der abgelegene Campingplatz nahe der Quobba Blowholes an der australischen Westküste bleibt vorerst geschlossen: Er gilt als möglicher Tatort.

Cleos Mutter Ellie Smith: Meine Tochter würde nie alleine das Zelt verlassen

Ellie Smith und Freund
Ellie Smith und ihr Freund Jake Gliddon. Cleos Mutter kann sich nicht vorstellen, dass die Vierjährige weggelaufen ist.
© Enex

Dass ihre Tochter weggelaufen ist, kann sich auch Ellie Smith nicht vorstellen. "Sie würde nie davonlaufen, sie würde nie alleine das Zelt verlassen", erzählte sie mit ihrem Freund Jake Gliddon dem australischen Sender "7News". Außerdem sei sie "viel zu faul zum Laufen" und würde auch nicht weit mit dem Fahrrad fahren.

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Als ihre Mutter aufwachte, war Cleo verschwunden

Campingplatz Cleo vermisst
Von diesem Campingplatz an Australiens Westküste verschwand das Mädchen am Samstag.
© Reuters

Cleo war in der Nacht zum Samstag aus dem Zelt der Familie verschwunden, in dem sie mit ihrer kleinen Schwester Isla, ihrer Mutter und dessen Freund schlief. Gegen 1:30 Uhr wachte die Vierjährige auf und bekam von ihrer Mutter einen Schluck Wasser, weil sie Durst hatte. Als Ellie Smith am Morgen wach wurde und Isla eine Flasche geben wollte, war Cleo nicht mehr da.

Das Paar alarmierte die anderen Bewohner des Campingplatzes und stieg ins Auto, um Cleo zu suchen. Weil sie das Mädchen nicht fanden, riefen die beiden die Polizei. Andere Campingplatz-Bewohner halfen bei der Suche, unter anderem mit privaten Drohnen.

Vermisste Cleo in Australien: Eltern sagen laut Polizei die Wahrheit

Ellie Smith und Freund Jake Gliddon mit Cleo
Ellie Smith und ihr Freund Jake Gliddon mit der kleinen Cleo.
© Facebook/Ellie Smith

Im Rahmen der Ermittlungen wurde am Montag der leibliche Vater der kleinen Cleo befragt. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er etwas mit dem Verschwinden seiner Tochter zu tun hat, erklärte die Polizei.

Die Polizei geht laut "7News" auch davon aus, dass Cleos Eltern das Verschwinden des Mädchens "genau und wahrheitsgetreu" dargestellt haben. Dafür, dass Cleo tatsächlich auf dem Campingplatz war, gebe es "technische Beweise", erklärte Jon Munday. Genauere Angaben machte er nicht.

Mutter und ihr Freund sind noch auf dem Campingplatz

Cleos Mutter und ihr Freund Jake halten sich noch immer auf dem Campingplatz auf. Sie geben die Hoffnung nicht auf, dass die Vierjährige doch noch in der Gegend gefunden wird. (bst)