Ausschreitungen überschatten sportlichen Erfolg

Aufstiegsparty in Dresden: Dynamo-Fans attackieren Polizei - und überrennen RTL-Kamerateam

17. Mai 2021 - 10:06 Uhr

Dresden: Pyrotechnik und Flaschenwürfe - Polizei setzt Wasserwerfer ein

Dynamo Dresden ist zurück in der zweiten Bundesliga! Die sportliche Nachricht aus Sachsen wird überschattet von Menschenmassen fernab jeder Corona-Maßnahme, Pyrotechnik und Gewalt gegen Polizei und Journalisten. Am Rande des 4:0-Siegs gegen Türkgücü München versammelten sich trotz Appellen der Verantwortlichen Hunderte Fans ums Stadion. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz – doch die Situation blieb nur bis zur 70. Spielminute unter Kontrolle. Dann eskaliert über Stunden – bis weit nach Abpfiff – die Gewalt, wie auch die Aufnahmen im Video zeigen.

Im Video: Dynamo-Fans attackieren Polizei und RTL-Kamerateam

Anhänger des Vereins attackierten beim Stand von 3:0 außerhalb des Stadions die Polizei mit Pyrotechnik, warfen Glasflaschen und Flaschen und versuchten die Absperrungen mit Gewalt zu durchbrechen. Die Polizei setzte auch Wasserwerfer ein, wie ein RTL-Reporter berichtete. Sein Kamerateam hatten kurz zuvor gewalttätige Dynamo-Anhänger gezielt angegriffen, die zuvor "Lügenpresse" skandiert hatten.

Die Polizei forderte die Menge während des laufenden Drittliga-Spiels mehrfach auf, das Gelände am Stadion zu verlassen. Einzelne Randalierer wurden bereits festgenommen. Mehrere Menschen wurden bei den Ausschreitungen durch umherfliegende Gegenstände verletzt und mit Platzwunden in Krankenwagen behandelt. Auf Twitter berichtete die Polizei von teilweise vermummten und gewaltbereiten Fans, die die Einsatzkräfte fortwährend angreifen würden.

Polizei Dresden: Stunden nach Abpfiff weiter Ausschreitungen

Ein Großaufgebot der Polizei hatte das letzte Heimspiel der Saison zuvor massiv abgesichert, damit es zu keinem Massenandrang von Fans vor dem Stadion kommt. Die Beamten waren unter anderem mit einem Hubschrauber im Einsatz, um befürchtete Ansammlungen früh erkennen zu können.

Obwohl der Verein im Vorfeld genau wie Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) an die Anhänger appellierten, nicht zum Stadion zu kommen und zu Hause zu bleiben, versammelten sich noch vor dem Anpfiff hunderte von Fans um die Spielstätte. (swi, dpa)

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