Abnehmen auf dem Fahrrad

Umstieg vom Auto schaffen und Kilos richtig wegradeln

08. Oktober 2020 - 12:42 Uhr

Kann ich mit Fahrrad fahren effektiv abnehmen?

Fahrradfahren boomt. Spätestens seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie hat sich das Fahrrad als echte Alternative im Nahverkehr etabliert. Viele Modelle sind ausverkauft, auf E-Bikes muss man bei der Bestellung zum Teil Monate warten.

Das Radfahren ist aber auch noch immer ein Sport, mit dem man hervorragend etwas für seine Fitness tun kann. Und für seine Figur. Der Einstieg fällt leicht, Erfolge stellen sich schnell ein. Man hält länger durch und kann schon bald auch längere Distanzen bewältigen. Wie der Umstieg gelingt und was es für die Fitness tatsächlich bringt, zeigt uns Melanie im Video.

Abnehmen: Es kommt darauf an, wie ich Fahrrad fahre

Wenn man das Radfahren nun betreibt, um lästige Kilos loszuwerden, stellt sich natürlich die Frage nach der Effektivität und dem Kalorienverbrauch. Die Antwort lautet: Es kommt drauf an. In erster Linie darauf, wie man Rad fährt. Auf die Intensität und auf die Dauer. Als generelle Regel gilt: Zeitliche Dauer geht vor Tempo und Distanz. Und die Kilos purzeln nicht, sie verschwinden langsam, dafür aber nachhaltig.

So wie zum Beispiel bei Melanie, einer 45-jährigen Verkäuferin aus Frechen. Sport treibt sie kaum, ab und zu mal Nordic Walking. Das Fahrrad steht seit einem Jahr in der Garage. Dann nimmt sie sich vor, vier Wochen lang ihren knapp zehn Kilometer langen Arbeitsweg mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zu bewältigen. Das Ergebnis spricht am Ende für sich. Wie viel Gewicht sie verloren hat und welche positiven Nebeneffekte der Umstieg auf das Rad sonst noch hatte, erfahren Sie im Video.

Fett und Kohlenhydrate

Was man beachten sollte, wenn man mit dem Rad die Kilos bekämpfen will: Der Körper kennt einfach gesagt zwei verschiedene Energiequellen, und zwar Fett und Kohlenhydrate. Die beiden haben entscheidende Unterschiede: Fett ist bei jedem Menschen ausreichend vorhanden, Kohlehydrate hingegen müssen dem Körper zugeführt werden, weil sie nur begrenzte Zeit gespeichert werden können. Um also an die Kilos zu kommen, muss die Fettverbrennung aktiviert werden. So wie verschiedene chemische Stoffe bei verschiedenen Temperaturen verbrennen, so verbrennen Fett und Kohlehydrate bei verschiedenen Herzfrequenzbereichen. Um Fett zu verbrennen benötigt der Körper Sauerstoff. Wenn die Herzfrequenz eine gewisse Schwelle übersteigt, gelangt kein Sauerstoff mehr in die Muskeln und der Körper beginnt, Kohlenhydrate zu verbrennen. Generell ist es deshalb für den Körper einfacher Kohlenhydrate zu verwerten.

Diese Schwelle liegt bei jedem Menschen woanders. Um wirklich Fett zu verbrennen, darf die Herzfrequenz diese Schwelle also nicht überschreiten, also darf der Körper nur bis zu einem gewissen Punkt belastet werden. Als Faustregel kann gelten: Höchstens 75 Prozent Prozent der maximalen Herzfrequenz.

Eben mal kurz zwischendurch auf das Fahrrad steigen bringt nichts

Fahrradfahren ist deshalb – wenn man es zum Abnehmen betreibt – kein Sport für "mal eben schnell zwischendurch". Über eine kurze Dauer mit hohem Tempo, um in der kurzen Zeit möglichst viele Kilometer zu fahren, liegt die Herzfrequenz mit hoher Wahrscheinlichkeit über dieser Schwelle.

Um die Fettverbrennung anzuregen, sollte man also über einen langen Zeitraum mit mäßigem Tempo eine möglichst weite Distanz zurücklegen – das wiederum ist zeitintensiv. Ob man sich im richtigen Herzfrequenzbereich befindet, sollte man deshalb mit einem Herzfrequenzmesser überprüfen. Falls meinen keinen hat, sollte man sich an folgender Regel orientieren: So lange ich mich beim Fahren problem- und mühelos unterhalten, ein Bonbon lutschen oder ein Kaugummi kauen kann, befinde ich mich im richtigen Bereich. Bleibe ich in dem Bereich – so steht es in vielen Blogs, die sich des Themas annehmen – verbrenne ich rund 500 Kalorien pro Stunde. Das ist jedoch nur ein durchschnittlicher und geschätzter Wert.

Nach einer schnellen kurzen Fahrt ist man zwar auch sehr erschöpft, hat aber im Grunde nur schnell verwertbare Kohlenhydrate verbraucht, die Fettreserven bleiben unangetastet. Schlimmstenfalls fährt man sich in die Unterzuckerung – die sich wiederum nur mit erneuter Zuckerzuführung bekämpfen lässt. Man verbrennt nur dass, was man zu sich nimmt, der Effekt für Training und Kalorien ist gleich Null.  ​Also: Lassen Sie es besser langsam angehen.         

 Packen wir’s an – für eine bewegte Zukunft

Mobilität heute, morgen und übermorgen: Unter dem Motto "Packen wir´s an – für eine bewegte Zukunft" widmet sich die Bertelsmann Content Alliance vom 5. bis 11. Oktober 2020 der Gegenwart und Zukunft der Mobilität. Die Mediengruppe RTL und Gruner + Jahr geben einen Ausblick auf Trends, Innovationen und wie wir uns in Zukunft klima- und umweltfreundlich fortbewegen können.