CDU-Landesvater zwischen Erinnerung und ZukunftHendrik Wüst im KZ Auschwitz – NRW-Ministerpräsident auf Polen-Reise

von Daria Semcov und Vanessa Brodka

Es ist ein Ort des Grauens und ein Ort, der niemals vergessen werden darf. Hendrik Wüst (CDU) besuchte am Mittwoch (20.05.) erstmals das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Der NRW-Ministerpräsident zeigte sich tief bewegt. Die Reise nach Polen steht im Zeichen der Erinnerung, aber auch der deutsch-polnischen Partnerschaft und gemeinsamen Zukunft.

Ein Ort des unfassbaren Leids

In Auschwitz-Birkenau wurden mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet. Vor allem Juden, aber auch Sinti und Roma, politische Gegner und Kriegsgefangene. Für Hendrik Wüst (CDU) war es der erste Besuch an diesem historischen Ort. Während des Rundgangs wirkte der NRW-Ministerpräsident sichtlich betroffen. Besonders emotional wurde der Moment an der sogenannten Todesmauer. Dort wurden tausende Häftlinge von den Nationalsozialisten erschossen.

„In jedem Raum steckt eine neue Grausamkeit“

Auch für viele Mitglieder der Presse-Delegation war der Besuch eine erstmalige Erfahrung. RTL WEST Reporterin Vanessa Nikić beschreibt die Eindrücke als beklemmend: „Es steckt in jedem Raum eine neue Grausamkeit. Übrig gebliebene Haare, die Asche der Opfer – bei dem Rundgang hatte ich die ganze Zeit ein bedrückendes Gefühl.“ Der Besuch macht deutlich, wie wichtig Erinnerungskultur auch heute noch ist.

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Partnerschaft zwischen NRW und Schlesien

Der Besuch in Auschwitz war der wichtigste Termin der zweitägigen Polenreise des NRW-Ministerpräsidenten. Gemeinsam mit einer Delegation aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Sport wirbt Wüst für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Nordrhein-Westfalen und der polnischen Region Schlesien. Die Verbindung der Regionen reicht weit zurück: Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Vertriebene aus Schlesien nach NRW. Bis heute bestehen enge kulturelle und gesellschaftliche Beziehungen.

Überraschungsgast Lukas Podolski

Für einen unerwartet lockeren Moment sorgt am Dienstagabend (19.05.) Fußball-Weltmeister Lukas Podolski. Der ehemalige Nationalspieler lebt inzwischen wieder in seiner Geburtsregion und spielt seit 2021 beim polnischen Erstligisten Górnik Zabrze. „Mich verbinden zwei Heimaten“, sagt Podolski. „Hier bin ich geboren, in Deutschland bin ich aufgewachsen.“

Fußball verbindet über Grenzen hinweg

Auch Borussia Dortmund ist Teil der Delegation. Geschäftsführer Carsten Cramer erinnert an die traditionsreiche Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und Polen. „Der BVB ist damals in einer Kirche entstanden, die für polnische Migranten gebaut worden ist“, erzählt Cramer. Mit dem früheren BVB-Profi Łukasz Piszczek betreibt der Verein inzwischen sogar eine Fußball-Akademie in dessen Heimatregion.

Im Video: Interview mit Hendrik Wüst (CDU)

Rückreise mit vielen Eindrücken

Am Mittwochabend (20.05.) geht es für Hendrik Wüst und seine Delegation zurück nach Düsseldorf. Hinter ihnen liegen zwei Tage voller Gespräche, Begegnungen und bewegender Momente – zwischen historischer Verantwortung und dem Blick auf eine gemeinsame europäische Zukunft.