Stadt will Angsträume beseitigenKampf gegen Schrottimmobilien – Millionen für Abriss und Sanierung in Hagen
Verwahrloste Häuser, marode Wohnungen und ganze Straßenzüge voller Problemimmobilien: In Hagen sollen sogenannte Schrottimmobilien jetzt gezielt verschwinden. Oberbürgermeister Dennis Rehbein und NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (beide CDU) haben dafür am Mittwoch (20.05.) den „Hagen-Pakt 2026 bis 2035“ unterzeichnet. Mit Millionenhilfen und neuen gesetzlichen Möglichkeiten will die Stadt gegen heruntergekommene Gebäude und kriminelle Strukturen vorgehen. Ziel ist es, Wohnviertel sicherer und lebenswerter zu machen.
Schrottimmobilien prägen ganze Viertel
In Hagen gibt es nach Angaben der Stadt rund 350 Problemimmobilien. Viele der Gebäude stehen leer, sind stark heruntergekommen oder gelten als soziale Brennpunkte. Für viele Anwohner sorgen die Häuser nicht nur für ein schlechtes Stadtbild, sondern auch für Unsicherheit und Angst. Mit dem neuen „Hagen-Pakt“ soll die Stadt jetzt deutlich mehr Möglichkeiten bekommen, gegen diese Immobilien vorzugehen. Kernstück ist ein Fonds in Höhe von rund 80 Millionen Euro. Das Geld stammt aus Mitteln des Landes, des Bundes und der NRW-Bank. Damit kann Hagen Problemhäuser gezielt aufkaufen, sanieren oder auch abreißen lassen. Einige Immobilien sollen nach einer Modernisierung wieder verkauft werden.
Kriminelle Strukturen im Fokus
Ein Teil der Problemimmobilien gehört nach Angaben der Stadt organisierten Gruppen. Diese kaufen Häuser häufig bei Zwangsversteigerungen auf und vermieten sie anschließend an Menschen aus Ost- und Südosteuropa. Viele Betroffene kommen zunächst mit Arbeitsperspektiven nach Deutschland, geraten dann aber in schwierige soziale Abhängigkeiten. Laut Stadt stehen immer wieder Vorwürfe des Sozialleistungsbetrugs im Raum. In der Vergangenheit kam es deshalb bereits mehrfach zu Razzien in entsprechenden Häusern. Das Land Nordrhein-Westfalen plant deshalb zusätzliche gesetzliche Möglichkeiten. Mit dem sogenannten Fairen-Wohnen-Gesetz sollen Städte künftig stärker gegen Eigentümer problematischer Immobilien vorgehen können. Vorgesehen sind unter anderem neue Regelungen zur Treuhandverwaltung und weitergehende Eingriffsmöglichkeiten bei verwahrlosten Häusern.
Mehr moderner und bezahlbarer Wohnraum
Neben dem Abriss maroder Gebäude setzt die Stadt auch auf die Modernisierung bestehender Wohnungen. Innerhalb der kommenden zehn Jahre sollen rund 600 Wohneinheiten zurückgebaut und etwa 1.000 modernisiert werden. Ziel ist es, Wohnraum zu schaffen, der besser zu den heutigen Bedürfnissen von Familien passt und gleichzeitig bezahlbar bleibt. Viele Wohnungen in Hagen gelten als veraltet, zu klein oder energetisch sanierungsbedürftig. Durch neue Wohnungen und modernisierte Gebäude sollen Stadtteile langfristig attraktiver werden. Die ersten Abrisse von Problemimmobilien sollen nach Angaben der Stadt noch in diesem Jahr beginnen. Hagen hofft damit nicht nur auf ein schöneres Stadtbild, sondern vor allem auf mehr Sicherheit und Lebensqualität für die Menschen vor Ort.

































