Bundeskanzler zu Gast in HamburgMerz lobt „den Geist der Hansestädte”

„Wir müssen wieder innovativer und wettbewerbsfähiger sein.”
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist am Donnerstag (7. Mai) zu Besuch in Hamburg und appelliert in seiner Festrede zum Übersee-Tag für mehr Grundvertrauen und Aufbruchstimmung. Auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ruft zu mehr Zusammenarbeit auf.
Merz fordert mehr Grundvertrauen
„Wir wissen, was auf dem Spiel steht,” so der Kanzler am Donnerstag (7. Mai). Als Festredner und Ehrengast des 76. Übersee-Tags empfängt ihn Hamburgs Oberbürgermeister in der Hansestadt. Nach Tagen des Rechtfertigens wegen teils niederschmetternder Kritik zum ersten Regierungsjahr, versucht der Friedrich Merz an diesem Tag Aufbruchsstimmung und Mut zu verbreiten: „Wir wissen, dass die Geschichte morgen über unsere Entscheidungen urteilt.”
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Vor geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft spricht der Kanzler davon, dass die Neusortierung der Welt nicht nur eine Bedrohung, sondern auch eine Chance für Deutschland und die Wirtschaft sei. Entscheidend dafür: „Wir müssen wieder innovativer und wettbewerbsfähiger sein”, so Merz. Für den Fortschritt spiele auch Hamburg eine zentrale Rolle: „Es geht nicht ohne Grundvertrauen in unsere Gesellschaft. Es wird nicht ohne den Geist der Hansestädte gehen. Sie stehen für Weltoffenheit und Freiheit im Denken.”
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„Wir können so nicht arbeiten im 21. Jahrhundert”
Auch Peter Tschentscher (SPD) unterstreicht in seiner Begrüßung die Relevanz von Hamburg für die Zukunft der Bundesrepublik: „Der Hafen und der internationale Handel sind ein Motor der Wirtschaft im Norden.“ Um zukünftig mit Deutschland gemeinsam erfolgreich zu sein, seien auch die Bürger gefordert und müssen mit Wirtschaft und Politik an einem Strang ziehen. Es gebe viele Blockaden, aber wie zum Beispiel im Fall der Digitalisierung müssten die Menschen mehr mitziehen: „Die Möglichkeit sich an oder umzumelden ist mittlerweile auch online möglich. Das nutzen aber nur 10 Prozent. Wir können so nicht arbeiten im 21. Jahrhundert.”
Mehr als 100 Jahre Übersee-Geschichte!
Seine Wurzeln hat der Überseetag im Jahr 1922, als in Hamburg der Übersee-Club gegründet wird. In der wirtschaftlich schwierigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg soll dieser Club die internationale Rolle der Hansestadt stärken und den Wiederaufbau fördern. Dabei ging es vor allem auch darum, einen Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu schaffen. Dieser Austausch ist noch heute Kern des Clubs, der mittlerweile über 1.700 Mitglieder hat und auch für Toleranz und Völkerverständigung kämpft. Anfang Mai wird jedes Jahr traditionell der Übersee-Tag gefeiert und damit an die Verleihung der Handelsprivilegien an die Freie und Hansestadt Hamburg durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa 1189 gedacht.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, Stadt Hamburg

































