„Es gibt in ganz Deutschland keinen geeigneteren Ort”Vor Hamburgs Olympia-Entscheidung! Peter Tschentscher (SPD) fordert mehr Mut und Vertrauen

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Peter Tschentscher hat ein klares Ziel: Olympia in Hamburg.
Neuland Concerts GmbH/Ulrich Perrey/dpa

Für ihn ist klar: Olympia soll in die Hansestadt kommen!
Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) wirbt seit Monaten für die Bewerbung seiner Stadt als Austragungsort für die Olympischen Spiele. Bevor darüber Ende Mai abgestimmt wird, hat Tschentscher nun in einer Regierungserklärung nochmal die Werbetrommel gerührt und die Frage aufgeworfen: Kann es sich Hamburg überhaupt leisten, Nein zu Olympia zu sagen?

„Es ist das beste Olympiakonzept”

„Haben wir den Mut, die Herausforderung des bedeutendsten Sportevents anzunehmen?” Mit diesen Worten wendet sich Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Mittwoch (6. Mai) an die Abgeordneten der Hamburgischen Bürgerschaft und auch an die Bürger der Hansestadt. In seiner Regierungserklärung macht er wenige Wochen vor dem Referendum noch einmal Werbung für sein großes Ziel: Olympische Spiele an Alster und Elbe. Dabei spricht er immer wieder von einer „Entscheidung, die unserer Stadt Jahrzehnte Rückenwind geben kann.”

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Konkret geht es um das Bewerbungsverfahren für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Peter Tschentscher ist sich sicher, seine Stadt ist bereit und optimal geeignet für das Mega-Spektakel: „Wir haben ein sehr gutes Konzept. Es passt zu Hamburg, und es ist das beste Olympiakonzept, das in Deutschland bisher entworfen wurde.” Dabei betont er, bei der Ausrichtung der Spiele müssten sich diese mittlerweile dem Austragungsort anpassen und bestmöglich in die bestehenden Strukturen einfügen und nicht mehr umgekehrt.

Video-Tipp: Tschentscher will Olympia in der Hansestadt

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Kritik von der Opposition: „Wirklich ein Glücksspiel”

In seiner Regierungserklärung betont Tschentscher erneut die Chancen, die sich für die Hansestadt ergeben könnten – ob für die Wirtschaft, die Infrastruktur oder die Gesellschaft. Dabei wirft er auch die Frage auf: „Können wir es uns leisten, die Spiele in den Süden oder eine andere Region ziehen zu lassen?” Tschentschers Antwort ist ein ganz klares Nein.

Doch das sehen nicht alle Parteien im Senat so. Neben der AfD stellt sich auch die Linke klar gegen Olympia. So erklärt Heike Sudmann, Co-Fraktionsvorsitzende der Linken, am Mittwoch in der Bürgerschaft: „Das ist wirklich ein Glücksspiel, das der Bürgermeister hier vertritt. Wir wissen, dass alle Olympischen Spiele ungefähr 140, 170 Prozent teurer werden als ursprünglich geplant.”

4,8 Milliarden Euro Kosten für Olympia in Hamburg!

Sollten die Olympischen Spiele wirklich in den Norden kommen, rechnet die Hansestadt mit Megakosten in Höhe von 4,8 Milliarden Euro, zum Beispiel für temporäre Sportstätten, Personal und Technik. Zusätzlich plant die Stadt Investitionen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro in die Stadtentwicklung, unter anderem in den Ausbau des ÖPNVs und der Barrierefreiheit. Trotz all dieser Kosten soll Hamburg aber nicht mit einem Minus aus Olympia rausgehen: Laut Senat würden Berechnungen Einnahmen von 4,9 Milliarden Euro ergeben, was zu einem Gewinn von 100 Millionen Euro führen würde.

Ende Mai wird gewählt

Am 31. Mai haben die Hamburger die Wahl: Olympische Spiele, Ja oder Nein? Im benachbarten Bundesland Schleswig-Holstein ist die Entscheidung schon am 20. April gefallen: 63,5 Prozent der Kieler stimmten für eine Bewerbung der Landeshauptstadt als Segelstandort für künftige Spiele.

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Neben Hamburg könnten auch Berlin, München oder die Region Rhein-Ruhr einer von vier möglichen Kandidaten für eine deutsche Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 werden. Mit welchem Kandidaten der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) dann ins Rennen geht, wird im September entschieden.

Verwendete Quellen: dpa, eigene RTL-Recherche