Unwetter im LivetickerAlarmstufe Rot! Italienische Behörden warnen vor Überschwemmungen

Die Hochwasserlage in gleich mehreren Ländern bleibt kritisch!
Und die Opferzahlen steigen: Beim verheerenden Regen von Polen bis Österreich sind mindestens 23 Menschen ums Leben gekommen. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht absehbar, weil die Aufräumarbeiten gerade erst anlaufen. Auch in Italien spitzt sich die Hochwasserlage zu.

Hochwasserlage aktuell - Alle Infos und News zum Unwetter hier im Liveticker:

Alexander Schölzel

Sinkende Elbe-Pegelstände - Alarmstufe 2 in Dresden endet 

Der sehr langgestreckte Scheitel des Elbe-Hochwassers hat den sächsischen Abschnitt passiert. An allen Messstellen entlang des Flusses sinken die Pegel wieder. In Dresden soll am Samstagmittag die Alarmstufe 2 aufgehoben werden, wie die Stadt mitteilte. Sowohl in Sachsen als auch im tschechischen Einzugsgebiet der Elbe und Moldau seien keine größeren Niederschläge zu erwarten. Bei Alarmstufe 2 kann es zu Überschwemmungen landwirtschaftlicher Flächen und einzeln stehenden Gebäuden kommen. 
Am Freitagmorgen war nur noch in Torgau der Pegel leicht angestiegen. Ab dem Nachmittag ging er jedoch auch hier zurück und lag knapp unter 6,50 Meter. In Dresden wurden am Nachmittag etwas mehr als 5,30 Meter gemessen. Der Normalwert liegt bei 1,42 Meter.
IMAGO/Daniel Wagner
Johanna Grewer

1.000 Menschen müssen sich in Sicherheit bringen 

Der Fluss Senio ist im italienischen Castel Bolognese in der Nähe von Ravenna über die Ufer getreten und flutet die Straßen. Laut Behörden wurden 1.000 Menschen rund um Ravenna und Bologna in Sicherheit gebracht. Die Behörden rufen Menschen in den betroffenen Regionen auf, nicht ins Freie zu gehen und sich in höherliegende Stockwerke zu begeben. 
Ansa
Johanna Grewer

23 Tote und viele Vermisste durch Hochwasser 

Die Zahl der Toten bei der Hochwasser- und Überflutungskatastrophe in Mittel- und Südosteuropa ist auf mindestens 23 gestiegen. In Tschechien sei ein fünfter Todesfall bestätigt worden, sagte Innenminister Vit Rakusan im Nachrichtensender CNN Prima News. In dem deutschen Nachbarland gelten mindestens acht Menschen als vermisst, darunter die Insassen eines Autos, das von einem reißenden Fluss mitgerissen wurde. 
Johanna Grewer

Italienischer Katastrophenschutz warnt Bevölkerung vor Überschwemmungen 

Auch die italienische Region Emilia-Romagna ist von den Unwettern betroffen. In den betroffenen Gebieten ist Alarmstufe Rot ausgerufen. Auch der Zugverkehr in der Emilia-Romagna wurde eingestellt. 
Johanna Grewer

Hochwasserwelle erreicht Breslau 

In Polen hat die Hochwasserwelle in der Nacht die niederschlesische Stadt Breslau erreicht. Der Wasserstand an der Messstation Trestno vor den Toren der Stadt betrage 6,31 Meter, sagte der Leiter des Meteorologischen Instituts bei einer Sitzung des Krisenstabes vor Ort. «Hier sehen wir bereits eine Stabilisierung.» Ein Pegelstand von 6,30 bis 6,40 Meter werde sich aber länger halten. Normal ist ein Wasserstand von etwas mehr als drei Metern. Die jetzige Flutwelle ist deutlich niedriger als beim Oderhochwasser 1997, als der Wasserstand 7,24 Meter erreichte. Regierungschef Donald Tusk warnte bei einer Sitzung des Krisenstabs jedoch davor, die Situation zu unterschätzen. „Es ist zu früh, um den Sieg über das Hochwasser bei Breslau zu verkünden.“ Man müsse die Lage weiter im Auge behalten. 
Johanna Grewer

Höchster Wasserstand der Elbe strömt am Nachmittag auf Sachsen zu 

Der Hochwasserscheitel der Elbe auf sächsischem Gebiet soll laut Vorhersagen am Nachmittag erreicht werden. Am Pegel Schöna an der Grenze zu Tschechien werden in der Spitze 6,71 Meter erwartet, wie aus aktuellen Daten des Landeshochwasserzentrums hervorgeht. Am Donnerstagmorgen wurden 6,58 Meter gemessen (Stand: 7.45 Uhr) - normal sind dort 1,58 Meter. In Dresden soll der sehr langgestreckte Höchststand ebenfalls am Nachmittag erreicht werden. Dort werden 6,12 Meter erwartet bei einem Normalstand von 1,42 Meter. 
Für beide Pegel gilt Alarmstufe 3. Am nächsten Messpunkt in Riesa liegt der Wasserstand bei 6,65 Metern (Alarmstufe 2). Das Wasser wird laut der Prognose sehr langsam abfließen, auch wegen der Steuerung in den Moldau-Kaskaden zum Schutz der flussabwärts liegenden tschechischen Hauptstadt Prag. Hydrologen gehen davon aus, dass das Elbe-Hochwasser möglicherweise bis Ende September anhält. 
Alexander Schölzel
dpa

Pegelstände an Elbe steigen, Aufräumarbeiten in den Nachbarländern beginnen 

An Elbe und Oder dürften die Pegelstände weiter steigen. In den Nachbarländern beginnen die Menschen mit Aufräumarbeiten nach der Flut. Doch die Gefahr ist noch nicht überall gebannt. Die Elbe in Sachsen steigt leicht, vorsichtige Entwarnung gibt es dagegen entlang anderer Flüsse im Osten und Süden Deutschlands. In Dresden ist die Elbe am Mittwoch über die Marke von sechs Metern gestiegen. Weiter nördlich blickt Brandenburg sorgenvoll auf die Oder, die in den nächsten Tagen mehr Wasser bringen dürfte. In den Hochwassergebieten von Polen über Tschechien bis nach Österreich entspannt sich die Lage nur langsam. An einigen Orten steigt das Wasser der Flüsse noch. In Alarmbereitschaft sind auch die Behörden in Brandenburg. Nach der Prognose des Landesamtes für Umwelt wird bei dem Ort Ratzdorf, wo die Oder zuerst brandenburgisches Gebiet erreicht, in den nächsten Tagen die höchste Alarmstufe 4 mit einem Wasserstand von um die sechs Meter erreicht. 
Anders die Lage in Bayern. Der Hochwassernachrichtendienst teilte mit, dank des erwarteten trockenen Wetters ende die Hochwasserlage. Nur an einzelnen Pegeln, zum Beispiel bei der Mündung der Isar in die Donau nahe Deggendorf, seien zwischenzeitlich noch leichte Anstiege der Stände zu erwarten. Danach sei damit zu rechnen, dass das Wasser zurückgehe - auch weil die Schneeschmelze in den Alpen «moderat» ausfallen soll. 
(kra)

Polen: Hochwasserwelle erreicht Stadt an der Oder

Bei den schweren Überschwemmungen im Südwesten Polens hat die Hochwasserwelle nun die Region nahe Breslau (Wroclaw) erreicht. In der Kleinstadt Olawa 26 Kilometer südöstlich der niederschlesischen Metropole sei der Wasserstand der Oder in der Nacht zu Mittwoch um anderthalb Meter gestiegen, teilte der Generalstab der polnischen Armee auf X mit. 
Nach Angaben des Bürgermeisters der Stadt mit 33.000 Einwohnern werde die Flutwelle mit maximal 7,70 Metern niedriger als erwartet - normal sind mehr als zwei Meter. Der hohe Wasserstand könne aber länger anhalten als ursprünglich prognostiziert. Dies bedeutet eine große Belastung für die Deiche, die dem Wasser standhalten müssen. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte der Nachrichtenagentur PAP, viele Bürger würden den Einsatzkräften dabei helfen, die Deiche mit Sandsäcken zu verstärken.


(kra)

Erste Plünderungen in Tschechien - Aufräumarbeiten beginnen

In Tschechien ist es vereinzelt zu ersten Plünderungen in den Hochwasser- und Überschwemmungsgebieten gekommen. Der Polizei seien bisher drei derartige Fälle bekannt, sagte Innenminister Vit Rakusan nach einer Krisensitzung in Prag. Das Gesetz sehe in Katastrophenlagen wie dieser deutlich höhere Strafen für solche Taten vor. Für das Ausrauben eines Hauses drohten bis zu 15 Jahre Gefängnis ohne Bewährung.
Entlang der Elbe an der Grenze zu Sachsen wird im Laufe des Tages eine weitere Zunahme des Wasserstands erwartet. In Usti nad Labem (Aussig an der Elbe) sollen Hochwasserbarrieren und Sandsäcke das Stadtgebiet schützen. An der Marienbrücke wurde ein Mensch in der Elbe gesehen, eine Suchaktion blieb indes erfolglos. Viele Uferflächen waren überflutet, der Ortsteil Dolni Zleb im Elbtal war nur mit der Bahn zu erreichen. Landesweit galt noch an mehr als 25 Pegelstationen die höchste Hochwasser-Alarmstufe.
(kra)

Feuerwehrmann in Italien bei Unwetter ertrunken

Bei heftigen Regenfällen in der Region Apulien im Süden Italiens ist ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Der Geländewagen des 59 Jahre alten Mannes wurde in der Nähe der Gemeinde San Severo von Wassermassen mitgerissen, wie die Behörden mitteilten. Dabei ertrank er. Der Mann wollte anderen Autofahrern helfen. Er hätte den Angaben zufolge demnächst in Rente gehen sollen.
Johanna Grewer

Pegelstand der Elbe in Dresden kurz vor Alarmstufe 3

Die Pegelstände der Elbe in Dresden und Schöna (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) steigen weiter langsam an. Die Alarmstufe 3 ist in Dresden bislang nicht erreicht worden, wie aus Daten des Landeshochwasserzentrums hervorgeht. Am frühen Mittwochmorgen wurden dort 5,98 Meter gemessen. 

Damit liegt der Wert knapp vor der Sechs-Meter-Marke, die die dritte Alarmstufe einleitet. Laut der aktuellen Vorhersage soll der Wasserstand aber noch am Morgen den Richtwert erreichen. Am Pegel Schöna wurde der Richtwert für Stufe 3 bereits überschritten. Am frühen Morgen lag der Wasserstand bei 6,54 Metern. 

Alarmstufe 3 bedeutet für die Anwohner, dass bebaute Fläche, überörtliche Straßen und Schienenwege überschwemmt werden können. Bei Stufe 2 werden vor allem land- oder forstwirtschaftlicher Flächen, Gärten und andere Grünflächen geflutet, einzelne Gebäude können aber auch betroffen sein. 
Alexander Schölzel

Erste Vorkehrungen werden in Brandenburg getroffen

In Brandenburg bereiten sich die Behörden auf steigende Wasserstände angesichts des Hochwassers im Nachbarland Polen vor. Es gilt bislang Hochwasser-Alarmstufe 1 zum Beispiel am Pegel der Lausitzer Neiße in Klein Bademeusel bei Cottbus, wie aus dem Hochwasserportal des Landes hervorgeht. Bei der untersten Alarmstufe 1 von insgesamt vier Stufen beginnen Gewässer übers Ufer zu treten.
Die Regionen treffen erste Vorkehrungen, Krisenstäbe tagten. In Spremberg wurden etwa Fahrrad- und Fußgängerunterführungen an einigen Stellen gesperrt. An der Oder ist laut Landesamt für Umwelt ab Freitag die Alarmstufe 3 und später sogar 4 möglich - etwa am Sonntag bei Ratzdorf südlich von Frankfurt/Oder. Bei der höchsten Stufe 4 geht es um die Katastrophenabwehr, dazu gehört auch die Vorbereitung von Evakuierungen. 
Helfer befüllen Sandsäcke in Lebus, einer Kleinstadt etwa zehn Kilometer nördlich von Frankfurt (Oder).
Helfer befüllen Sandsäcke in Lebus, einer Kleinstadt etwa zehn Kilometer nördlich von Frankfurt (Oder). dpa
Alexander Schölzel

Sorge vor weiteren Dammbrüchen in Österreich – Anwohner organisieren sich über Facebook

Immer wieder kommt es in Teilen Österreichs zu Dammbrüchen. Mittlerweile organisieren sich Anwohner und freiwillige Helfer per Facebook, um tausende Sandsäcke zu befüllen. Mehr als 200 Straßen in Niederösterreich waren gesperrt, 1.800 Gebäude geräumt worden. Es gab auch Stromausfälle. In Niederösterreich waren in den vergangenen Tagen regional bis zu 370 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen - ein Mehrfaches der üblichen Monatsmenge.
dpa
dpa
dpa
Alexander Schölzel

Polen: Zahl der Todesopfer nach Hochwasser steigt

 In den polnischen Hochwassergebieten sind nach Polizeiangaben zwei weitere Tote gefunden worden. Es handele sich um zwei Männer, sagte eine Sprecherin der Polizei in Klodzko der Nachrichtenagentur PAP. Die Leiche des einen Mannes sei in einem Auto in dem Dorf Ladek-Zdroj entdeckt worden. Der zweite Tote wurde in Stronie Slaskie im Flussbett der Biala Ladecka gefunden. Damit steigt die Zahl der Toten auf sechs. Am Dienstag war laut PAP von zunächst vier Toten die Rede gewesen.
Nach anderen Berichten liegt die Zahl der Todesopfer höher. So berichtete das Portal Onet unter Berufung auf Angaben der Regionalverwaltung in Klodzko von insgesamt zehn Toten, darunter drei in Ladek-Zdroj und sieben in Stronie Slaskie.
Der niederschlesische Ort Stronie Slaskie liegt im Glatzer Schneegebirge nahe Polens Grenze zu Tschechien. Am Sonntag war dort ein Staudamm gebrochen. Die Wassermassen ergossen sich auch in den weiter unterhalb gelegenen Kurort Ladek-Zdroj. 
Alexander Schölzel

Donau in Österreich für Schifffahrt gesperrt

 Nach den heftigen Niederschlägen der vergangenen Tage dürfen auf dem österreichischen Abschnitt der Donau bis auf Weiteres keine Schiffe fahren. Das gab das Ministerium für Klimaschutz und Mobilität bekannt.
Seit dem vergangenen Hochwasser-Wochenende waren Teilstrecken des Flusses nach und nach gesperrt worden. Am Dienstag wurde schließlich auch die Schifffahrt im Grenzgebiet zu Bayern untersagt.

Schneeschmelze als Risikofaktor

Wegen der Sperre sitzen derzeit rund 70 Güterschiffe und 70 Personenschiffe in Österreich fest. Die meisten Passagiere konnten bereits an Land gehen. Am Dienstag wurde auch eine Lösung für den Schweizer Flusskreuzer «Thurgau Prestige» gefunden. 102 Passagiere mussten in den vergangenen Tagen in Wien wegen Hochwassers an Bord bleiben. Nun können auch sie das Schiff verlassen, hieß es.

Die Totalsperre der Donau ist in Kraft, weil die hohen Pegelstände nach Ende des Dauerregens nur langsam sinken. Durch die steigenden Temperaturen sei nun eine Schneeschmelze in den Bergen zu erwarten, hieß es aus dem Ministerium. Deshalb sei ein neuerlicher Anstieg der Donau zu befürchten. Wie lange das Fahrverbot gilt, ist laut den Behörden noch nicht abschätzbar.