Unwetter in Spanien im Liveticker Toni Kroos „extrem bedrückt” über Flut in seiner Wahlheimat

Tausende stehen vor dem Nichts, haben Angehörige verloren oder bangen weiter um Vermisste!
Sintflutartiger Regen hat in Spanien zu einer Flutkatastrophe mit mindestens 215 Toten geführt. Alle Infos und News zur Jahrhundertflut in Spanien findet ihr hier im Liveticker.

Hochwasserlage aktuell - Alle Infos und News zum Unwetter hier im Liveticker:

Uli Vonstein

Toni Kroos "extrem bedrückt" über Flut in seiner Wahlheimat

Der ehemalige deutsche Fußballstar Toni Kroos hat sich nach den heftigen Unwettern in seiner Wahlheimat Spanien betroffen gezeigt. „Es ist natürlich eine große Tragödie“, sagte der Weltmeister 2014 und Ex-Profi von Real Madrid in einem Podcast mit seinem Bruder Felix Kroos. „Es ist extrem bedrückend, die Bilder zu sehen.“

Man habe „immer so das Gefühl, diese Bilder sind eigentlich immer ganz weit weg“, führte Kroos aus. „Und dann sind sie dann doch auch, in Abständen, mittlerweile ganz nah. Es ist leider so.“ Die Partie seines Ex-Clubs Real beim FC Valencia war am vergangenen Wochenende abgesagt worden, weitere Spiele in der Primera División fanden statt.

Dass die spanische Liga nicht komplett pausiert, hatte unter anderem Real-Coach Carlo Ancelotti gerügt. „Fußball ist ein Fest, und man kann nur feiern, wenn es einem selbst, seiner Familie und allen anderen gut geht. Wenn es den Leuten nicht gut geht, kann man nicht feiern“, sagte der 65-Jährige.
Toni Kroos und Carlo Ancelotti (Archivfoto, Mai 2024)
Toni Kroos und Carlo Ancelotti (Archivfoto, Mai 2024). Imago
Uli Vonstein

Flut-Überlebende (88) von 1957 verliert erneut alles - und stirbt an Herzinfarkt

Ein besonders trauriges Schicksal bewegt die Menschen in Spanien. Mari Cruz Brazales Garcia stirbt nach dem Flutdrama an einem Herzinfarkt - nachdem sie zum zweiten Mal in ihrem Leben alles verlor. Bereits 1957 wurde die damals 21 Jahre alte Frau Opfer einer Überschwemmung des Flusses Turia. 

Sie zog um, baute sich in der Gemeinde Beniparell ein neues Leben auf. Dort zog sie ihre Kinder und Enkelkinder auf, war glücklich und zufrieden. Bis zum 29. Oktober 2024, als das Wasser ihr Haus zerstörte. Zuviel für die 88-Jährige: sie starb am Tag danach an einem Herzinfarkt, nachdem sie unter Schock stehend die Nacht verbracht hatte.

„Meine Großmutter war ein Leben lang in Beniparrell“, sagte ihr Enkel der regionalen Zeitung Levante-EMV. Sie sei ein sehr fröhlicher, netter Mensch gewesen, der von vielen Menschen im Dorf geliebt wurde. Sie hinterlässt fünf trauernde Enkel und fünf Urenkel. 

Uli Vonstein

Fast 100 Vermisste in der Region Valencia

Nach den schweren Unwettern in Spanien in der vergangenen Woche werden noch immer Menswchen vermisst. Die Behörden in der Region Valencia teilten auf der Plattform X mit, dass es 89 Vermisste gebe. Sie Berufen sich auf die gemeinsamen Büros des forensischen Dienstes und der Sicherheitskräfte.
Die Zahl der Todesopfer steigt unterderssn weiter. Allein im Raum Valencia sind bisher offiziell 211 Menschen gestorben. In mindestens 62 Fällen steht die Identifizierung von Leichen noch aus. 
reuters
Camilla Koziol

Große Not - Hilfspaket geschnürt

Eine Woche nach dem verheerenden "Jahrhundert-Unwetter" im Osten Spaniens mit mehr als 200 Todesopfern bietet das Katastrophengebiet weiterhin ein trostloses Bild. Trotz der inzwischen auf Hochtouren laufenden Bergungs- und Aufräumarbeiten sind viele Straßen der über 60 schwer betroffenen Gemeinden in der Region Valencia immer noch mit Schlamm bedeckt. Überall lagen Müll, kaputte Möbel und aufgestapelte Autos, wie die Kameras des TV-Senders RTVE und anderer Medien zeigten.

Zumindest gab es seit den Überschwemmungen und Erdrutschen eine erste gute Nachricht für die Flutopfer: Die Zentralregierung kündigte ein Hilfspaket in einer Gesamthöhe von 10,6 Milliarden Euro an. Die vorgesehenen Direkthilfen und Bürgschaften für Haushalte und Unternehmen seien nur "ein erster Schritt", betonte Ministerpräsident Pedro Sánchez. 
Ein Mann sammelt nach dem Jahrhundert-Unwetter im Osten Spaniens, Müll und Trümmer in einer Straße auf.
Ein Mann sammelt nach dem Jahrhundert-Unwetter im Osten Spaniens, Müll und Trümmer in einer Straße auf. dpa
Ein zerstörtes Klavier bedeckt mit Schlamm ist nach dem Jahrhundert-Unwetter im Osten Spaniens zu sehen. Foto: Eduardo Manzana/EUROPA PRESS
Ein zerstörtes Klavier bedeckt mit Schlamm ist nach dem Jahrhundert-Unwetter im Osten Spaniens zu sehen. Foto: Eduardo Manzana/EUROPA PRESS. dpa
Johanna Grewer

Zahl der Todesopfer leicht nach unten korrigiert

Bei dem Unwetter in Spanien starben nach der vorläufigen offiziellen Bilanz mindestens 215 Menschen, die meisten davon in der Provinz Valencia im Osten des Landes. Diese Opferzahl wurde zuletzt leicht nach unten korrigiert. Zuvor war von 217 Todesopfern die Rede. Es gibt aber noch sehr viele Vermisste. 
Johanna Grewer

Spanische Regierung kündigt Hilfszahlungen für die Flutopfer an 

Premierminister Pedro Sanchez hat angekündigt, dass die Flutopfer finanzielle Hilfe vom Staat erhalten sollen. 10,6 Milliarden Euro will die Regierung bereitstellen. 

Rund 838 Millionen Euro davon sollen den Opfern der Katastrophe direkt ausgezahlt werden. Weitere fünf Milliarden sollen kleineren Unternehmen, Selbstständigen und Familien als Kredite zur Verfügung gestellt werden, um den Wiederaufbau zu finanzieren. Auch für die Reparatur von Infrastruktur in den betroffenen Regionen und Steuererleichterungen sollen Gelder locker gemacht werden. 

Johanna Grewer

Das Wunder von Bonaire: Bisher keine Leichen in Parkgarage gefunden 

Die schlimmsten Befürchtungen sind offenbar nicht eingetreten. Einsatzkräfte durchsuchen nach der Flutkatastrophe in Spanien die Parkgarage des Bonaire-Einkaufszentrums in Aldaia. Bisher wurden dort aber keine Leichen entdeckt. Die unterirdische Garage habe eine Kapazität von mindestens 2.700 Stellplätzen, wie spanische Medien berichten. Einsatzkräfte der Polizei, des Militärs und der Feuerwehr arbeiten unermüdlich – inmitten eines bestialischen Gestanks, wie Reporter berichten. Die gute Nachricht: Bei der Durchsuchung der ersten 50 Fahrzeuge wurde keine Leiche entdeckt. 

Aldaia-Bürgermeister Guillermo Luján relativierte unterdessen im staatlichen TV-Sender RTVE die dramatisierenden Berichte einiger Medien. Manche spekulierten, man könnte allein in Bonaire womöglich Hunderte Tote finden. „Der Parkplatz war fast leer, wir schätzen, dass dort zum Zeitpunkt der Überschwemmung weniger als 100 Fahrzeuge parkten“, betonte Luján. Man müsse vorsichtig sein, es seien übertriebene Darstellungen im Umlauf. 
Johanna Grewer

Gewaltige Schäden nach der Flut: „Man denkt echt, man ist in einem Film“

Auch Michael Uhlig ist als freiwilliger Helfer im Einsatz. Der Deutsche lebt seit 26 Jahren in Spanien und betreibt eine Kaffeerösterei in Altea, etwa eine Stunde vom Flutgebiet entfernt. Er ist nach Catarroja gekommen, um heißen Kaffee an die Flutopfer und die Einsatzkräfte zu verteilen. „Man kommt gedanklich nicht mit“, sagt er im RTL-Interview. „Man denkt echt, man ist in einem Film.“ Die Auswirkungen der Katastrophe seien so enorm, dass es schwierig sei, das überhaupt zu begreifen, erklärt Uhlig. 

RTL
Johanna Grewer

Aufräumen in Catarroja

In Catarroja beginnen die Aufräumarbeiten nach der Flut. Viele freiwillige Helfer packen mit an, aber inzwischen sind auch mehr Soldaten im Ort unterwegs, wie RTL-Reporter Klaus Felder und Yannick Seeber vor Ort beobachtet haben. In den ersten Tagen nach der Flut war das nicht der Fall. Im Ort wurde eine große Sammelstelle eingerichtet. 
RTL
RTL
RTL
Johanna Grewer

Marias Vater verschwand in der Flutnacht spurlos 

Maria Murguis Vater Francisco ist einer der vielen vermissten Menschen nach der Flutkatastrophe in Spanien. Die 27-Jährige aus Sedaví nahe Valencia erzählt in einem Interview mit AP, dass ihr Vater aus dem Haus gelaufen sei, um sein Motorrad in Sicherheit zu bringen, als das Wasser kam. 

Doch die Strömung war so stark, dass sich der 57-jährige in einen Baum klettern musste. Dort habe er stundenlang gesessen und gewartet, dass das Wasser wieder sinkt. „Er hat uns angerufen, um zu sagen, dass es ihm gut geht“, berichtet Maria. „Wir sollten uns keine Sorgen machen. Er war in dem Baum und er war ok“, habe ihr Vater am Telefon gesagt. 

Sie glaubt, dass Francisco dort bis etwa ein Uhr morgens ausgehalten habe. Bis dahin, habe er immer wieder angerufen. Gegen zwei Uhr sei ein Nachbar mit einem Seil nach draußen gegangen, um ihrem Vater zu helfen. Aber zu dem Zeitpunkt habe er ihn nirgends mehr sehen können. „Wir konnten ihn nicht mehr finden. Und bis jetzt wissen wir nicht, was mit ihm passiert ist“, sagt Maria verzweifelt. „Ich will positiv bleiben“, erklärt die junge Frau, aber die letzten Tage seien eine „Achterbahn der Gefühle“ gewesen. 

APTN
Annika Redmer

Zugausfälle durch Wassermassen

Die Unwetter ziehen weiter über die Halbinsel, wo am Montag vor allem die Provinzen Barcelona und Tarragona betroffen sind. Der Zugverkehr in ganz Katalonien, einschließlich der Regionalzüge und Rodalies, muss eingestellt werden, was zahlreiche Fahrgäste beeinträchtigt. 
Camilla Koziol

Schweigeminute in UEFA-Wettbewerben

In Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe im Osten Spaniens wird es vor allen Spielen in den europäischen Klubwettbewerben in dieser Woche eine Schweigeminute geben. Das teilte die UEFA am Montagabend mit. Die Region um die Großstadt Valencia war in der vergangenen Woche von schweren Überschwemmungen heimgesucht worden, über 200 Menschen kamen ums Leben, viele weitere werden noch vermisst.
Mittlerweile erreichten die heftigen Regenfälle weitere Regionen, darunter auch Barcelona in Katalonien.
Johanna Grewer

A27 nach Erdrutsch wieder freigegeben 

Rettungskräfte haben die Fahrbahn freigeräumt und die gesperrte A27 wurde wieder freigegeben. Das bestätigte das spanische Transportministerium bei X. Ein Erdrutsch hatte die Autobahn verschüttet.