Archiv

Katastrophenschutz

Der Katastrophenschutz umfasst alle Hilfsmaßnahmen, um eine Katastrophe zu verhindern und Mensch und Umwelt vor den Auswirkungen von Katastrophen zu schützen.

Katastrophenschutz

Seit frühester Zeit versuchen die Menschen, sich vor Katastrophen wie Kriegen, technischen Tragödien oder Unwettern zu schützen. Der Katastrophenschutz umfasst heute eine weitreichende und komplexe Organisation, die in viele Lebensbereiche hineinwirkt.

Was ist Katastrophenschutz?

Katastrophenschutz umfasst diejenigen Aktionen und Vorsichtsmaßnahmen, mit denen man auf der einen Seite das Leben und die Gesundheit der Bürger schützen will und auf der anderen Seite die Umwelt vor Schäden bewahrt. Zudem geht es um Prävention. Das typische Beispiel dafür ist der Schutzdeich, der Menschen und Eigentum vor einem Hochwasser schützt. Zumindest will man die Folgen von Katastrophen eindämmen. Dazu kommt der Zivilschutz: Darunter fallen Gefahren und Schäden durch Kriegseinwirkung, aber auch Terroranschläge. So veränderte der Terroranschlag in den USA am 11. September 2001 das Verständnis von Katastrophenschutz, da Terror kriegsähnliche Folgen für die Zivilbevölkerung hatte.

Welchen geschichtlichen Hintergrund hat der Katastrophenschutz?

1863 wurde das internationale Rote Kreuz gegründet. Als neutrale Organisation greift es mit Unterstützung von Feuerwehren und weiteren Hilfsorganisationen bei technischen Unfällen, Naturgefahren, aber auch kriegerischen Angriffen ein. Bis zum Zweiten Weltkrieg hatte der Krieg für die Zivilbevölkerung noch eine untergeordnete Rolle, bis auch die normale Bevölkerung von Luftangriffen betroffen war. Das Leid der Zivilbevölkerung im Krieg spielte in der Nachkriegszeit eine bedeutende Rolle für den Katastrophenschutz. 1949 wurden die Genfer Konventionen durch einen Zusatz ergänzt, der den Schutz der Zivilbevölkerung bei kriegerischen Akten umfasst. Gleichzeitig entstand das bis heute gültige Zivilschutzzeichen blaues Dreieck auf orangem Grund.

Wie funktioniert der moderne Katastrophenschutz?

Seit Ende des Kalten Krieges wird der Katastrophenschutz durch die Bundesländer kontrolliert. Die Einsätze werden hauptsächlich mit Hilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter durchgeführt. Bei großen Einsätzen kommen Technisches Hilfswerk, Berufsfeuerwehr und gegebenenfalls auch die Bundeswehr zum Einsatz. Auf internationaler Ebene gibt es durch eine Ratsentscheidung der EU seit dem 23. Oktober 2001 ein Verfahren für gegenseitige Hilfe. Bei Naturkatastrophen reichen oft die nationalen Hilfsorganisationen nicht aus, um Notlagen zu bewältigen. Neben den Behörden der Bundesländer gibt es seit 2004 in Deutschland das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.