Knöllchen aus dem UrlaubTeure Urlaubsfehler: Diese Bußgeldfallen lauern auf Europas Straßen

Endlich Urlaub!
Koffer im Kofferraum, Navi an und ab Richtung Süden. Doch auf Europas Straßen lauern einige Fallen, die Urlauber leicht übersehen können. Besonders tückisch: Häufig merkt man den Verkehrsverstoß zunächst überhaupt nicht. RTL und die Experten von maut1 haben deshalb die wichtigsten Bußgeldfallen in beliebten europäischen Reiseländern zusammengetragen.
Kein Polizist weit und breit – und trotzdem kommt das Knöllchen
Keine Schranke stoppt das Auto, kein Polizist winkt einen heraus und oft steckt auch kein Strafzettel unter dem Scheibenwischer. Stattdessen kommt Post – manchmal erst Wochen später. Immer mehr Städte und Regionen regulieren den Verkehr über Umwelt- und Zufahrtszonen. Und die können sogar Teile von Autobahnen betreffen. Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte deshalb schon vor der Abreise prüfen, ob die geplante Route durch eine solche Zone führt.
In Spanien heißen die Umweltzonen Zonas de Bajas Emisiones, kurz ZBE. Welche Fahrzeuge dort fahren dürfen und ob ausländische Autos vorher registriert werden müssen, legen die jeweiligen Kommunen fest. Besonders wichtig ist das für Barcelona: Autos mit ausländischem Kennzeichen müssen grundsätzlich in einem gesonderten Register erfasst werden, bevor sie in die Umweltzonen der Metropolregion einfahren – selbst wenn sie die erforderlichen Emissionsstandards erfüllen.
Die Registrierung kostet derzeit sieben Euro. Die Prüfung kann bis zu 15 Tage dauern. Wer kurzfristiger Zugang benötigt, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Tagesgenehmigung beantragen. In Frankreich gibt es die Crit’Air-Vignette. Doch wer sie an der Windschutzscheibe kleben hat, darf damit nicht automatisch überall einfahren.
Denn jede Umweltzone legt selbst fest, welche Crit’Air-Klassen zugelassen sind, wann Einschränkungen gelten und welche Ausnahmen bestehen. Wer ohne vorgeschriebene Plakette oder mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug unterwegs ist, muss bei einem Pkw in der Regel mit einem Bußgeld von 68 Euro rechnen.
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Italien: Vorsicht vor den ZTL
Eine der bekanntesten Touristenfallen sind Italiens Zone a Traffico Limitato, kurz ZTL. Die beschränkten Verkehrszonen liegen häufig mitten in historischen Stadtzentren. Kameras erfassen die Kennzeichen automatisch. Das Problem: Die Regeln unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. Aktivierungszeiten, Zufahrtsberechtigungen und Ausnahmen sind nicht überall gleich.
Auch eine Hotelbuchung innerhalb einer ZTL bedeutet nicht automatisch, dass das eigene Auto dort fahren darf. Manche Hotels können das Kennzeichen ihrer Gäste anmelden, andere nicht. Wer beispielsweise nach Rom fährt, sollte deshalb vorab schriftlich klären, ob das Hotel die Registrierung übernimmt, wann diese gültig ist und über welchen Weg die Unterkunft angefahren werden darf.
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Frankreich: Bei Free-Flow-Maut muss man selbst aktiv werden
Auch bei der Maut können Urlauber in Fallen geraten. Digitale Vignetten, Kamerasysteme und reservierte Mautspuren machen die Fahrt zwar komfortabler – aber auch fehleranfälliger. Denn selbst wer grundsätzlich bereit ist zu bezahlen, kann die falsche Spur nehmen oder eine Zahlungsfrist verpassen. Auf französischen Free-Flow-Autobahnen gibt es keine klassische Mautstation mehr. Kameras und Sensoren erfassen das Fahrzeug während der Fahrt.
Wer keine kompatible Mautbox nutzt und sein Kennzeichen nicht für eine automatische Zahlung registriert hat, muss die Maut innerhalb von 72 Stunden selbstständig bezahlen. Eine Rechnung oder Zahlungserinnerung kommt vorher nicht. Wer die Frist verpasst, riskiert zusätzliche Kosten. Nach Ablauf der Frist beträgt der Zuschlag zunächst 90 Euro. Wird der Bescheid innerhalb von 15 Tagen bezahlt, reduziert sich der Zuschlag auf zehn Euro. Nach zwei Monaten können 375 Euro fällig werden. Die Forderungen können laut maut1 auch über Inkasso bis nach Deutschland verfolgt werden.
Portugal: Nicht einfach auf die Via-Verde-Spur fahren
Auch in Portugal lauert eine Mautfalle. Auf den reservierten Via-Verde-Spuren können Fahrzeuge ohne anzuhalten passieren – allerdings nur, wenn ein aktiver und vom System erkannter Via-Verde-Transponder vorhanden ist. Wer ohne kompatibles Gerät auf dieser Spur fährt, kann nicht einfach am Ende mit Bargeld oder Karte bezahlen. Ähnliche elektronische Mautspuren gibt es auch in Spanien mit VIA T und in Italien mit Telepass.
Österreich hat noch eine zweite Maut-Falle
Wer durch Österreich fährt, braucht auf den meisten Autobahnen und Schnellstraßen eine Vignette. Doch gerade beim digitalen Kauf kann ein wichtiger Fehler passieren. Bei einem Onlinekauf als privater Verbraucher sind digitale Zwei-Monats- und Jahresvignetten grundsätzlich erst ab dem 18. Tag gültig. Wer also am Abend vor der Abfahrt noch schnell eine Jahresvignette online kauft und am nächsten Morgen losfährt, kann trotz bezahlter Vignette ohne gültige Berechtigung unterwegs sein. Der Grund ist das gesetzliche Rücktrittsrecht bei Onlinegeschäften in Österreich. Wer die Vignette an einer stationären Verkaufsstelle oder einem Automaten kauft, muss diese Wartezeit nicht beachten.

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Und das kann teuer werden: Wird eine fällige Ersatzmaut nicht beglichen, sind Verwaltungsstrafen zwischen 300 und 3.000 Euro möglich. Zusätzlich zur Vignette gibt es in Österreich die Streckenmaut. Sie gilt auf besonders kostenintensiven Abschnitten – etwa am Brenner, am Arlberg oder an bestimmten Tunneln der Tauernroute. Wichtig: Auf dem eigentlichen Streckenmautabschnitt ist keine Vignette erforderlich. Dafür muss eine separate Gebühr bezahlt werden. Auf den Autobahnabschnitten davor und danach bleibt die Vignettenpflicht allerdings bestehen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, maut1






































