Schon wieder Wolf-Alarm bei HamburgKindergartengruppe begegnet Raubtier im Wald

Ferienspaziergang endet gruselig.
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Drei Tage nach dem mutmaßlichen Wolfsbiss in einem Einkaufszentrum!
Schon wieder ist ein Wolf in der Nähe von Hamburg gesichtet worden – und ausgerechnet eine Kindergruppe stand plötzlich ganz in der Nähe. „Das war schon unheimlich”, sagt Waldpädagogin und Jägerin Annette von Karp im Gespräch mit RTL.

Schockmoment im Osterferienprogramm

In Jesteburg bei Hamburg war Waldpädagogin und Jägerin Annette von Karp am Donnerstag mit zehn Kindern im Klecker Wald unterwegs, als sie plötzlich eine Bewegung am Wegesrand bemerkte. Zunächst hielt sie das Tier noch für einen Hasen – doch dann der Schreck: Es war tatsächlich ein Wolf. „Der zog dann zwar von uns weg, drehte dann aber, kam in unsere Richtung, kam so auf 40 Meter ran”, berichtet sie im Gespräch mit RTL. Dann machte sie die Kinder auf das Tier aufmerksam.

„Es war schon unheimlich, so vom Gefühl, weil man natürlich die Verantwortung hat für zehn Kinder im Wald”, so von Karp weiter.

Lese-Tipp: Was tun, wenn ich einem Wolf begegne?

Erst als die Kinder laut wurden, verschwand das Tier wieder im Wald. Die Kinder selbst reagierten nach ihren Angaben erstaunlich ruhig. Angst habe in der Gruppe zunächst niemand gezeigt. Für die erfahrene Jägerin war die Situation dennoch alles andere als einfach. Sie hält Wölfe durchaus für gefährlich.

Video-Tipp: Wie geht es für den Hamburger Wolf weiter?

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Auch Menschen könnten in Gefahr sein

Von Karp und auch andere Jäger machen sich Sorgen um die schnell wachsende Population der Raubtiere. Aktuell finden Wölfe noch ausreichend Nahrung in der Natur, langfristig könnte sich das jedoch ändern.

„Und dann könnten wir uns vorstellen, dass auch ich sage mal so nicht nur angeleinte Hunde, sondern auch Menschen in Gefahr sind.”

Lese-Tipp: Länder machen Druck – Wölfe sollen schneller geschossen werden

Sichtungen würden in der Region immer häufiger werden. Ein Grund, wieso die Aufnahme des Wolfs in das Bundesjagdgesetz in der vergangenen Woche politisch beschlossen wurde. Der zentrale Punkt: Der Wolf bleibt zwar geschützt, kann künftig aber unter bestimmten Voraussetzungen leichter geschossen werden.

Naturschützer wie WWF und BUND warnen, dass ein erleichterter Abschuss den Schutz des Wolfs trotz wachsender Bestände schwächen könnte.

Wolf schaut neugierig um einen Baum im Wald, laubbedeckter Boden, Wolf (Canis Lupus), Deutschland
Angriffe von Wölfen auf Menschen gelten in Deutschland weiterhin als äußerst selten.
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Der zuletzt bekannt gewordene Vorfall aus Hamburg wäre der erste dokumentierte Angriff seit rund 30 Jahren – direkte Attacken bleiben damit bislang die absolute Ausnahme.

Verwendete Quellen: RTL-Recherche