Frauchen sammelt jetzt verzweifelt Geld Wer mehr bietet, bekommt Boon! Richter lässt Hund nach Trennung versteigern
Die Entscheidung ist gefallen!
Weil sich Susanne Stieger und ihr Exfreund nicht einig werden, wie ihr gemeinsamer Hund nach der Trennung betreut werden soll, wird der Labrador jetzt versteigert. „Boon ist für mich ein Familienmitglied. Wer versteigert seine Familie?“, fragt sich die 46-Jährige, die als Erzieherin in der Kinder- und Jugendhilfe im Rhein-Sieg-Kreis arbeitet.
Susanne hat Angst, dass sie in der Versteigerung keine Chance hat
Aber genau das soll passieren. Denn der Hund gehört Susanne Stieger und ihrem Ex gemeinsam. Jetzt sollen beide bei der Versteigerung Geld für ihn bieten, um den Konflikt ums Tier ein für alle Mal zu lösen. Bei wem Rüde Boon bald leben wird, hängt jetzt davon ab, wer am meisten Geld für ihn bietet.
„Da fällt mir schon das Sprechen schwer“, sagt die Erzieherin im RTL-Interview. Als sie erklären will, wie sich das Urteil für sie anfühlt, kommen ihr die Tränen. Denn sie fürchtet, dass sie bei der Versteigerung ohnehin keine Chance haben wird. Ihr Ex sei finanziell viel besser aufgestellt als sie. „Als Erzieherin verdient man jetzt nicht die Welt und in Teilzeit schon mal gar nicht“, erklärt sie.

Erzieherin arbeitet nur halbtags, um mehr Zeit für Boon zu haben
Sie habe ihre Arbeitszeit reduziert, um für ihren Hund da sein zu können. Sie und ihr Ex hätten den Welpen im Sommer 2021 zu sich geholt. Boon sei da gerade mal acht Wochen alt gewesen. Sie habe sich damals zwei Monate frei genommen, um für den Hund da sein zu können. Sie gehe mit ihm in die Hundeschule und kümmere sich um alle Tierarzttermine, erklärt sie.
Aus ihrer Sicht, ist sie die wichtigste Bezugsperson für den Hund. Sie hat ihn sogar als Therapiebegleithund ausbilden lassen, damit er ihr bei der Arbeit mit Jugendlichen in schwierigen Lebenssituationen helfen kann. Doch das alles spielte vor Gericht keine Rolle. Obwohl Boon ein Lebewesen ist, wird er juristisch wie ein Gegenstand behandelt. Weil man ihn nicht einfach so in zwei Teile teilen kann, soll er jetzt eben zwischen den beiden Besitzern versteigert werden.
Streit um den Hund landet vor Gericht
„Ich habe wirklich alles versucht“, erklärt Frauchen Susanne im RTL-Interview. Nach der Trennung hätten sie und ihr Ex sich den Hund zuerst geteilt. Sie hatten eine Art Wechselmodell und brachten sich das Tier gegenseitig vorbei. Mal war Boon bei ihr, mal bei ihrem Ex. Doch irgendwann sei die Kommunikation untereinander immer schwieriger geworden. Darum landet der Fall schließlich vor Gericht.
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„Das ist die größte Ungerechtigkeit, die mir jemals passiert ist“, sagt die 46-Jährige über die Entscheidung, die getroffen wurde. „Ich hab mein ganzes Leben auf ihn ausgerichtet. Und jetzt verliere ich ihn, weil ich weniger Geld habe“, sagt sie fassungslos. Das Gerichtsverfahren habe sie so viel Geld gekostet, dass all ihre Ersparnisse jetzt aufgebraucht seien.

Susanne rechnet damit, den Hund zu verlieren
Ganz aufgegeben hat sie noch nicht. Die Erzieherin hat eine Spendenaktion bei GoFundMe gestartet. Da sind inzwischen fast 5.000 Euro zusammengekommen. Ob das reicht, um Boon zu ersteigern, weiß die Erzieherin nicht. Sie weiß auch noch nicht, wann der Hund unter den Hammer kommen soll. Sie versucht jetzt aber jeden Moment mit dem Labrador bewusst zu genießen, weil sie weiß, dass sie das Tier sehr bald für immer verlieren könnte.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, GoFundMe
































