Rechtsstreit wegen HundEx-Paar zofft sich um Haustier 

von Daria Semcov

Labrador-Rüde Boon ist seit fünf Jahren fester Bestandteil des Alltags von Susanne Stieger aus Bornheim. Gemeinsam mit ihrem damaligen Partner schaffte sie den Hund 2021 an. Nach der Trennung des Paares eskalierte jedoch der Streit um das Tier. Jetzt entschied das Amtsgericht Siegburg: Boon soll zwischen den Ex-Partnern versteigert werden. Wer am Ende mehr bezahlt, darf den Hund behalten. Für die 46-Jährige ist das nicht nur emotional belastend, sondern auch finanziell kaum zu stemmen.

Streit nach der Trennung

Nach dem Ende der Beziehung ist für beide schnell klar: Keiner möchte auf Boon verzichten. Zunächst versucht das ehemalige Paar ein Wechselmodell. Für einige Wochen funktioniert die gemeinsame Betreuung des Labradors noch. Doch die Situation verschärft sich zunehmend. Der Kontakt zwischen den Ex-Partnern wird schwieriger, ein gemeinsamer Umgang mit dem Hund scheint schließlich kaum noch möglich. Hinzu kommen gesundheitliche Probleme des Labradors. Boon leidet unter Allergien und Unverträglichkeiten und muss regelmäßig behandelt werden. Aus Sorge um den Hund entscheidet Susanne Stieger schließlich, ihn dauerhaft bei sich zu behalten. Sie befürchtet, dass der ständige Wechsel zwischen zwei Haushalten Boon zusätzlich belasten könnte. Da keine Einigung möglich ist, landet der Fall schließlich vor Gericht.

Hund als Streitfall vor Gericht

Der Fall gilt als außergewöhnlich, weil es bei der juristischen Auseinandersetzung nicht um einen gewöhnlichen Gegenstand, sondern um ein Haustier geht. Rechtlich werden Tiere zwar ähnlich wie Sachen behandelt, dennoch berücksichtigen Gerichte häufig auch die tatsächliche Betreuung und die Bindung zum Tier. Gerade bei unverheirateten Paaren ist die Eigentumsfrage oft schwer zu klären – insbesondere dann, wenn beide das Tier gemeinsam angeschafft und versorgt haben. Vor dem Amtsgericht Siegburg fällt schließlich eine ungewöhnliche Entscheidung: Der Labrador soll unter den beiden Ex-Partnern versteigert werden. Der Höchstbietende erhält den Hund dauerhaft. Für Susanne Stieger, die sich nach eigener Aussage überwiegend um Boon gekümmert hat, ist die Entscheidung ein Schock.

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Sorge um den Verlust von Boon

Für die Bornheimerin steht inzwischen viel auf dem Spiel. Nach eigenen Angaben könne sie finanziell kaum mit ihrem Ex-Partner mithalten, da sie nur in Teilzeit arbeitet. Um dennoch eine Chance zu haben, Boon behalten zu können, sammelt sie nun über eine Spendenaktion Geld. Innerhalb weniger Tage kamen bereits mehrere tausend Euro zusammen. Wann die Versteigerung stattfinden soll, steht bislang noch nicht fest.