Gynäkologin klärt aufPrämenopause? Perimenopause? Wann die Wechseljahre wirklich losgehen!

Vaginal Tapopon in woman's hand - studio shot
Die Wechseljahre beginnen nicht erst, wenn eine Frau nicht mehr ihre Periode bekommt, sondern schon viel früher.

Entschuldigung, um was geht es?
Klar, Menopause haben wir wohl alle schon mal gehört und wissen auch in etwa, was damit gemeint ist. Doch was soll die Prämenopause sein? Und was genau heißt Perimenopause? Gynäkologin und Medical Influencerin Dr. med. Judith Bildau beantwortet im RTL-Interview die wichtigsten Fragen rund um das Phänomen.

Prämenopause: Die ersten hormonellen Veränderungen

Judith Bildau, Gynäkologin
Dr. med. Judith Bildau ist Gynäkologin und RTL-Kolumnistin. Ihre Herzensangelegenheit ist es, Medizin für alle einfach und verständlich zu erklären.
Dr. med. Judith Bildau

Die Menopause ist der Zeitpunkt der letzten Menstruation im Leben einer Frau. Sie wird rückwirkend festgestellt, wenn es 12 Monate lang keine Regelblutung mehr gab. Dass es in der Zeit davor eine Unterscheidung gibt, dürfte eine Information sein, die vielen neu oder zumindest nicht allzu geläufig ist. Um Licht ins Dunkel der Wechseljahre zu bringen, hat Gynäkologin und Medical Influencerin Dr. med. Judith Bildau im RTL-Interview Fragen rund um die (Prä-)Menopause beantwortet.

Fangen wir einmal ganz am Anfang an. Dr. Judith Bildau erklärt: „Die Prämenopause bezeichnet die Zeit vor der Perimenopause, also den Wechseljahren.“ Genauer gesagt bezeichne sie die Phase, in der erste hormonelle Veränderungen im Körper der Frau stattfinden – Veränderungen, die Frauen durchaus spüren.

Die meisten bringen die Wechseljahre erst mit einem höheren Alter in Verbindung. Die ersten Anzeichen der hormonellen Veränderungen können allerdings schon recht früh auftreten: „Ganz grob gesagt beginnt die Prämenopause mit etwa Ende 30, Anfang 40”, so Bildau.

Oft sei es jedoch so, dass diese durchaus als unangenehm empfundenen Symptome von Ärzten gar nicht mit den Hormonen, also den Wechseljahren, in Verbindung gebracht werden: „Häufig haben auch viele Ärzte und Ärztinnen bei Frauen in diesem Alter nicht auf dem Schirm, dass die Beschwerden ihrer Patientinnen hormonell bedingt sein können.“

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Im Video: Das sind die verschiedenen Phasen der Wechseljahre

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Welche Symptome treten in der Prämenopause auf?

Zunächst ist wichtig: „Genauso wie die Symptome der Wechseljahre können die Beschwerden der Prämenopause sehr unterschiedlich sein“, so Dr. Judith Bildau. Doch sei es so, dass viele Frauen zunächst eine Veränderung des Zyklus’ bemerken, der länger oder auch kürzer werden kann. Ebenso könne sich die Blutungsstärke verändern, sowie Symptome eines Prämenstruellen Syndroms (PMS) auftreten: „In der zweiten Zyklushälfte und besonders während der Tage vor der Menstruation leiden die Frauen dann unter Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Heißhungerattacken, Wassereinlagerungen, Brustspannen und gar nicht so selten sogar depressiven Verstimmungen.“

Die Expertin rät: Frauen, die sich im betreffenden Alter befinden, sollten ein Tagebuch führen und ihre Beschwerden notieren. „Häufig sind sie dann überrascht, dass die Symptome, die sie haben, zu bestimmten Zeitpunkten ihres Zyklus besonders ausgeprägt sind“, weiß die Gynäkologin.

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Prä-, Peri- und Postmenopause: Wann muss Frau damit rechnen?

Erst mit Mitte 40 beginnen schließlich die eigentlichen Wechseljahre – die Perimenopause. „Häufig beginnen dann die klassischen Symptome wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, Knochen- und Gelenkschmerzen, unregelmäßiger Zyklus und viele, viele andere Symptome“, so die Expertin.

Damit Frauen einen ungefähren Anhaltspunkt haben, in welcher Lebensphase sie sich gerade befinden, mache es Sinn, eine Dreiteilung vorzunehmen:

  1. Prämenopause (etwa Ende 30, Anfang 40)

  2. Perimenopause (etwa Mitte 40)

  3. Postmenopause (etwa mit 52 Jahren)

Die Postmenopause bezeichnet dabei die Phase im Leben, die zwölf Monate nach der letzten Regelblutung beginnt. Die Eierstöcke produzieren nun keine Eizellen mehr, das heißt, die Frau kann jetzt nicht mehr schwanger werden.

Verwendete Quellen: RTL, Universitätsklinikum Heidelberg
Hinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im April 2023.