Mund- und Lungenkrebs als FolgeNeue Studie zeigt: Vapen offenbar noch schädlicher als angenommen

Vapen statt Rauchen? Auch das ist gesundheitsschädlich
Vapen statt Rauchen? Auch das ist gesundheitsschädlich (Archivbild)
picture alliance / NurPhoto | Jakub Porzycki

Was kommt da auf uns zu?
Noch immer ist die Annahme, dass Vapen sich nicht ganz so negativ auf den Körper auswirkt wie normales Rauchen, weitverbreitet. Australische Forscher haben jetzt mehr als 100 Studien ausgewertet. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Hoffnung eines sicheren Nikotinkonsums durch E-Zigaretten trügerisch ist.

Tumore treten oft erst Jahre nach dem Konsum auf

„Die Studienlage zeigt, dass nikotinhaltige E-Zigaretten wahrscheinlich Mund- und Lungenkrebs verursachen”, berichtet Studienleiter Bernard Stewart von der University of New South Wales in Sydney. Zwar seien, wie der Spiegel schreibt, keine Untersuchungen von Vapern vorgenommen worden. Doch in den Körpern betroffener E-Zigaretten-Konsumenten vollziehen sich laut Stewart bereits „besorgniserregende Veränderungen”.

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Grund dafür, dass noch nicht ausreichend gesicherte Erkenntnisse vorliegen, ist die Tatsache, dass Vaping-Produkte erst seit 2010 zunehmend konsumiert werden. Tumore treten oft erst Jahre oder Jahrzehnte nach dem Kontakt mit krebserregenden Substanzen auf. Die schwerwiegenden Folgen wie Mund- und Lungenkrebs könnten also erst in einigen Jahren zeitversetzt auf Vaper zukommen.

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Wissenschaftler warnen vor E-Zigaretten

Vaper atmen Aerosole ein. Darin sind gesichert krebserzeugende Substanzen wie Nitrosamine, Acrylamid, Formaldehyd und auch Schwermetalle auf den Heizelementen der Geräte enthalten. Bis Ende der 2010er Jahre hielten sich Wissenschaftler mit ihren Einschätzungen zu Vapes zurück. Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Mittlerweile warnen sie klar davor.

Da viele Vaper parallel rauchen oder geraucht haben, ist es aber auch schwierig einzuschätzen, von welchem Produkt die unter Umständen durch Krebs betroffenen Menschen erkranken. Ute Mons vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg hält allerdings normale Zigaretten für weitaus schädlicher als Vapes.

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Für Jugendliche sind Vapes bewusst verführerisch gestaltet

Der Umgang mit E-Zigaretten in Deutschland sei aber „auffällig besorgniserregend”, schreibt der Spiegel. Zwar gibt es ein Verkaufsverbot an unter 18-Jährige. Doch scheint das kaum einen Verkäufer wirklich zu kümmern. Erschwerend käme hinzu, dass besonders für Kinder und Jugendliche Geschmäcker wie Himbeere, Mango oder Vanille den Anschein vermittelten, dass Vapes ungefährlich seien. Bezeichnungen wie „Chocolate Brownie” oder „Banana Ice” wirken verführerisch und verharmlosen das Produkt.

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Auch Beschränkungen des Liquids innerhalb einer E-Zigarette bestünden nur auf dem Papier. Zwei Milliliter sind offiziell die Grenze, was für etwa 600 Züge reiche. Unter dem Ladentisch und im Internet kann man aber problemlos „Big Vapes” oder „Big Puffs” mit bis zu 80.000 Zügen erwerben. Für ein Taschengeld von weniger als 20 Euro. Man mag sich kaum ausmalen, was für eine Welle an Krebserkrankungen da auf uns zurollt.

Verwendete Quellen: Spiegel