8. August 2018 - 16:27 Uhr

Auch an Land ist Ertrinken möglich

Ob Meer, See oder Freibad: Überall, wo Wasser zu finden ist, herrscht in den Sommertagen reges Treiben. Leider nicht ohne Folgen: Die Zahl der Badeunfälle ist hoch wie nie, gerade bei Kleinkindern ist Ertrinken eine der häufigsten Todesursachen – ein kurzer Moment der Unachtsamkeit kann für sie bereits gefährlich werden. Was viele Eltern allerdings nicht wissen: Auch noch Stunden nach dem Baden kann dieses Risiko bestehen. Beim verzögerten Ertrinken – auch sekundäres oder zweites Ertrinken genannt – gelangt Wasser in die Lungen und verursacht schwere Entzündungsreaktionen, die tödlich verlaufen können. So erkennen Sie die Symptome.

Sekundäres Ertrinken – was ist das überhaupt?

Sekundäres Ertrinken ist selten, aber gefährlich: Durch Entzündungen kommt es zu Sauerstoffmangel.
Atmet das Kind zu viel Wasser ein, kann es zu Entzündungen und Ödemen in der Lunge kommen.
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Die Problematik des sogenannten zweiten Ertrinkens besteht darin, dass das Kind in einem unbeobachteten Moment Wasser einatmet, etwa beim Rutschen. Je kleiner es ist, desto weniger Flüssigkeit reicht dabei aus, um ernste Probleme zu verursachen. Bereits zwei Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht gelten als bedenklich und können zu Störungen des Gasaustauschs führen. In der Folge entstehen in der Lunge Entzündungen und Ödeme, also Ansammlungen von Wasser im Gewebe. Diese sind wiederum für einen anhaltenden Sauerstoffmangel verantwortlich, der sich ohne Behandlung immer weiter steigert und so schlimmstenfalls zum Tod führen kann.

Besonders gefährlich ist das zweite Ertrinken übrigens bei Salzwasser. Denn durch das Salz wird dem umliegenden Gewebe Flüssigkeit entzogen. Befindet sich Poolwasser in der Lunge, kann es zu einer chemischen Lungenentzündung kommen.

Symptome richtig deuten und schnell handeln

Ein kleines Mädchen lernt Schwimmen
Frühzeitig Schwimmen lernen hilft, Kinder für die Gefahr zu sensibilisieren.
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"Kinder, die nach einem Vorfall im Wasser auch nach einer beschwerdefreien Phase wieder anfangen zu husten, ungewöhnlich schnell atmen, teilnahmslos wirken oder deren Lippen sich verfärben, sollten umgehend in eine kinderärztliche Notfallaufnahme gebracht werden", betont Kinder- und Jugendarzt Dr. Ulrich gegenüber n-tv.de. Auch Fieber, Erbrechen und Durchfall oder extreme Müdigkeit können Symptome sein. Der erste und wichtigste Schritt also: Benachrichtigen Sie den Rettungsdienst oder bringen Sie das Kind schnellstmöglich in die Notaufnahme. Dort kann dann eine Röntgenaufnahme sowie eine Blut-Analyse durchgeführt werden, um die Symptome richtig einzuordnen und entsprechende Hilfe zu leisten.

Egal, ob primäres oder sekundäres Ertrinken: Prävention ist für den Schutz Ihres Kindes das A und O. Dazu gehört nicht nur, dass es frühzeitig Schwimmen lernt und über Gefahren aufgeklärt wird, sondern auch – vor allem bei den Kleinsten – ständige Aufmerksamkeit. Egal, wie flach das Wasser scheint. Fallen Ihnen nach einem Badeausflug bei Ihrem Kind typische Symptome auf, kann schnelles und richtiges Eingreifen lebensrettend sein.