"Als würde eine scharfe, heiße Nadel in mir an meinen inneren Organen kratzen"

Wie Endometriose aussehen würde, wenn sie sichtbar wäre

18. Dezember 2019 - 20:14 Uhr

Künstlerin gibt unsichtbaren Schmerzen ein Bild

"Mein Schmerz fühlt sich an, als würde eine scharfe, heiße Nadel in mir an meinen inneren Organen kratzen und als würde mein Inneres herausgerissen." So beschreibt Künstlerin Andrea Baines (34) ihre Schmerzen. Schmerzen auf Grund von Endometriose, einer Erkrankung, bei der es zu Wucherungen der Schleimhaut außerhalb der Gebärmutter kommt. Jahrzehntelang hat die die gelernte Maskenbildnerin mit dieser quälenden, unsichtbaren Krankheit gelebt.

In schockierenden Bildern zeigt die Make-up-Artistin, wie es aussehen würde, wenn der Schmerz, der sie schon so lange quält, für andere zu sehen wäre. Die ergreifenden Bilder - im Video.

Endometriose - unsichtbar und (häufig) unbekannt

Für einen Make-up-Kurs bekam Andrea Baines aus Liverpool den Auftrag, ein Spezialeffektstück zu entwerfen. Sie dachte sofort an Endometriose: "Es ist etwas, das mir so am Herzen liegt und mit dem ich mich jeden Tag beschäftige. Ich wusste, dass ich eine fantastische Gelegenheit hatte, unsichtbaren Schmerz darzustellen und ihn sichtbar zu machen", erklärt sie gegenüber Kidspot, einem australischen Ratgeber-Portal für Familien.

Andrea Baines beschließt, ihre Fähigkeiten zu nutzen, um den "traumatischen" Schmerz der Endometriose zu veranschaulichen. Sie engagiert ihre Leidensgenossin Rachel Berwick, um als Model zu fungieren. Über eine Stunde brauchte Andrea Baines, um das realistische Make-up aufzutragen. Rachel bezeichnet das Shooting als eine der "bedeutungsvollsten und lohnendsten" Erfahrungen in ihrer Karriere. Das Ergebnis des Shootings sind extrem intensive Bilder, die ans Herzen gehen und einen Schmerz sichtbar machen, der von so vielen Menschen immer noch übersehen wird.

Was ist Endometriose?

Etwa jede zehnte Frau leidet an dieser Krankheit, doch nur wenige erkennen sie rechtzeitig. Oft wird sie erst bei einem unerfüllten Kinderwunsch diagnostiziert, denn im schlimmsten Fall kann Endometriose sogar unfruchtbar machen. Bei der Endometriose kommt es zu Wucherungen der Schleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Wird gegen die Wucherungen nichts unternommen, breiten sie sich immer weiter aus.

Folgende Symptome können für eine Endometriose sprechen:

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  • Schmerzen kurz vor oder während der Periode, die so stark sind, dass regelmäßig Schmerzmittel gebraucht werden
  • Chronische Unterbauchschmerzen, die durch entzündliche Prozesse oder Verwachsungen ausgelöst werden
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen bei Wasserlassen und/oder beim Stuhlgang
  • Blut in Urin und/oder Stuhl
  • Unerfüllter Kinderwunsch

Thomas Römer vom Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal und Chef des Endometriose-Zentrums rät: "Sobald Sie kurz vor oder während der Monatsblutung regelmäßig Schmerzmittel nehmen müssen, sollten Sie mit Ihrem Gynäkologen über die Möglichkeit einer Endometriose sprechen. Falls der Verdacht, erkrankt zu sein, tatsächlich besteht, sollten Sie nicht vor einer Bauchspiegelung zurückschrecken. Sie erfolgt unter Narkose und ist oft auch ambulant möglich."