Diagnose Endometriose: Hilfe bei drohender Unfruchtbarkeit

1. Mai 2018 - 19:15 Uhr

Endometriose bleibt häufig unentdeckt

Bei einer Endometriose findet sich die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) nicht ausschließlich in der Gebärmutterhöhle, sondern auch an anderen Körperstellen wie zum Beispiel an der Blase oder den Eierstöcken. Die Krankheit ist zwar nicht gefährlich, kann jedoch starke Regelschmerzen verursachen und schlimmstenfalls zur Unfruchtbarkeit führen.

Dr. Ralf Rothmund von der Universitäts-Frauenklinik Tübingen erklärt, wie die Krankheit entsteht: "In der Gebärmutterhöhle wächst alle vier Wochen im Lauf des weiblichen Zyklus die Gebärmutterschleimhaut heran und wird im Zuge der Menstruation alle vier Wochen wieder abgestoßen. Wenn jetzt diese Gebärmutterschleimhaut an anderen Stellen vorkommt als in der Gebärmutterhöhle, dann sprechen wir von einer Endometriose."

Und an ihr erkranken jährlich etwa 40.000 Frauen. Häufig bleibt die Krankheit lange Zeit unentdeckt, weil sie nicht bei einer normalen Ultraschallbehandlung sichtbar wird. Das Tückische: In vielen Fällen führt Endometriose unbehandelt zu Unfruchtbarkeit. Laut Dr. Rothermund soll sogar bei jeder zweiten Frau, die ungewollt kinderlos geblieben ist, eine Endometriose die Ursache sein.

Linderung durch Hormontherapie

Symptome für eine Endometriose können starke Unterleibsschmerzen und starke Blutungen während der Periode, Schmerzen beim oder nach dem Sex oder auch in die Beine ausstrahlende Bauch- und Rückenschmerzen sein.

Da die Krankheit dem hormonellen Zyklus unterliegt, trifft sie vor allem Frauen zwischen der Pubertät und den Wechseljahren. Die Wahrscheinlichkeit für eine Endometriose steigt mit der Zahl der Regelblutungen – sprich mit dem Alter. Bei Frauen, bei denen die Periode früh eingetreten ist und die unter kurzen Zyklen leiden, ist die Wahrscheinlichkeit für die Ausbildung einer Endometriose folglich höher.

Die Therapie von Endometriose richtet sich nach dem Alter der Frau und danach, ob ein Kinderwunsch besteht: Bei Frauen ohne Kinderwunsch kommen häufig schmerzlindernde Medikamente sowie Hormonpräparate zum Einsatz. Ist die Kinderplanung abgeschlossen, raten Ärzte auch häufiger zur Entfernung der Gebärmutter. Bei Frauen mit Kinderwunsch kann eine operative Entfernung der betroffenen Stellen hilfreich sein und die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft erhöhen. Denn trotz der Erkrankung Endometriose kann der Kinderwunsch mit der richtigen und schnellen Behandlung in Erfüllung gehen.