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Wegen Bedrohung von Impf-Ärztin Kellermayr: Razzia bei Mann (59) im Kreis Starnberg

Generalstaatsanwaltschaft München ermittelt wegen Bedrohung

Wegen Bedrohung von Impf-Ärztin Kellermayr: Razzia bei Mann (59) in Starnberg

Impfgegner bedrohen Ärztin - jetzt ist sie tot "Ich kann nicht mehr"
01:36 min
"Ich kann nicht mehr"
Impfgegner bedrohen Ärztin - jetzt ist sie tot

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Lisa-Maria Kellermayr kämpfte als Impfärztin gegen die Corona -Pandemie, doch sie wurde massiv von Impfgegnern bedroht. Nun ist sie tot , sie hatte sich das Leben genommen. Am Freitag stürmte die Polizei deshalb die Wohnung eines 59-Jährigen im Landkreis Starnberg. Der Mann soll die österreichische Ärztin in zahlreichen Mails bedroht und ihr nachgestellt haben.

59-Jähriger Mann aus Starnberg unter Verdacht

Im Fall der österreichischen Impfärztin agieren die Behörden auffällig schnell. Am 3. August übernahm die Generalstaatsanwaltschaft München und die Bayerische Zentralstelle für Extremismus und Terrorismus (ZET) die Ermittlungen – nun werden die Behörden sofort aktiv.

Zwei Tage später liegt ein Durchsuchungsbeschluss vor, so dass die Behörden unmittelbar zugreifen können. Das Ziel: ein 59-Jähriger Mann aus dem Landkreis Starnberg. Bei der Durchsuchung können die Ermittler Datenträger sicherstellen, wie die Staatsanwaltschaft München mitteilte. Diese würden jetzt ausgewertet werden. Der 59-jährige Beschuldigte leistete bei der Razzia keinen Widerstand.

"Wir werden solche Kreaturen vor die in Zukunft einzurichtenden Volkstribunale bringen"

Das Verfahren wird durch die stellvertretende Hate-Speech-Beauftragte der Bayerischen Justiz in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck geführt. Die verschiedenen Behörden sind aktiv geworden, weil sie die Tatvorwürfe der Bedrohung und der Nachstellung sehen, die sich auf Äußerungen der Beschuldigten im Internet und in sozialen Medien gegen die verstorbene Ärztin gründen.

Basis dafür seien Aussagen wie: „Wir beobachten Sie, und, wir werden solche Kreaturen vor die in Zukunft einzurichtenden Volkstribunale bringen!“. Der Beschuldigte dachte wohl, die Ärztin in einer vermeintlichen Anonymität bedrohen zu können.

Gedenkveranstaltung für verstorbene Ärztin Lisa-Maria Kellermayr in Wien

ABD0125_20220801 - WIEN - ÖSTERREICH: Gedenkveranstaltung der Initiative #YesWeCare für die oberösterreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr am Montag, 01. August 2022, am Wiener Stephansplatz. - FOTO: APA/GEORG HOCHMUTH - 20220801_PD6091
Gedenkveranstaltung der Initiative #YESWECARE für die oberösterreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr
jh, action press, ActionPress

Die Medizinerin Lisa Maria Kellermayr hatte sich stark für Corona-Impfungen engagiert und war nach eigenen Angaben monatelang massiv von Impfgegnern unter Druck gesetzt worden. Am Freitag (29. Juli) wurde bekannt, dass sie tot in ihrer Praxis in Oberösterreich gefunden worden war. (kra)

Hier finden Sie Hilfe in schwierigen Situationen

Sollten Sie selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, suchen Sie sich bitte umgehend Hilfe. Versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Das können Freunde oder Verwandte sein. Es gibt aber auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über Ihre Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Hier finden Sie eine Übersicht über Hilfsangebote.

Wenn Sie schnell Hilfe brauchen, dann finden Sie unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die Ihnen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.