"Dann hätten wir bald ein ernstes Problem"

Virologe Drosten warnt Ungeimpfte vor Omikron

08. Dezember 2021 - 7:20 Uhr

Omikron-Variante könnte sich unter Ungeimpften sehr schnell verbreiten

Der Virologe Christian Drosten erwartet einige Probleme durch die neue Coronavirus-Variante Omikron auf Deutschland zukommen. Wenn sich die ersten Anzeichen bestätigen würden, werde Omikron die Delta-Variante als die dominierende Variante ablösen. "Das Deltavirus ist unser Problem bis in den Januar rein, das Omikronvirus ist unser Problem bis Sommer", sagte der Chefvirologe der Berliner Charité im Podcast "Das Coronavirus-Update" von NDR Info. Besonders Ungeimpfte könnten dann stark betroffen sein.

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Wettlauf gegen Omikron könnte für Ungeimpfte schwierig werden

Die im November entdeckte Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich weltweit aus. Drosten gehe davon aus, dass die neue Mutation im Frühjahr dominierend werde und dann für einige Probleme sorgen könnte. Besonders die offenbar hohe Verbreitungsgeschwindigkeit des Virus mache dem Virologen Sorgen. Es zeige sich derzeit eine Verdopplung der Fälle in Südafrika und England – rund alle drei bis vier Tage. "Dann ist das eine Entwicklung, die schneller ist als jede politische Entscheidungsmöglichkeit", sagt Drosten. Durch die derzeitigen 2G-Regelungen werde die Ausbreitung in Deutschland aber wohl verlangsamt.

Ohne Impfung seien auch noch schwerere Krankheitsverläufe durch Omikron möglich

Die Meldungen aus Südafrika, dass die Omikron-Variante möglicherweise nur milde Krankheitsverläufe hervorruft, hält Drosten für nicht aussagekräftig. Da es sich um viele Wiederansteckungen handle, sei die Situation nicht mit der in Deutschland zu vergleichen. Vielmehr sagt Drosten zu den Ungeimpften: "Es könnte sein, dass die Krankheitsschwere nicht nur nicht verringert ist. Es könnte sogar sein, dass es erschwert wird, die Krankheitsschwere."

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Durch Omikron könnte es noch schwerere Krankheitsverläufe geben.
© imago images/Rolf Poss, Rolf Poss via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Die Virusvermehrung sei bei Omikron höher. "Viel Virus, viel Krankheit", so Drosten im Podcast. Der Virologe rät zur Boosterimpfung. Seiner Einschätzung nach schütze die Auffrischungsimpfung auch besser gegen die Omikron-Variante als eine überstandene Infektion. Noch sei der Forschungsstand zu Omikron aber noch nicht ausreichend, um belastbare Einschätzungen abgeben zu können.

Die Zahlen aus Südafrika würden aber darauf hindeuten, dass sich durch Omikron nun auch verstärkt Jüngere mit dem Coronavirus anstecken. So seien dort ein Fünftel der Menschen, die nach einer Infektion ins Krankenhaus müssen, Kinder unter 10 Jahren.

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